Cuxhaven-Brunsbüttel: Kommt noch eine Fähre?
CUXHAVEN. Auf Cuxhavener Seite ist der Anleger für die geplante neue Fähre zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel bereits überholt und instand gesetzt worden.
"Wenn das grüne Licht kommt, dann brauchen wir zwei bis drei Wochen, bis wir fahrbereit sind." Heinrich Ahlers, Geschäftsführer der Elbferry GmbH räumt zwar Probleme bei der Finanzierung ein, verbreitet aber nach wie vor Optimismus, dass es noch in diesem Jahr etwas wird mit dem Start der geplanten Fährverbindung Cuxhaven-Brunsbüttel. Alles hänge jetzt an Verhandlungen mit mehreren Banken.
Am 2. Mai wollen die Investoren zu einem möglicherweise entscheidenden Gespräch mit Geldgebern zusammenkommen. 18 Millionen Euro sollen die künftigen Betreiber aus Cuxhaven für das norwegische Fährschiff "Fanafjord" bezahlen. Auf diesen Preis habe man sich bei Verhandlungen Anfang des Jahres mit den norwegischen Eignern verständigt. Einen Kaufvertrag für das Schiff gebe es allerdings nicht, räumte Ahlers ein. Man habe eine Option und die Vereinbarung, die LNG-Fähre zu übernehmen, sobald die Finanzierung geregelt ist. Und genau daran hapert es, nachdem eine Bank kurzfristig abgesprungen sei. Hintergrund seien allgemeine Bedenken auf Seiten der Banken bezüglich Schiffsfinanzierungen, die in den vergangenen Jahren im Zuge der Finanzkrise Verruf geraten seien.
Mitte November hatten Ahlers und sein Kompagnon Ulrich Kalthoff die Betriebsgesellschaft unter dem Namen Elbferry GmbH gegründet.
Großes und schnelles Schiff
Bei einer Reise nach Norwegen hatten sie die zum Verkauf stehende "Fanafjord" besichtigt und als ideal für den Einsatz auf der Elbe befunden. Das Schiff ist 130 Meter lang, hat Platz für bis zu 26 Lkw und 600 Passagiere und ist mit einem Flüssiggas-Antrieb (LNG) ausgestattet. Außerdem ist die Doppelendfähre mit 20 Knoten Marschfahrt so schnell, dass sie mit einer Fahrzeit von maximal 60 Minuten auskommen würde. Das wiederum ist die Voraussetzung für einen raschen Umlauf. Geplant hat Ahlers pro Seite alle drei Stunden eine Abfahrt. Als Kunden hat er vor allem Speditionen im Auge. Insbesondere solche, die mit Gefahrgut unterwegs sind und den Hamburger Elbtunnel nur in den Nachtstunden passieren und die Wischhafenfähre nur in geringer Anzahl nutzen dürfen.
Soweit der Plan. Bis dieser zur Realität werden kann, müssen allerdings noch einige Hürden übersprungen werden. Die höchste ist offenbar die der Finanzierung. Als "böse Überraschung" bezeichnet es Udo Siegmund, Geschäftsführer der Green Cruisers GmbH, als eine Bank innerhalb von 24 Stunden eine Finanzierungszusage zurückgezogen hatte. "Wir waren zunächst ein bisschen irritiert. Jetzt verhandeln wir mit anderen Banken und fahren dabei mehrgleisig", erklärte Siegmund gegenüber unserer Zeitung.
Während die Green Cruisers GmbH das Geld für das ehrgeizige Fährprojekt auftreiben soll, kümmern sich Ahlers und sein Kompagnon Ulrich Kalthoff von der Elbferry GmbH aus Cuxhaven um alle Fragen, die mit dem Betrieb der geplanten Fähre zusammenhängen.
Und was ist mit der oft geforderten Bürgschaft des Landes Niedersachsen für den Kauf des Schiffes? Die sei so gut wie genehmigt, antwortet Ahlers: "Wir brauchen dieses Schiff."