Für den Ernstfall gewappnet: Katastrophenschutztag in Cuxhaven
CUXHAVEN. Der morgendliche Sirenenalarm und die Lautsprecherdurchsagen brachten am Sonnabend vielleicht andere aus der Ruhe. Nicht aber Roswitha Krüger.
Schließlich war die 79-jährige Cuxhavenerin bestens informiert. Ihr Handy hatte sie frühzeitig in Kenntnis gesetzt, dass es sich um keine echte Katastrophe handelt, sondern um eine Übung.
"Ich hab' seit einem Jahr die App der Stadt. Die ist super, ganz einfach zu handhaben und damit bin ich immer gut informiert, weil sie immer aktualisiert wird." Und so wusste die Cuxhavenerin durch IWAPP (siehe Infokasten) längst, dass der Sonnabend ganz im Zeichen des Katastrophenschutzes stand.
Der städtische Fachbereich Bürgerservice, Ordnung und Katastrophenschutz unter Leitung von Klaus Pietsch stellte gemeinsam mit Bundeswehr, Cuxhavener Deichverband, Polizei und Wasserschutzpolizei den 5. Cuxhavener Katastrophenschutztag auf die Beine. Auf dem Kaemmererplatz und der Deichstraße machten dabei DLRG, DRK, Facheinheit Information und Katastrophenschutz, Feuerwehr und THW auf ihre Schlagkraft aufmerksam und boten ein Schaufenster ihrer Leistungsfähigkeit an Land, zu Wasser und in der Luft.
Der Kreisverband der Linken nahm allerdings die Anwesenheit der Bundeswehr zum Anlass einer kleinen Demonstration mit Plakaten, da nach ihrer Auffassung die Bundeswehr für eine im Krieg gerüstete Armee stehe. Den reibungslosen Veranstaltungsablauf beeinflusste das jedoch nicht. Zahlreiche Vorführungen mit Erläuterungen sowie die Fahrzeugschau beeindruckten etliche große und kleine Besucher.
Nicht nur Sturmflut und Orkan, auch ein längerer Stromausfall könne zum Katastrophenfall werden, sagte Folkhart Celina vom Fachbereich 7 - und veranschaulichte, dass jeder Haushalt an einen Notvorrat an haltbaren Nahrungsmitteln, Wasser sowie einem batteriebetriebenen Radio denken sollte.
Als unverzichtbares Glied der Rettungskette zeigten die Feuerwehren auf dem Katastrophenschutz deutlich Flagge. Knapp 380 Aktive leisten laut Stadtbrandmeister Stefan Matthäus in den freiwilligen Feuerwehren in Cuxhaven Dienst. Die Berufsfeuerwehr zähle 65 Mitarbeiter, die auch den Rettungsdienst und Krankentransport in der Stadt Cuxhaven leisten. Wie Höhenrettung funktioniert, die auch auf See im Auftrag des Havariekommandos geleistet wird, demonstrierten die Wehrleute ebenso anschaulich wie auch Gefahrgutbekämpfung oder Dekontamination.
Um Menschen aus dem Priel oder aus der Elbe zu retten, zum Beispiel wenn sie am Leitdamm ins Wasser gehen und dort von starker Strömung überrascht werden, müssen die Rettungskräfte der DLRG Cuxhaven speziell zum Beispiel im Wildwasserkanal geschult werden. Für den Einsatz sind sie selbst gut ausgerüstet und geschützt durch Anzug, Helm, Prallschutzweste, Wurfsäcken und Flossen. Acht Mitglieder der Ortsgruppe Cuxhaven absolvierten diese Spezialausbildung bereits.
Auch der Nachwuchs nutzte seine Chance, um an diesem Tag auf sich und seine Arbeit aufmerksam zu machen. In den Jugendfeuerwehren sind ungefähr 80 Kinder in sechs Abteilungen aktiv. Weitere Kinder sind willkommen. Ebenso, wie man sich auch über interessierte Kinder ab zehn Jahren beim Technischen Hilfswerk (THW) freue. Neue Gesichter, besonders auch Mädchen, dürften bei ihnen gerne zur Probe mitmachen, betonten die Jugendlichen.
Die zuständige Dezernentin Petra Wüst lobte insgesamt das gute Zusammenspiel von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften auf dem 5. Katastrophentag. "Man sieht hier doch, dass alle mit Herzblut dabei sind und es ernst nehmen. Man kann sich aufeinander verlassen und sich vertrauen - und das ist doch schließlich wichtig, wenn es zu einem Ernstfall kommt."
Die Warn-App
BIWAPP ist die kostenlose offizielle Smartphone-App der Stadt Cuxhaven zur Warnung und Information der Bevölkerung. Aktuelle Informationen und Katastrophenmeldungen für Cuxhaven gehen direkt auf das Smartphone - auf Wunsch mit zusätzlicher Push-Benachrichtigung. Herunterzuladen ist sie bei Google play sowie im App-Store bei Apple. Individuell kann der Nutzer festlegen, ob er zum Beispiel über Schulausfälle, Verkehrsunfälle, Feuer, Hochwasser, Bombenentschärfung oder allgemeine Warnungen informiert wird.