Stefan Kirchhoff und Birgit Berends im Themenbereich "Schlafzimmer". Eine Sonderausstellung, die regelmäßig wechselt. Foto: May
Stefan Kirchhoff und Birgit Berends im Themenbereich "Schlafzimmer". Eine Sonderausstellung, die regelmäßig wechselt. Foto: May
Ein letzter Versuch

Deshalb wollen die Cuxhavener Pinguin-Sammler den letzten Rekord

von Denice May | 11.04.2021

CUXHAVEN. Die Pinguin-Sammler Birgit Berends und Stefan Kirchhoff aus Cuxhaven machen Schluss. Vorher wollen sie allerdings einen letzten Weltrekord aufstellen. Warum?

Mit einem zehn-minütigen Besuch ist es im Cuxhavener Pinguin-Museum nicht getan. Denn an jeder Ecke, in jedem Schaukasten, auf dem Boden, an den Wänden und an der Decke des 120 Quadratmeter großen Museums sind sie: Pinguine. Aus Stoff, aus Plastik, aus Gummi, aus Wachs, aus Metall, aus Holz oder aus Porzellan - einfach aus jedem erdenklichen Material. Und dabei befindet sich nur ein Sechstel aller 26 114 Exponate im Museum. "Der Rest ist aufgeteilt. Ein Teil befindet sich bei uns zu Hause, ein Teil bei unseren Eltern, der Rest ist eingelagert", erklärt Birgit Berends vom Pinguin-Museum. Bei der 48-Jährigen hat der ganze "Pinguin-Wahnsinn" vor etwa 30 Jahren begonnen. "Damals habe ich die Kindersendung 'Pingu‘ gesehen und war von den Tieren sofort begeistert." Schnell sprach sich die Pinguin-Affinität im Familien- und Bekanntenkreis herum. "Ich habe dann immer mehr Pinguine geschenkt bekommen", erinnert sie sich. Einen ihrer ersten Pinguine können Besucher noch heute im Museum finden: "Es ist ein ,Stoff-Pingu', den ich zum bestandenen Abitur geschenkt bekommen habe. Das ist jetzt schon über 30 Jahre her."

Weltrekord direkt im Blick

Doch wie entwickelte sich die Sammelleidenschaft zu so etwas Großem? So groß, dass die Sammlung es sogar ins Guinnessbuch der Weltrekorde geschafft hat? "Als ich meinen Mann kennengelernt habe, sagte er mir, er werde mitsammeln - aber nur, wenn wir einen Weltrekord aufstellen würden." Also wenn schon sammeln, dann richtig.

Im Jahr 2006 war es dann so weit. Mit 2520 Exemplaren - kategorisiert in Figuren, Gruppen, Karten und Dinge (hierzu zählt alles Mögliche wie Schneekugeln, Kaffeebecher oder auch Mundschutze) - schafften es die beiden Pinguin-Fans zum ersten Mal ins Guinnessbuch der Rekorde. Drei weitere Rekorde folgten.

Vergleich mit Usain Bolt

Reicht das nicht? "Wenn man einen Rekord hat, will man ihn auch behalten. Und andere wollen ihn knacken. Also haben wir weitergesammelt. Der Läufer Usain Bolt hat ja auch nicht aufgehört zu trainieren, nur weil er einen Weltrekord in der Tasche hatte. Es ist mit dem Sammeln wie beim Sport: Es spornt einen an, sich immer wieder zu steigern", erklärt Stefan Kirchhoff.

Aber auch Fans und Sammlern wächst die Leidenschaft irgendwann über den Kopf. "Im Jahr 2017 habe ich eine Auflösung übernommen und eineinhalb Jahre gebraucht, um sie zu sortieren. Das war einfach zu viel. Seit 2018 haben wir mit dem Sammeln aufgehört", so Birgit Berends.

Unterlagen eingereicht

Doch einen letzten Rekord wollen sie sich noch holen. Eine Liste mit den fein säuberlich aufgelisteten 26.114 Exponaten, Bilder und eine schriftliche Bestätigung zweier Zeugen liegt beim Deutschen Rekord-Institut. "Wir hoffen, im Sommer dann die Urkunde zu bekommen", so Stefan Kirchhoff. Danach möchte das Ehepaar die größte "Pinguin-Kolonie nördlich des Äquators" zwar noch ein paar Jahre im Pinguin-Museum beherbergen, aber sammeln wollen die beiden nicht mehr: "Im Gegenteil, wir dampfen die Sammlung ein."

Wegen der Corona-Auflagen konnte das Museum erst Mitte März öffnen und Besucher seither nur mit vorheriger Terminabsprache in Empfang nehmen. "In den zwölf Jahren, die wir das Museum betreiben, waren insgesamt 40 000 Besucher hier. In diesem Jahr waren es gerade einmal 20 Gäste." Interessierte können telefonisch einen Termin vereinbaren. Weitere Informationen, beispielsweise zu den Öffnungszeiten, gibt es auf der Internetseite.

www.pinguin-museum.de

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Denice May

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