Er ist der neue Chef der Seepatrouille in Cuxhaven
CUXHAVEN. Auf die Beamten der Bundespolizeiinspektion See in Cuxhaven warten einige Herausforderungen.
Seit ein paar Wochen fahren sie mit zwei deutlich größeren Schiffen in der Nordsee. Die kürzlich in Dienst gestellten Neubauten "Potsdam" und "Bad Düben" sind nicht nur über zwanzig Meter länger als deren Vorgänger, mit ihnen haben die Besatzungen auch ganz andere Möglichkeiten hinsichtlich Einsatz und Fahrtgebiet (wir berichteten). Momentan befinden sich Besatzungen und Schiffe noch in der Einfahrphase. Aber schon bald werden sie die "Bad Bramstedt" als Patrouillenschiff ersetzen.
Für die neuen Einheiten braucht die Inspektion mehr Besatzungen, statt bisher 14 nun 19 Seeleute. Um jederzeit einsatzbereit zu sei, hält die Cuxhavener Inspektion acht Besatzungen bereit.
Auch deren Chef Polizeirat Michael Schimkatis ist neu in Cuxhaven. Am 1. Oktober hat der 47-Jährige die Aufgabe als Inspektionsleiter von Vorgänger Olaf Sacherer übernommen. Am 20. November erfolgt die offizielle Amtseinführung in der Seefahrtschule.
Klar, dass sich Schimkatis erst einmal auf den neuen Schiffen gründlich umgesehen hat. Mit einem Kontrollboot fuhren er und zwei Kollegen der neuen "Bad Düben" entgegen, als diese nach der Überführung von der Fassmerwerft an der Weser in die Elbmündung einlief.
Nicht aus der Seefahrt
Brücke, Maschine, Kombüse, Gewahrsamszelle und Kammern - alles ließ sich "der Neue" von der Schiffsführung zeigen. Für Schimkatis ist dieser Einstieg besonders wichtig, denn er kommt nicht aus der Seefahrt. Es sei wichtig zu verstehen, welche Anforderungen auf seine Leute draußen auf der Nordsee zukommen, wenn nicht - wie bei der Ankunft des Schiffes - die Sonne scheint, sondern sich die Wellen zu Bergen auftürmen. "Dann sind unsere Mannschaften oft auf sich allein gestellt da draußen", weiß der Inspektionsleiter.
Sechs Tage dauern die Patrouillenfahrten jeweils, dann laufen die Schiffe Cuxhaven an, wo die Besatzungen ausgetauscht und der Proviant erneuert wird. Im Einsatz schützen die Männer die deutsche Seegrenze, was zahlreiche Aufgaben umfasst, von Kontrollen verdächtiger Schiffe angefangen über die Aufklärung von Gewässerverunreinigungen bis hin zu Gefahrenabwehr bei möglichen terroristischen Angriffen.
Da die Sicherheitslage unklarer geworden ist, hat der Bund mit den neuen Schiffen und deren umfangreicher Ausrüstung Vorsorge betrieben. Sie sind deutlich seetüchtiger und haben dank eines Hubschrauberlandedecks und umfangreicher Zusatzausrüstung einen deutlich erweitertes Einsatzspektrum.
Dazu bedarf es aber auch größerer Besatzungen. Deshalb muss Schimkatis jetzt dafür sorgen, dass seine Dienststelle in den nächsten Monaten von 150 auf 200 Mitarbeiter aufwächst.
Im Bereich Mitarbeiterführung sieht der gebürtige Stader ohnehin seine Hauptaufgabe. An die Küste sei er gern zurückgekommen, nachdem er in 30 Jahren bei der Bundespolizei zahlreiche Stationen durchlaufen habe. Nach der Schulzeit in Winsen und dem Studium war er einige Zeit als Dienstgruppenleiter in Bremen und Hamburg eingesetzt. Es folgten zwei Jahre als Ausbilder und Berater in Afghanistan.
Fünf Jahre in Budapest
Mit der Flüchtlingsproblematik hatte er hautnah zu tun, als er zwischen 2013 und 2017 als Grenzverbindungsoffizier in Budapest eingesetzt war. "Eine besonders interessante Aufgabe zu jener Zeit", erinnert sich der Bundesbeamte, der heute mit seiner Familie im Landkreis Rotenburg wohnt. Um nicht ständig fahren zu müssen, hat er sich in Cuxhaven eine kleine Wohnung gemietet.
Den Start in Cuxhaven hätten ihm die Mitarbeiter leicht gemacht, freut sich Schimkatis, der noch dabei ist, sich bei Behörden und Partnern in der Stadt vorzustellen. Zusammenarbeit ist das Stichwort. Die sei wichtig, sowohl was den Zoll und die Gemeinsame Leitstelle im Maritimen Sicherheitszentrum als auch was die Nachbarländer Dänemark und Niederlande angeht. Schließlich sei Grenzüberwachung auf See eine gemeinsame europäische Aufgabe.
Überschaubarer dagegen sind die nächsten Aufgaben: die Vorbereitung von Taufe und Indienststellung für den Neuzugang "Bad Düben" am 20. November am Lübbertkai vor den Hapag-Hallen. Und die Suche nach einem neuen Liegeplatz, um die Einsatzbereitschaft zu jeder Zeit sicherstellen zu können. Der derzeitige Stammliegeplatz befindet sich am Heringskai hinter der Seeschleuse.