Wenn beim Zähler die Kosten steigen: Der Strompreis hat sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt. Foto: Arno Burgi/dpa
Inflations-Übersicht

Höhere Kosten für Öl, Gas, Strom & Co.: Wo der "Preisschock" besonders zuschlägt

05.08.2022

KREIS CUXHAVEN. Öl, Strom, Kraftstoff & Co.: Besonders der Energie-Sektor ist von der Inflation und dem "Preisschock" betroffen. Eine Übersicht.

Die Inflation belastet zahlreiche Haushalte im Kreis Cuxhaven. Die Preise sind in mehreren Bereichen in die Höhe geschossen. Besonders den Energie-Sektor hat es getroffen: Hier gab es die auffälligsten Preissteigerungen unter anderem bei Öl und Gas sowie Brennholz. Eine Übersicht über die gravierendsten Anstiege.

1. Öl

Der Öl-Preis ist zwischenzeitlich besonders stark angestiegen, hat sich inzwischen zwar wieder reguliert, aber auf weiterhin hohem Niveau. Laut Tecson, einem Hersteller von Tankinhalts-Messsystemen, ging es vor allem im März diesen Jahres rapide bergauf. Am 1. März lag der Heizölpreis noch bei 1,10 Euro pro Liter. Bis 9. März verdoppelte sich der Preis beinahe: 2,04 Euro pro Liter mussten Verbraucher damals zahlen. Anschließend sank der Heizölpreis wieder. Zwischen 23. Mai und 18. Juni ging es dann noch einmal rauf von 1,28 Euro auf 1,54 Euro pro Liter. Mittlerweile hat sich der Preis bei etwa 1,50 Euro pro Liter eingependelt.

Zum Vergleich: Anfang des Jahres 2020 hatte der Preis noch bei 0,68 Euro pro Liter gelegen und Ende desselben Jahres sogar nur bei 0,56 Euro. Bis zum 31. Dezember 2021 ging es dann schon rauf auf 0,86 Euro pro Liter.

2. Gas

Auch Gas ist deutlich teurer geworden - nachdem der Preis laut dem Verbraucherpreisindex Verivox zunächst zehn Jahre lang in etwa gleich blieb. Zwischen 2009 und 2019 pendelte der Preis zwischen 6,78 Cent und 6,07 Cent pro Kilowattstunde. Im Jahr 2017 war der Preis sogar auf 5,79 Cent pro Kilowattstunde gesunken. 2021 ging es dann rauf auf 8,52 Cent pro Kilowattstunde.

Auch im laufenden Jahr stiegen die Gaspreise nochmals erheblich an. Für Flüssiggas bezahlten Verbraucher nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juni 78,2 Prozent mehr als im Mai, für Autogas 50,3 Prozent mehr und für Erdgas immerhin noch 42 Prozent mehr als im Vormonat.

3. Kraftstoff

Der Preis für Dieselkraftstoff stieg ebenfalls erheblich an. Während Verbraucher laut dem Online-Portal Statista kurz vor Weihnachten noch im Schnitt 1,50 Euro pro Liter zahlten, ging es bis Mitte März auf etwa 2,29 Euro rauf. Inzwischen ist der Preis wieder auf etwa 1,92 Euro gefallen.

Eine ähnliche Entwicklung ist bei Superbenzin zu beobachten. Hier lag der Preis Anfang des Jahres noch bei durchschnittlich 1,64 Euro pro Liter. Bis Mitte März ging es hoch auf 2,19 Euro. Inzwischen beträgt der Preis etwa 1,73 Euro pro Liter.

4. Strom

Der Strompreis hat sich nach Angaben des Online-Portals Finanztip in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt. Lag der Preis im Jahr 2002 noch bei etwa 16,11 Cent pro Kilowattstunde, bezahlen Verbraucher im Jahr 2022 schon 37,14 Cent.

Dabei ist ein relativ kontinuierlicher Preisanstieg zu beobachten. Vor zwei Jahren betrug der Preis noch 31,81 Cent, im vergangenen Jahr 32,16 Cent.

5. Brennholz

Die Energiekrise hat viele Folgen. Eine davon ist, dass auch die Preise für Brennholz stark angestiegen sind - sofern es denn nicht schon ausverkauft beziehungsweise vergriffen ist.

Das liegt vor allem am Kaufverhalten der Verbraucher. Weil ein Gasmangel befürchtet wird, decken sich immer mehr Verbraucher bereits mit Brennholz und Kaminholz ein. Die Brennholzpreise steigen dadurch auf immer neue Rekordstände. Holz ist zudem als Bau- und Industrieholz gefragt.

Für Nadelholz bezahlten Kunden laut Statistischem Bundesamt im Januar 2020 noch etwas mehr als 90 Euro pro Raummeter, was sich bis Juli 2021 nur temporär veränderte. Im Anschluss stieg der Preis allerdings rapide an und ist bis zum März auf knapp 110 Euro pro Raummeter geklettert. Der Preis für Buchenholz ist zum Teil schon auf über 120 Euro geklettert.

Nadelholz ist zwar günstiger, doch auch hier steigen die Preise für Verbraucher. Allerdings haben die Nadelholz-Preise noch nicht wieder das Niveau von Januar 2020 erreicht. Damals mussten für den Raummeter Nadelholz noch für knapp 100 Euro berappt werden. Bis November ging es runter auf gut 65 Euro pro Raummeter. Inzwischen sind es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wieder mehr als 95 Euro.

Serien-Auftakt

CNV-Medien, mit den Tageszeitungen Cuxhavener Nachrichten und Niederelbe-Zeitung, startet eine Serie zum Thema "Preisschock". Wie haben sich die Preise entwickelt, wie sehen die Prognosen für die Zukunft aus und wie kann der Verbraucher sparen? Darüber wird unser Medienhaus in den kommenden Wochen ausführlich berichten.

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