Auf den Namen "Elbeexpress" soll die heute noch in Norwegen im Einsatz befindliche Autofähre "Fanafjord" umgetauft werden, sobald sie an die Elbe verholt worden ist. Zurzeit ist das allerdings noch mit einigen Fragezeichen verbunden. Offenbar hakt es noch an der Finanzierung des Projekts. Foto: Wikipedia
Auf den Namen "Elbeexpress" soll die heute noch in Norwegen im Einsatz befindliche Autofähre "Fanafjord" umgetauft werden, sobald sie an die Elbe verholt worden ist. Zurzeit ist das allerdings noch mit einigen Fragezeichen verbunden. Offenbar hakt es noch an der Finanzierung des Projekts. Foto: Wikipedia
Fährlinie

Elbefähre: Weiterhin alles in der Schwebe

12.04.2019

CUXHAVEN. Kommt sie oder kommt sie nicht? Beginnt der Fährdienst noch in diesem Jahr, am 1. Mai oder später? Reicht die Vorbereitungszeit überhaupt noch für einen Start in diesem Jahr? Viele offene Fragen, auf die es zurzeit keine befriedigende Antwort vonseiten der Initiatoren gibt.

Derzeit ist bei der Elbferry GmbH offenbar noch vieles in der Schwebe. "Ich bekomme täglich viele Anrufe", sagt Fährinitiator Heinrich Ahlers aus Marne in Schleswig-Holstein, "aber eine konkrete Antwort kann ich derzeit leider nicht geben."

Dazu sieht sich auch der Vertreter des Hauptgesellschafters Green Cruisers GmbH, Udo Siegmund, zurzeit nicht in der Lage. "Wir sind in Verhandlungen mit Banken, aber ich möchte mich dazu im Moment nicht äußern", vertröstete Siegmund.

Zuletzt hatten die Gesellschafter eine Bürgschaft des Landes Niedersachsen angestrebt, um die Anschaffung der "Fanafjord" abzusichern.

Das Schiff stehe auch noch nicht zur Verfügung, sagte Ahlers. Es sei derzeit noch in Südnorwegen im Einsatz, weil der Ersatzneubau auf sich warten lasse.

Heinrich Ahlers hatte das 130 Meter lange Schiff mit Flüssiggasantrieb (LNG) als ideal für den geplanten Linienfährverkehr für Lastwagen zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel befunden und war bereits vor einigen Wochen mit den norwegischen Eigentümern handelseinig geworden. Ein Kaufvertrag wurde unterzeichnet, bezahlt ist das Schiff aber offenbar noch nicht.

"Wir sind noch nicht viel weiter als zu dem Zeitpunkt, als ich den Vortrag beim Nautischen Verein gehalten habe", sagte Ahlers. "Es fehlen leider immer noch die besagten zwei Prozent."

Es fehle die endgültige Entscheidung der Gesellschafter, so der Initiator. "Wir sind standby, sobald wir grünes Licht bekommen, kann es sofort losgehen", meinte der frühere Reedereimanager auf Nachfrage.

Dockplatz bereits reserviert

Ob er nach wie vor am 1. Mai als Termin für den Fährstart festhalte? Das Schiff sei bis dahin zumindest verfügbar, versicherte Ahlers, der als einer von zwei Geschäftsführern der Elbferry GmbH mit Sitz in Cuxhaven auftritt. Der zweite ist der Unternehmensberater Ulrich Kalthoff aus Cuxhaven. Ein Termin für die Überholung der Fähre im Dock der Mützelfeldtwerft sei auch bereits reserviert, ergänzte Ahlers. Ob der dann noch frei ist, müsse man sehen. Die ursprünglich gewünschte Bürgschaft des Landes Niedersachsen für den Kauf der Fähre ist offenbar noch nicht zustande gekommen. Das war jedenfalls am Donnerstag der Kenntnisstand des SPD-Landtagsabgeordneten Uwe Santjer. "Mir ist auch nichts von einem offiziellen Antrag auf eine Bürgschaft bekannt", sagte Santjer auf Nachfrage.

Elbferry GmbH

Gründung der Elbferry GmbH im November 2018.

Geschäftsführende Gesellschafter: Heinrich Ahlers und Ulf Kalthoff

Hauptgesellschafter: Green Cruisers GmbH, Hamburg, mit Geschäftsführer Udo Siegmund.

Start der Fährverbindung: geplant für April, dann verschoben auf 1. Mai

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