Flughafen Nordholz: So wollen die neuen Geschäftsführer das Ruder rum reißen
Kreis Cuxhaven. Höhenflug statt Bruchlandung? Das neue Geschäftsführer-Duo des Zivilflughafens in Nordholz hat ein Konzept vorgelegt, um endlich schwarze statt rote Zahlen zu schreiben.
Gelingen soll das durch eine weniger auf die Abfertigung von Starts und Landungen fokussierte Geschäftspolitik, als vielmehr durch die Ansiedlung oder Weiterentwicklung von Firmen.
Kanadisches Unternehmen angesiedelt
Der Zivilflughafen Nordholz könne sich nur in Zusammenhang mit dem angrenzenden Gewerbegebiet gut entwickeln. "Wir setzen nicht auf Passagier- oder Frachtverkehr, wir wollen Nordholz zum Industrieflughafen machen", kündigte Airport-Geschäftsführer Jürgen Schusdziarra im Regionalausschuss des Kreistages in dieser Woche an. Erste Erfolge kann er vorweisen: Das kanadische Unternehmen "Top Aces" hat sich im Juli angesiedelt, um in Nordholz seine Flugzeuge zu warten.
Defizitären Airport übernommen
Schusdziarra war mit seinem Co-Geschäftsführer Holger Händel ins Kreishaus gekommen, um den Politikern sein Konzept zu präsentieren. Vor einem Jahr haben die beiden das Ruder beim defizitären Airport übernommen, der zuletzt mit dem Weggang von "OFD" und "DL Helicopter" und einem Defizit von fast einer halben Million Euro im Jahr 2019 Negativ-Schlagzeilen geschrieben hat.
Flughafen lebt nicht von der Flughafen
Die Skepsis gegenüber dem Flughafen, bei dem der Kreis der Haupt-Anteilseigner ist, wuchs in der Politik. Deshalb gingen nun die Aufsichtsratschefin, Kreisdezernentin Babette Bammann, und das neue Geschäftsführer-Duo in die Offensive. "Das Industriegebiet in Wanhöden ist prädestiniert dafür, dass sich Luft- und Raumfahrt-Industrie ansiedeln", ist Schusdziarra überzeugt. Er will solche Unternehmen holen, denn ein Flughafen lebe nicht von der Fliegerei ("Nicht einmal Frankfurt kann davon leben"), sondern von dem, was der Airport an Dienstleistungen für die Unternehmen drum herum biete. Und da sieht Schusdziarra den Seeflughafen Cuxhaven / Nordholz auf einem guten Weg. Nicht nur wegen "Top Aces". Die kanadische Firma, die weltweit ein Training für die Luftwaffe anbietet, ist seit Juli auf dem Flugplatz ansässig. Sie will dort ihre Maschinen warten. Ein Vertrag sei zunächst für drei Jahre geschlossen, so Schusdziarra.
Zuschlag für Übungsflüge
Laut "Flugrevue" operiert "Top Aces" bereits seit sechs Jahren mit "Skyhawks" und "Alpha Jets" von Wittmund aus und hat im Frühjahr von der Bundeswehr den Zuschlag für die sogenannte "schnelle Flugzieldarstellung" erhalten - sprich für Übungsflüge, bei denen die Luftwaffe mit den Top-Aces-Maschinen als Ziel trainiert. Daneben hat sich am Zivilflughafen das Unternehmen "Helicopter Travel Munich" (HTM) angesiedelt, das jetzt - als Nachfolger von "DL Helicopter" - im Auftrag der Bundeswehr Ausbildungshubschrauber für die Marineflieger bereitstellt.
Weitere Interessenten
Und, so verrät Schusdziarra, er habe weitere Interessenten für den Airport. So viele, dass die neue Flughafen-Geschäftsführung bereits den Bau eines zweiten Hangars für 2022 plant. "Das wird die Flughafenbetriebsgesellschaft aber auf eigene Kosten hinbekommen", versichert Schusdziarra, "denn wir haben den Hangar praktisch schon vermietet." Den ersten Hangar auf dem Gelände hatte der Landkreis gebaut (für 1,6 Millionen Euro).
Kreispolitik angetan
Die Kreispolitiker zeigten sich angetan. Vieles von dem, was das neue Geschäftsführer-Duo in seinem Wirtschaftsplan angekündigt habe, stehe jetzt vor der Realisierung. Das sei gut so, freute sich Gunnar Wegener. Dass die Flughafenbetreiber den zweiten Hangar selber finanzieren wollen, begrüßte der SPD-Mann ausdrücklich, ebenso wie Carsten Nickel (FDP) und Jens Posny (AfD). (ih/es)
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