Geschafft: Cuxhavener Pinguin-Museum pulverisiert den Weltrekord
CUXHAVEN. Nun ist es offiziell: Das Cuxhavener Ehepaar Birgit Berends und Stefan Kirchhoff besitzt die größte Pinguinsammlung der Welt.
Das bestätigte am Donnerstag das Rekord-Institut für Deutschland nach einer Überprüfung vor Ort mit einer Urkunde. Berends und Kirchhoff besitzen demnach mehr als 26.000 Exemplare der Frackträger. "Puzzles, Bücher, Briefmarken, Postkarten, Figuren aus unterschiedlichen Materialien, Fingerhüte, Krawatten, T-Shirts oder Kuriositäten wie Schnuller und Zigarrenbauchbinden: All das auf einmal habe ich noch nicht gesehen", sagte Rekordrichterin Laura Kuchenbecker.
Rekord deutlich gebrochen
Birgit Berends und ihr Mann Stefan Kirchoff haben allen Grund, stolz und zufrieden zu sein: Die beiden Inhaber des Pinguin-Museums haben erneut ihren eigenen Weltrekord mit der größten Pinguin-Sammlung gebrochen - und ihn dabei regelrecht pulverisiert: Das Rekord-Institut für Deutschland bestätigte gestern den neuen Weltrekord, wonach sich 26.114 Produkte mit Pinguin-Bezug in ihrem Besitz befinden. Berends und Kirchhoff haben somit schon zum fünften Mal ihren eigenen Rekord gebrochen. Vier Einträge hatten Berends und Kirchhoff bereits im Guinness-Buch der Rekorde - der erste ist von 2006 mit 2520 Tieren, der letzte von 2011 mit mehr als 11.000 Stück.
Der allerletzte Versuch
Ausgelöst hatte die Sammelleidenschaft für Pinguin-Produkte Berends' Faszination für die Serie Pingu in den Achtzigerjahren, erklärt sie. Seit über 30 Jahren sammelt sie inzwischen. Nachdem sie ihren Mann kennengelernt hatte, teilten sie sich die Leidenschaft und die Sammlung wurde immer größer. Im März 2009 eröffneten sie das Pinguin-Museum, hauptsächlich aus Platzgründen, da es in den eigenen vier Wänden eng wurde. Nun wollten die Besitzerin und ihr Mann den Rekord ein letztes Mal aktualisieren. "Es wird Zeit für Veränderung, da der Aufwand größer geworden ist und immer mehr Zeit in Anspruch nimmt." Daher wollen sie die Sammlung auf ein "überschaubares Maß" reduzieren, so Kirchoff.
Ein laufender Prozess
Doch wie lange dauert so eine Weltrekord-Auszählung und wie geht sie vonstatten? Es ist ein Prozess, der sich über einen Zeitraum von über 15 Jahren erstreckt. 2005 begannen Berends und ihr Mann, jedes Objekt digital zu fotografieren, zu nummerieren und später über eine Excel-Datei abzuspeichern. Jedes Mal, wenn ein neues Pinguin-Objekt dazu kam, wurde es so in die Sammlung eingefügt. Vor Ostern haben die beiden alles noch mal auf Fehler kontrolliert und korrigiert. So konnte das Rekord-Institut für Deutschland den Bestand der Sammlung überprüfen.
Eine große Bandbreite
Ein Teil ihrer Sammlung ist im eigenen Pinguin-Museum in Cuxhaven ausgestellt. Die größte Figur misst 1,90 Meter, die kleinste einen halben Zentimeter. Die restlichen Exemplare sind im Haus der beiden untergebracht, zuletzt mussten sie zusätzlich eine Lagerhalle anmieten.
Nur wenig Besucher
Der breiten Öffentlichkeit bleibt die Pinguin-Sammlung derzeit coronabedingt aber vorenthalten. Vor der Pandemie hat das Pinguin-Museum eigenen Angaben zufolge 3500 bis 4000 Gäste jährlich begrüßt. Durch die behördlichen Auflagen zur Eindämmung der Pandemie seien es dieses Jahr gerade einmal gut 50 Gäste gewesen.
Exemplare werden verkauft
Der aktuelle Rekord soll nach 30 Jahren Sammelleidenschaft der Letzte sein: Die Kollektion solle durch Verkäufe "auf ein überschaubares Maß" reduziert werden. "Es stehen schon Leute auf der Warteliste, die bestimmte Pinguine haben wollen", sagte Behrens. Der Rest werde übers Internet oder über den Shop im Museum verkauft. (lis)