Kundgebung von "Fridays" und "Parents for Future" zum ersten globalen Klimastreik am Freitag vor dem Cuxhavener Rathaus. Der Protest richtete sich gegen die Errichtung des Holzheizkraftwerkes in der Stadt. Fotos: Rohde
Kundgebung von "Fridays" und "Parents for Future" zum ersten globalen Klimastreik am Freitag vor dem Cuxhavener Rathaus. Der Protest richtete sich gegen die Errichtung des Holzheizkraftwerkes in der Stadt. Fotos: Rohde
Gobaler Klimastreik

Gegen Holzheizkraftwerk in Cuxhaven demonstriert

von Ulrich Rohde | 19.03.2021

CUXHAVEN. Klimaschützer protestierten am Freitag vor dem Cuxhavener Rathaus gegen den Bau eines Holzheizkraftwerks in der Stadt. Anlass war der globale Klimastreik, zu dem "Fridays" und "Parents for Future" aufgerufen hatten.

Der Bau des neuen Holzheizkraftwerks in Cuxhaven ist zwar bereits im Gang, die Klimaschutzaktivisten von "Fridays" und "Parents for Future" Cuxhaven sowie weitere Umweltschutzorganisationen und die Grünen in der Stadt lassen dennoch nicht nach in ihrem Widerstand gegen das aus ihrer Sicht klimaschädliche Vorhaben. Dies machten sie am Freitagvormittag bei einer Kundgebung anlässlich des ersten "globalen Klimastreiks" vor dem Cuxhavener Rathaus deutlich.

Kein Beitrag zum Klimaschutz

Die geplante Erzeugung von Energie - Strom und Wärme - durch die Verbrennung von Restholz widerspreche den Zielen zur Reduktion von Treibhausgasen und wirke der Begrenzung der Erderwärmung auf weniger als 1,5 Grad entgegen. Mehrere Redner machten vor rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Kundgebung darauf aufmerksam, dass mit dem Verbrennen von Holz kein Beitrag zu Verbesserung der CO2-Bilanz in der Stadt erreicht werden könne. Die Betreiber behaupten das genaue Gegenteil.

Die Cuxhavener Grünen sehen das Projekt eines Strom- und Fernwärmewerkes auf Holzbasis ebenso kritisch. "Wir hätten das in die Gremien ziehen können, das haben wir versäumt", so Bernd Jothe von der grünen Stadtratsfraktion. Aufgrund einer Nennleistung von 49,9 Megawatt war die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Planung des Kraftwerks nicht nötig. Sie ist erst ab 50 Megawatt obligatorisch.

Passt nicht an die Küste

Grundsätzlich sei der Aufbau von Fernwärmenetzen begrüßenswert, so die Grünen. "Aber Holz in einer holzarmen Gegend wie unserer zur Basis zu machen und dann noch zum großen Teil Strom und nicht Wärme zu erzeugen - das sind Entscheidungen, die nicht vertretbar sind", meint Elke Roskosch-Buntemeyer vom grünen Ortsvorstand. Christof Lorenz hebt das Klimaschutzkonzept der Stadt hervor, in dem zum Beispiel Brennstoffzellen, Solarenergie, Wind und Wasserstoff als zukunftsfähige Versorger hervorgehoben werden. Das von der Stadt gesetzte Klimaziel werde durch das Holzkraftwerk in Frage gestellt.

100.000 Tonnen Holz jährlich

Nach Angaben der Betreiber stammt das verwendete Holz überwiegend aus heimischen Wäldern sowie nachhaltiger Forstwirtschaft in Skandinavien und dem Baltikum. Jährlich werden bei Volllastbetrieb bis zu 100.000 Tonnen Holz benötigt, die per Binnenschiff, Bahn und Lkw nach Cuxhaven transportiert werden sollen. das von einem Schweizer Investmentfonds finanzierte 68-Millionen-Euro-Projekt soll die Energieversorgung in weiten Teilen der Stadt grundlegend verändern. Die Cuxhavener Grünen wollen das weitere Vorgehen der Betreiber des Holzheizkraftwerkes aufmerksam begleiten.

Während der Kundgebung kam auch Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer vor das Rathaus und stellte sich der Kritik. Das Vorhaben sei nicht mehr aufzuhalten, meinte er. Federführend für das Genehmigungsverfahren sei nicht die Stadt, sondern das Gewerbeaufsichtsamt gewesen. Die gesetzliche Grundlage für den Bau des Holzheizkraftwerkes sei eindeutig, der Errichtung des Werks und des Fernwärmeleitungsnetzes werden über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) als CO2-günstige Alternative zu Öl und Gas gefördert.

Die "Fridays for Future" überreichten Santjer einen Apfelbaum zur Erinnerung an den Protesttag, den der Oberbürgermeister mit ins Rathaus nahm.

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Ulrich Rohde

Redaktionsleiter
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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