Ein Traktor nähert sich dem Duhner Loch. Der kurz vor der Insel Neuwerk gelegene Priel mausert sich immer mehr zu einer ernst zu nehmenden Hürde, der die Erreichbarkeit der Insel Neuwerk infrage stellt. Foto: Anders
Ein Traktor nähert sich dem Duhner Loch. Der kurz vor der Insel Neuwerk gelegene Priel mausert sich immer mehr zu einer ernst zu nehmenden Hürde, der die Erreichbarkeit der Insel Neuwerk infrage stellt. Foto: Anders
Schärfere Gangart

Hürde auf dem Weg nach Neuwerk: Grüne machen Duhner Loch zum Dauerthema

von Kai Koppe | 06.07.2021

CUXHAVEN. Nachdem ein Fragenkatalog im Ausschuss unbeantwortet blieb, schlagen die Rats-Grünen in Cuxhaven eine schärfere Gangart ein. 

Künftig soll die Stadtverwaltung in jeder Umweltausschuss-Sitzung einen Zwischenbericht abgeben: Das verlangt die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Zusammenhang mit den Problemen am Duhner Loch. Die Pegelstände zwingen dort Wattwagenfahrer immer öfter zur Umkehr. Obwohl das Problem seit Jahren bekannt sei, passiere de facto nichts: Diesen Vorwurf erheben nicht nur die Betroffenen; sinngemäß äußerte ihn am Montag auch Grünen-Ratsfraktionschef Bernd Jothe. 

Einen Fragenkatalog hatten die Grünen auf Betreiben von Fraktionsmitglied Robert Babacé schon in der vergangenen Woche ausgearbeitet; darin geht es an erster Stelle um die Erreichbarkeit des im Watt gelegenen Eilands. Das Letztere bei mittleren Tidewasserständen sichergestellt sei, hatte zuletzt die Hansestadt Hamburg versichert. Berichte von Wattwagen-Unternehmern ergeben ein anderes Bild: Sie reden aktuell davon, dass der Priel (je nach Tide) um 20 bis 30 Zentimeter höher vollaufe als einstmals üblich. Aus diesem Grund mussten die Kutscher der an der gesamten Küste einmaligen Gespanne in der Vorjahressaison rund 30 Mal kehrtmachen. Dass Wattwagen vor dem Duhner Loch warten müssen, bis der Pegel hinreichend gesunken ist, soll mehr oder minder an der Tagesordnung sein.

Expertenwissen liegt laut Stadtverwaltung anderswo

"Ist die Einschätzung, dass die Passage mit Pferdewattwagen bei mittleren Tidewasserständen sichergestellt sei, richtig?", hakte die Bündnis 90-Fraktion deswegen innerhalb der Ausschusssitzung nach, erhielt am gestrigen Montag allerdings nicht die erhoffte Antwort. Zuständig für den über den Meeresboden verlaufenden Landweg sei das Umweltministerium: Das hob Anja Stute, Leiterin der Fachabteilung Naturschutz im Cuxhavener Rathaus, hervor - verbunden mit dem Hinweis, dass bei der Stadt das für eine Bewertung der Situation nötige Expertenwissen fehle. Nichtsdestotrotz habe man die Fragenliste der Fraktion weitergeleitet; "die Antworten", so Stute, "liegen nur noch nicht vor".

Existenzielles Problem (nicht nur) für die Neuwerker

Fraktionsvorsitzender Bernd Jothe machte aus seinem Verdruss keinen Hehl: "Wir lassen uns so nicht abspeisen" kündigte er, halb in Richtung Stadt, halb in Richtung Landesregierung gesprochen, an. Zuvor hatte Jothe noch einmal auf die Bedeutung des Wattwagen-Verkehrs hingewiesen, der entscheidend dazu beiträgt, dass rund 120 000 Gäste pro Jahr die zu Hamburg gehörende Insel besuchen. "Ohne den Tourismus hat Neuwerk keine Chance", bekräftigte der Ratsherr, den Verwaltungsvertreter am Montag um Geduld baten.

Klartext noch vor Ende des Sommers?

"Mehr als und kümmern und nachfragen können wir nicht", beschrieb Umweltdezernent Martin Adamski die Rolle der Stadt. In seiner Funktion als Ausschussvorsitzender regte Volker Kamps (CDU) an, die ersehnten Antworten aus Hannover, die nach dem Willen der Grünen auch Vorschläge zu Lösungsansätzen enthalten sollen, nicht erst zum nächsten Sitzungstermin, sondern "sobald sie da sind" an die Mitglieder des Umweltausschusses weiterzuleiten. "Der Sommer ist bald schon wieder um und dann interessiert das Thema wieder niemanden mehr", argumentierte Kamps.

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Kai Koppe

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