IHK Stade: Deponiekapazitäten in der Region sichern
KREIS CUXHAVEN. Der Industrie- und Umweltausschuss der Industrie- und Handelskammer Stade zeigt Lösungswege für den gesamten Elbe-Weser-Raum auf.
In Niedersachsen hat die Zahl der Deponien deutlich abgenommen. So gibt es im Elbe-Weser-Raum keine Standorte der Deponieklasse 1, um gering belastete mineralische Abfälle zu entsorgen, beklagen die Mitglieder des Industrie- und Umweltausschusses der IHK Stade.
Sind nicht genug Deponien dieser Kategorie vorhanden, verlängern sich die Fahrtwege, was nicht nur unter ökologischen Gesichtspunkten vermieden werden sollte. Transport- und Entsorgungskosten erhöhen sich. Auch private Bauvorhaben können sich verteuern. Denn die Entsorgung von Bodenaushub und Bauschutt nimmt einen größeren Anteil an den Kosten ein. "Der Deponiebedarf wird sich noch erhöhen", sagt Lutz Machulez-Hellberg, Vizepräsident der IHK Stade und Geschäftsführer der Machulez-Gruppe. Der Ausschuss spricht sich für eine Sicherung der Deponiekapazitäten aus, so wie es das Raumordnungsprogramm des Landes Niedersachsen vorschreibt. Demnach ist überall dort, wo der Ort des Abfallaufkommens weiter als 35 Kilometer von einer Deponie der Klasse 1 entfernt ist, ein besonderer Bedarf anzunehmen.
Ausweisung und Betrieb neuer Deponien sind mit langwierigen Genehmigungsverfahren verbunden. Zudem fehle es an Verständnis in der Bevölkerung und den Verwaltungen. Die Umsetzungschancen sind aus Sicht des Ausschusses größer, wenn private Betreiber, Politik und Verwaltung bei der Auswahl und Planung neuer Standorte gemeinsam agieren. Die Absicht des Landkreises Stade, die Hausmülldeponie Wischhafen II zu reaktivieren, begrüßt der Ausschuss. Dort sind Restkapazitäten vorhanden.
"Wenn Wischhafen II reaktiviert wird, wäre das ein Signal für die Region", so Machulez-Hellberg. Gleichzeitig sei es ein Beispiel für andere Landkreise, wie durch Reaktivierung bestehender Standorte Deponiekapazitäten gesichert werden.
Die Entsorgung wird ein Element der Kreislaufwirtschaft bleiben, doch das Recycling von Stoffen wird einen immer höheren Stellenwert einnehmen. "Bei immer strengeren Grenzwerten, wie in der geplanten Ersatzbaustoffverordnung, besteht die Gefahr, dass selbst Material mit natürlicher Hintergrundbelastung nicht mehr eingesetzt werden kann", mahnt Alf Heidemann, Geschäftsführer Kreislaufwirtschaft Stade GmbH. Deponieraum werde dadurch noch schneller beansprucht.
Aus Sicht des Ausschusses steht nicht nur die Sicherung der Deponiestandorte im Fokus. Es müsse auch die Abfallmenge reduziert werden. Dafür sei es nötig, die Akteure bei öffentlichen und privaten Bauvorhaben für eine stärkere Nutzung von Recyclingmaterialien zu sensibilisieren.
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