Ein neues "Kliff" für den Ortsteil Sahlenburg
SAHLENBURG. Noch ist sie eingezäunt, die Baustelle mit der wohl schönsten Aussicht in Cuxhaven: Direkt am Rande des Wernerwaldes mit Blick auf das Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer baut das Unternehmer-Paar Jörg und Carola Itjen seine neue Restaurant-Bar mit dem passenden Namen "Kliff".
Der Rohbau wurde in Holzständerbauweise realisiert und ist fast fertig. In den nächsten Wochen soll mit dem Innenausbau begonnen werden.
"Kliff", der Name klingt vielversprechend und auch der Ort, an dem das neue Restaurant-Bar mit angegliedertem Wasser-Sport-Centrum steht, birgt jede Menge Potenzial. Bis Anfang 2014 prägte der Sahlenburger Marineturm hier über viele Jahrzehnte das Bild. Im Januar/Februar 2020 soll dort das "Kliff" eröffnet werden. "Wir wollen zu Beginn des neuen Jahres noch vor der Saison die Eröffnung feiern", sagt das sympathische Investorenpaar.
"Es hat zwar eine ganze Zeit gedauert und wir haben zwischenzeitlich auch schon einmal einen Rückzieher gemacht, doch jetzt sind wir ganz zuversichtlich, dass wir unseren Traum an dieser einmaligen Stelle auch realisieren können." Für das besondere Grundstück hat Itjen mit der Stadt Cuxhaven einen Erbpachtvertrag über 50 Jahre abgeschlossen.
Das "Kliff" liegt inmitten der Natur: Auf der einen Seite schmiegt sich das Areal unmittelbar an den Wernerwald und auf der anderen Seite offenbart es einen atemraubenden Blick auf das Wattenmeer. Ganz in der Nähe liegen auch das Finkenmoor und der Kletterpark.
Einen Bebauungsplan für diesen Bereich gibt es schon seit Jahren, zumal sich auf dem 1a-Gelände der ehemalige Marineturm befand. Der Investor kann es kaum erwarten, die vielen Ideen, die er gemeinsam mit seiner Frau Carola entwickelt hat, dort in Sahlenburg endlich umsetzten zu können. Die gastronomische Ausrichtung des "Kliffs" soll einen regionalen Anstrich bekommen.
"Wir werden, wie auch schon in unseren Bäckereien, verstärkt mit heimischen Lieferanten zusammenarbeiten. Wir wollen die Speisekarte künftig so gestalten, dass sowohl Cuxhavener als auch Urlauber eine gute Auswahl an kleineren und größeren Gerichten vorfinden, ohne dass das Angebot ,überkandidelt' ist", sagen Carola und Jörg Itjen.
Das in Holständerbauweise gebaute "Kliff" umfasst eine Fläche von rund 300 Quadratmetern. "Wir haben uns mit dem Holz-Look etwas am nahe gelegenen Wattenmeer-Besucherzentrum orientiert", sagt der Investor. Der Baukörper wird mit behandelter Lärche verkleidet. Reizvollerweise montieren die Handwerker die Außenverschalung leicht schräg, was dem Gebäude eine gewisse Dynamik verleiht. Das "Kliff" wird über 80 Innenplätze und bis zu 35 Terrassenplätze verfügen.
"Da es ein touristischer Standort ist, werden wir versuchen, das Objekt ganzjährig offenzuhalten - im Winter mit reduzierten Zeiten. Ich denke, wir werden das Objekt mit 15 Angestellten betreiben. Wir haben schließlich gute Leute, auf die wir uns verlassen können. Mit ihnen gemeinsam möchten wir unser neues Service-Konzept in Sahlenburg in die Tat umsetzen", sagt Itjen.
Wird Surfer-Point saniert?
Gleich neben dem "Kliff" haben die Kite-Surfer ihren angestammten Platz. Augenblicklich sehen einige der Container etwas mitgenommen aus. Doch im Zuge des Neubaus könnte sich dort in den kommenden Monaten auch noch etwas tun, hoffen die Investoren.
Was den Stil des Restaurant-Cafés angeht, haben die Eheleute eng mit ihrem Planer zusammengearbeitet, der auch schon den Großteil ihrer Bäckereifilialen neu gestaltet hat.
"Cuxhaven ist bei den Urlaubern total gefragt. Deshalb sind wir auch fast fünf Jahre an den Planungen drangeblieben", sagt Jörg Itjen und fügt hinzu: "Wir sehen auch für Sahlenburg im Tourismus nach wie vor gute Chancen, sich weiterzuentwickeln. Mit unseren Plänen wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, dass sich der Stadtteil weiterentwickelt."
"Ich finde den Standort total schön. Das sportliche Zentrum auf dem alten Marineturm-Gelände muss weiterentwickelt werden. Zurzeit ist es oft so, dass die Kiter mit ihren Partnerinnen nach Sahlenburg kommen. Viele Frauen bleiben einfach im Auto sitzen. Ab der Saison 2020 soll das anders sein. Sie können sich gemütlich in einen Liegestuhl setzen und etwas chillen. Im ,Kliff' werden wir auch eine separate Kiter- und Surfer-Lounge einrichten. Wir arbeiten dort mit Segeln und anderen Accessoires und hoffen, dass es den Gästen gefallen wird", lacht Carola Itjen, die gemeinsam mit ihrem Mann an weiteren Ideen feilt.
"Außerdem haben wir auch einen gut frequentierten Radwanderweg direkt vor unserer Tür. Wir wollen ab dem Frühjahr 2020 auch die Radler mit unseren Angeboten ansprechen, sagt Carola Itjen, die in Sachen Speisekarte noch einige individuelle Akzente setzen möchte. Der naturnahe Standort in direkter Nähe zum Hochseilgarten und zum Campingplatz Wernerwald sei sensationell.
1,2 Millionen Euro investiert
Das Paar ist deshalb voller Hoffnung, mit seinem "Kliff" eine Angebotslücke zu schließen. "Vielleicht haben wir an dieser exponierten Stelle auch die Chance, die Saison für Sahlenburg ein wenig zu verlängern. Uns reizt die Gastronomie und der Gedanke, mit unseren Ideen bei den Gästen gut anzukommen", erklären die Investoren, die das "Kliff" mit einer Berliner Architektin entwickelt haben.
"Diplom-Ingenieurin Sonja Wiese ist eine gute Freundin der Familie. Sie arbeitet gern mit Holz und hat schon viele gastronomische Konzepte in Berlin erfolgreich realisiert. Außerdem kennt sie sich bestens im Bereich des Tourismus aus", freuen sich Jörg und Carola Itjen, die rund 1,2 Millionen Euro investieren.
Beobachtungsposten Marineturm
Dort, wo jetzt das Restaurant-Café "Kliff" gebaut wird, prägte über viele Jahrzehnte der Sahlenburger Marineturm das Bild. Er wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut, um von dort Bombenabwürfe auf dem Knechtsand zu beobachten. Nachdem die Abwürfe eingestellt worden waren, übernahm 1958 die damalige Standortverwaltung den Komplex. Es wurde später eine Marinefunkstelle eingerichtet. Mit deren Auflösung 1990 wurde dort eine unbemannte Richtfunkstation betrieben. Deren Betrieb wurde endgültig im Jahr 2000 eingestellt. Danach gab die Standortverwaltung das Gebäude an die Bundesvermögensverwaltung zurück.
Im Jahr 2014 beauftragte die Nordseeheilbad Cuxhaven mbH (NC) ein Unternehmen mit dem Abriss. Kurdirektor Erwin Krewenka installierte dort später einige Container für Wassersportler.