Helios Cuxhaven: Georg Thiessen wird neuer Chef
CUXHAVEN. Zum 30. April verlässt Geschäftsführerin Annika Wolter die Helios-Kliniken in Cuxhaven und Nordenham. Die Belegschaft wurde am Donnerstag informiert.
"Ruhig, harmonisch und unspektakulär, zum Teil auch emotional" - so beschreibt eine Kliniksprecherin die Atmosphäre der beiden Mitarbeiterversammlungen in den Helios-Kliniken Cuxhaven und Sahlenburg am Donnerstag. Dass Geschäftsführerin Annika Wolter zum Ende des Monats nach fast fünf Jahren Cuxhaven verlassen wird, hatte sich zu dem Zeitpunkt schon herumgesprochen.
Zusammen mit ihrem Nachfolger Georg Thiessen und Regionalgeschäftsführer Marc Baenkler trat Annika Wolter gestern den Weg in die drei von ihr geleiteten Kliniken in Cuxhaven, Sahlenburg und Nordenham an. Dabei habe sie sich auch bei den Belegschaften bedankt, so die Sprecherin.
Fast fünf Jahre - deutlich länger als mehrere Vorgängerinnen und Vorgänger - ist Annika Wolter für Helios in Cuxhaven tätig gewesen; ab November 2014 im Seehospital Sahlenburg und ab Juli 2015 auch an der Altenwalder Chaussee. Im August 2018 hatte sie zusätzlich die Leitung der Helios-Klinik Wesermarsch übernommen und trug somit die Verantwortung für drei Kliniken mit rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Ausstieg aus Unternehmen
Sie werde das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum 30. April verlassen, hieß es gestern in einer Pressemitteilung des Konzerns. "Ich habe mir diese Entscheidung alles andere als leicht gemacht", sagt Annika Wolter darin, "mir sind die Region und die drei Krankenhäuser in den vergangenen Jahren ans Herz gewachsen."
Die examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin sowie studierte Gesundheitsökonomin hatte Anfang 2012 ihre berufliche Laufbahn bei Helios begonnen und als 30-Jährige im Oktober 2014 die Leitung des Seehospitals in Sahlenburg übernommen.
"Ich danke Frau Wolter für ihr enormes persönliches Engagement in Cuxhaven. Die Zeiten waren mitunter stürmisch", so Regionalgeschäftsführer Dr. Marc Baenkler. Ihr sei es gelungen, den Standort Cuxhaven wirtschaftlich zu sanieren sowie die Zusammenarbeit zwischen den Kliniken im Ort neu zu strukturieren und für die Zukunft auszurichten. Zuletzt habe sie die Helios-Klinik Wesermarsch näher an die Cuxhavener Häuser rücken lassen, heißt es im Klinik-Statement zum Abschied.
Mit dem Hinweis auf stürmische Zeiten spielte Baenkler auf eine Phase an, die für einige Unruhe in der Belegschaft und der Bevölkerung gesorgt hatte: Nachdem sie 2015 Geschäftsführerin der Helios-Klinik Cuxhaven geworden war, verließen mehrere prominente Chefärzte die Klinik. Dutzende von Stellen wurden reduziert, der Krankenstand war hoch; viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchten psychologische Hilfe, Operationen fielen aus. Begründet wurde die groß angelegte Umstrukturierung mit dem Ziel, Qualität und Wirtschaftlichkeit verbessern zu wollen.
Der Diskussion gestellt
Danach musste die Klinik verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Annika Wolter stellte sich der öffentlichen Diskussion. Ihr gelang es, einige Chefarztposten wieder zu besetzen und die Zukunft der Klinik für Pädiatrie (Kinderheilkunde) zu sichern.
In ihre Zeit fielen ebenso der Umbau der Notaufnahme und die Vorbereitung für die in etwa zwei Jahren vorgesehene Zusammenlegung der beiden Cuxhavener Kliniken. Die Planung für den Teilneubau an der Altenwalder Chaussee soll stehen. Viel beachtet wurden zuletzt die Verpflichtung des in der Region bekannten Chirurgen Dr. Bernward Steinhorst als Oberarzt sowie die Rückkehr der Krankenpflegeausbildung nach Cuxhaven, wo im Sommer das Helios-Bildungszentrum eröffnen wird.
Dies wird Annika Wolter nun nicht mehr als Geschäftsführerin begleiten. An ihre Stelle rückt zum 1. Mai Georg Thiessen, der ebenfalls die drei Häuser in Cuxhaven, Sahlenburg und Nordenham leiten wird.
Der 41-jährige Georg Thiessen wechsle aus München in den Norden, heißt es in der Klinikmitteilung. Der studierte Gesundheitsökonom mit langjähriger Erfahrung im Klinikmanagement habe zuletzt die Helios-Klinik in Zerbst geleitet. Nach einem "kurzen Intermezzo" als Geschäftsführer an der Orthopädischen Chirurgie in München ziehe es ihn nun zurück zu Helios.
Marc Baenkler: "Ich bin mir sicher, dass er die Kliniken gut voran bringen wird." Dabei wird er einiges zu bewältigen haben, denn auch das Krankenhaus in Nordenham steckt in stürmischen Zeiten; erst kürzlich wurde dort die geburtshilfliche Abteilung geschlossen.
Über Helios:
Helios ist einer der großen privaten Krankenhausbetreiber in Europa. In Deutschland gehören hierzu nach Unternehmensangaben 86 Kliniken, 126 medizinische Versorgungszentren (auch in der Wagnerstraße in Cuxhaven) und zehn Präventionszentren mit mehr als 66 000 Beschäftigten.
Der Umsatz soll 2018 mehr als sechs Milliarden Euro betragen haben.
Helios gehört ebenso wie die spanische Gruppe "Qirónsalud", die gemeinsam die "Helios Health"-Holding bilden, zum Gesundheitskonzern Fresenius.
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