Geschenke für die Seeleute in Cuxhaven: Eine Aktion mit wichtiger Botschaft
CUXHAVEN. Autotransporter, Schlepper, Frachter, Forschungschiff. Martin Struwe und Inga-Kristin Thom von der Seemannsmission Cuxhaven besuchten die Schiffe im Cuxhavener Hafen und überreichten Geschenktüten an die Crews. Hinter dieser Aktion versteckt sich eine wichtige Botschaft.
Sehr lange Verträge auf See, hohe Wellen und ein Knochenjob sind normalerweise schon eine große Herausforderung für Seeleute, die Tag und Nacht den Schiffsverkehr am Laufen halten; doch in den vergangenen Jahren erschwerte zusätzlich die Corona-Pandemie das Leben der Seeleute. Am Sonnabend war der "Tag der Seefahrer", eine Chance, Danke zu sagen und ein deutliches Signal an die Seeleute zu senden, dass ihre Arbeit anerkannt und geschätzt wird.
Die Arbeit der Seeleute in den Fokus der Öffentlichkeit rücken
Vor elf Jahren erklärte die International Maritime Organization (IMO) zusammen mit den Vereinten Nationen den 25. Juni zum internationalen Tag der Seefahrer. Ziel ist es, die Arbeit der Leute in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, die man sonst nur selten zu Gesicht bekommt.
"Wir sehen die verschiedensten Schiffe jeden Tag an Cuxhaven vorbeifahren oder bei uns im Hafen festmachen, doch über die Personen an Bord und deren Aufgaben weiß man oft nicht viel", schildert Inga-Kristin Thom von der Cuxhavener Seemannsmission.
Zu den Aufgaben der Seemannsmissionen gehört es unter anderem, die Kommunikation in der Gemeinschaft oder in die Heimat zu ermöglichen, Bordbesuche durchzuführen und mit den Seeleuten ins Gespräch zu kommen.
Fun-Booster
Das Gleiche machten Inga-Kristin Thom und Diakon Martin Struwe, Leiter der Seemannsmission Cuxhaven am Tag der Seefahrer - mit Geschenken im Gepäck ging es von Schiff zu Schiff. Neben einem T-Shirt und einer Postkarte gab es das sogenannte "Fun Booster"-Set. Die Jutebeutel beinhalten zum Beispiel Spielkarten und Würfel, um beim Spiel den Zusammenhalt der Crew zu stärken, einen USB-Stick mit Tipps, um eine mentale Auszeit zu finden, Pflanztöpfchen mit Samen, um die Natur an Bord zu holen. Diese Aktion wurde unter andrem vom Verband Deutscher Reeder (VDR) unterstützt, um auf die physische und besonders psychische Belastung von Seeleuten in der Pandemie aufmerksam zu machen.
19 Monate an Bord
"Unser Ziel ist es heute so viele Schiffe wie möglich zu besuchen", erklärte Martin Struwe. Erster Halt, die "Wulf 7" an der Hafenkaje. Hier arbeiten drei philippinische Besatzungsmitglieder: Gary Tadeo, Gilbert Caguete und Aries Ferfas. Ferfas freute sich besonders über den Besuch der Seemannsmission. "Ich bin erst gestern in Cuxhaven angekommen und habe noch nicht gearbeitet. Und schon bekomme ich ein Geschenk."
Bei dem Cuxhavener Schleppunternehmen fühlt sich Ferfas gut aufgehoben, doch nicht immer hat er mit seinen Verträgen Glück gehabt: "Ich war damals in der Ausbildung 19 Monate an Bord und getrennt von Familie und Heimat, verdient habe ich in der Zeit 120 Euro im Monat." Nachdem die Geschenktüten und der Fun-Booster überreicht sind, geht es weiter zum nächsten Schiff - die "ALL Newcastle".
"Proud to be Seafarer"
Das Schiff ist 195 Meter lang und 30 Meter breit und liegt an einem Liegeplatz im Deutschen Offshore-Industrie-Zentrum Cuxhaven. An Bord 22 Besatzungsmitglieder aus verschiedenen Nationen. Filipinos, Ukrainer und Russen.
Außerdem besuchte das Team der Seemannsmission den Inselversorger "Helgoland", zwei Forschungsschiffe im Alten Fischereihafen und zwei weitere Schiffe, die zurzeit auf dem Gelände der Mützelfeldtwerft liegen. Abends wurde in der Seemannsmission gegrillt. Zwei Besatzungsmitglieder des Forschungsschiffs "Hydrograf" feierten hier ihren Geburtstag. Unter den "Gästen", 20 der tagsüber von der Seemannsmission besuchten Seeleute. Die meisten von ihnen mit ihrem neuen T-Shirt, das sie zum Tag der Seefahrer geschenkt bekommen haben. Darauf der Schriftzug. "Proud to be Seafarer".