Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies gab im WattBz grünes Licht für den Deichbau in Cuxhaven-Sahlenburg. Vertreter aus dem Landtag, Stadtrat und der Verwaltung lauschten dem Minister. Foto: Potschka
Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies gab im WattBz grünes Licht für den Deichbau in Cuxhaven-Sahlenburg. Vertreter aus dem Landtag, Stadtrat und der Verwaltung lauschten dem Minister. Foto: Potschka
Küstenschutz

Finanzierung gesichert: Grünes Licht für Deichbau in Sahlenburg

von Jens Potschka | 21.03.2021

CUXHAVEN. "Wenn Katastrophen passieren, dann sind wir als Politiker vor Ort und das ist auch gut so. Wir drücken dann unser Bedauern aus und versuchen, die Schäden zu beseitigen. Doch die Menschen wollen nicht, dass wir einen Schaden beseitigen, sie wollen, dass wir rechtzeitig Prävention betreiben."

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) fand deutliche Worte, als er jetzt im WattBz die frohe Botschaft verkündete, dass die Finanzierung für die Planung und den Bau des Sahlenburger Deichs durch das Land und den Bund gesichert sei.

Wie geht man mit dem letzten Stück fehlenden Deichs in ganz Niedersachsen um? Diese Frage stellte der Umweltminister im Sahlenburger WattBz in die kleine Runde und lieferte die Antwort gleich mit: "Man muss den Deich bauen, da geht kein Weg dran vorbei." Olaf Lies bezeichnete die einzige Lücke in Niedersachsens Deichnetz als eine "skurrile Tatsache", die die Landesregierung gemeinsam mit dem Bund und der versierten Hilfe des Deichverbandes Cuxhaven beseitigen möchte.

Küstenschutz und Tourismus verbinden

Der Bereich der Wolskermarsch in Sahlenburg sei nicht irgend ein Stück Niedersachsen, sondern eine besondere Landschaft. "Wir müssen an dieser Stelle den Küstenschutz und eine touristische Nutzung möglich machen. Wir müssen diese beiden Aspekte klug miteinander verbinden, damit die Menschen, die hier Leben und im Tourismus arbeiten, auch weiterhin ihr Auskommen haben", betonte Olaf Lies und rief den Anwesenden zu: "Wir haben einen guten Weg gefunden. Jetzt müssen wir loslegen, indem wir planen, planfeststellen und dann bauen."

Dem Deichverband Cuxhaven und seinem Schultheiß Jürgen Schubel kommt dabei eine besondere Rolle zu. "Wir wollen den Deich, wenn er gebaut ist, in gute Hände übergeben. In die Hände des Deichverbandes", sagte der Umweltminister in Richtung Jürgen Schubel. Letzterer versprach mit dem Know-how und dem organisatorischen Geschick des Verbandes, das viel geforderte Deichprojekt auch in der anspruchsvollen Planungsphase voranzubringen.

20 Millionen sind gut angelegt

Wie bereits berichtet, belaufen sich die Gesamtkosten für den Bau des eineinhalb Kilometer langen Deichs in Sahlenburg auf geschätzte Kosten von insgesamt 20 Millionen Euro. Das Land übernimmt die Planungskosten zu 95 Prozent. Dafür sind nach Auskunft von Minister Olaf Lies bereits 228 000 Euro in den Landeshaushalt 2021 eingestellt. Die gesamten Baukosten teilen sich Bund und Land im Verhältnis 30 zu 70 Prozent.

Das Geld kommt aus der "Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes". "Wir gehen davon aus, dass wir im Jahr 2023 ins Planfeststellungsverfahren gehen und wir dann recht zügig mit der Genehmigung in die Bauphase eintreten können", schaute Olaf Lies in die Zukunft.

Oberbürgermeister lobt Engagement

Oberbürgermeister Uwe Santjer und seine erste Stadträtin Andrea Pospich hatten sich in den zurückliegenden Monaten immer wieder in Hannover für das Projekt Deichbau stark gemacht. Uwe Santjer lobte das Engagement vieler Kommunalpolitiker und Bürgerinnen und Bürger. Die Diskussionen um den Deich gehen bis in das Jahr 1953 zurück. Der Deich habe somit viele Mütter und Väter.

Auch Cuxhavens Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Enak Ferlemann bedankte sich für das engagierte Handeln der vielen Befürworter des Deiches.

Deichsicherheit kostet einen "kleinen Beitrag"

"Es ist eine kluge Entscheidung des Landes Niedersachsen, dieses letzte Stück fehlender Deich zu sichern. Ich erinnere mich gut an die Gespräche, ob der Deichverband Cuxhaven hier überhaupt tätig werden darf. Andrea Pospich und Jürgen Schubel haben alte Akten eingesehen und haben einen Weg gefunden", freute sich Enak Ferlemann und fügte hinzu: "Die Sahlenburger müssen natürlich auch kapieren, dass mit einem Deich der Beitritt zu einem Deichverband erforderlich ist. Dafür fallen geringfügige Kosten für jeden Sahlenburger an. Ich spreche allen Beteiligten ein großes Dankeschön aus. Das Geld des Bundes ist hier in Sahlenburg für den Deichbau gut angelegt."

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