Seenotretter im Einsatz

Drei Fischkutter in der Nordsee in Not: Havarie vor Cuxhaven

07.09.2022

CUXHAVEN. Gleich drei Fischkutter auf der Nordsee sind am Dienstag auf die Hilfe der Seenotretter angewiesen gewesen. Eines der Boote wurde nach Cuxhaven gebracht.

Innerhalb weniger Stunden waren Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in der Elbmündung, vor der Dithmarscher Küste und unmittelbar vor Büsum im Einsatz. Sie brachten alle drei Havaristen mit insgesamt sechs Fischern an Bord sicher in die Häfen.

Kutter treibt in der Elbmündung

Die Besatzung des Seenotrettungskreuzers "Hermann Marwede" der Station Deutsche Bucht/Helgoland bemerkte gegen 8.20 Uhr während einer Kontrollfahrt, wie die "Ora et labora" mit Heimathafen Urk (Niederlande) am Rande des Fahrwassers in der Elbmündung trieb. Bei Scharhörnriff, etwa 15 Seemeilen (rund 28 Kilometer) vor Cuxhaven, war dem unter niederländischer Flagge fahrenden Kutter offenbar etwas in den Propeller geraten, teilt die DGzRS mit.

Wind und starke Regenfälle

Mit Bordmitteln hätten sich die beiden Fischer nicht mehr selbst helfen können. Bei Wind um sieben Beaufort (etwa 60 Kilometer pro Stunde), bis zu zwei Metern Seegang und starken Regenfällen war der Havarist bereits bis auf knapp 70 Meter den gefährlichen Sänden nahegekommen, als die "Hermann Marwede" ihn auf den Haken nahm und sicherte. Die Seenotretter schleppten das 19-Meter-Schiff nach Cuxhaven.

Fischkutter macht in Cuxhaven fest

Dort übernahm des Tochterboot "Mathias" des Seenotrettungskreuzers "Anneliese Kramer" der Station Cuxhaven den Schleppanhang. Die "Verena", das Tochterboot der "Hermann Marwede", fungierte als Heckschlepper, um den Havaristen bei rund sechs Knoten Strom sicher durch die Hafeneinfahrt zu bugsieren. Gegen 13.40 Uhr war der Kutter fest in Cuxhaven.

Maschine des Fischkutters versagt

Wenige Stunden zuvor waren die Büsumer Seenotretter zwei Fischkuttern zu Hilfe gekommen. Beim Auslaufen zur Fangreise am frühen Morgen gegen 4.50 Uhr hatte die Maschine der ebenfalls rund 19 Meter langen "Fortuna" (Heimathafen Friedrichskoog/Schleswig-Holstein) versagt. Den beiden Fischern an Bord gelang es noch, bei starkem Ostwind an der Ostmole des Büsumer Vorhafens notdürftig festzumachen. Der Seenotrettungskreuzer "Theodor Storm" brachte die "Fortuna" sicher zurück in den Hafen.

Sicher in den Hafen von Büsum

Im Sommerkoog-Steertloch, einem Priel vor der Dithmarscher Küste, geriet am Vormittag gegen 10.40 Uhr ein weiterer Kutter in Not. Der "Wiking" mit Heimathafen Büsum (Schleswig-Holstein) war ebenfalls etwas in den Propeller geraten. Die Crew meldete sich deshalb bei den Seenotrettern. Die "Theodor Storm" brachte den Kutter und seine zweiköpfige Besatzung sicher in den Büsumer Hafen.

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