"SmartKai" wurde im Rahmen eines Anlegemanövers der Fähre "Sealandia Seaways" an der RoRo-Brücke vom Europakai im Cuxhavener Hafen vorgeführt. Foto: Fischer
 "SmartKai" wurde im Rahmen eines Anlegemanövers der Fähre "Sealandia Seaways" an der RoRo-Brücke vom Europakai im Cuxhavener Hafen vorgeführt. Foto: Fischer
Innovative Technik

Einparkhilfe für Schiffe: Projekt "SmartKai" in Cuxhaven vorgestellt

von Tim Larschow | 14.07.2022

CUXHAVEN. In Cuxhaven hat am Mittwoch eine Live-Vorführung im Projekt "SmartKai" stattgefunden. Das Forschungsprojekt erarbeitet ein hafenseitiges Assistenzsystem, welches Schiffsführerinnen und Schiffsführer beim Manövrieren unterstützt.

Bei ruhiger See und wenig Wind ist das An- und Ablegen für einen Kapitän oder Lotsen kein Problem. Doch bei schlechtem Wetter, viel Wind oder Nebel ist Konzentration auf der Brücke gefordert. Zukünftig könnten diese Manöver unter erschwerten Bedingungen deutlich einfacher werden. Wie kleine Kästen und Sensoren an der Pier dabei helfen könnten, wurde am vergangenen Mittwoch im Rahmen eines Anlegemanövers der Fähre "Sealandia Seaways" an der RoRo-Brücke vom Europakai im Cuxhavener Hafen vorgeführt.

Nach zweieinhalbjähriger Entwicklungszeit geht das Projekt "SmartKai" in den Probebetrieb. Dabei handelt es sich um ein Förderprojekt im Rahmen des Programmes Innovative Hafentechnologien (IHATEC). Ziel ist, die Sicherheit bei der Hafeneinfahrt oder -ausfahrt sowie beim Anlegen und bei Schleuseneinfahrten zu erhöhen und mögliche Schäden an Schiffen und Hafeninfrastruktur zu vermeiden.

Jede Bewegung erfasst

"Laserscanner wurden auf der Kaianlage integriert, die die genaue Erfassung des Schiffes ermöglichen", erklärt Projektmanager Jürgen Höpcke von Niedersachsen Ports. Insgesamt acht Sensoren erfassen am Europakai und der Hafeneinfahrt zum Amerikahafen die Umgebung. Diese gesammelten Daten werden dann durch das SmartKai-System aufbereitet und schließlich in Echtzeit auf die Brücke der Schiffe übermittelt.

Die Verzögerung wird dabei möglichst geringgehalten. Das erklärte Ziel für die Zukunft sind weniger als eine Sekunde. Das System ermöglicht es, beinahe auf den Zentimeter genau zu sehen, wie weit das Schiff von der Kaimauer entfernt ist, wie der Winkel zur Pier ist. Niedersachsen Ports will die Technik überall da einsetzten, wo es für Schiffe eng wird.

Die Entwicklung abwarten

Die Lotsen sind noch skeptisch, was die neue Technologie an Vorteilen bringen wird. Ob das System so wie es aktuell aufgebaut ist, zu einer konkreten Verbesserung führen wird, vermag Ben Lodemann, Ältermann der Lotsenbrüderschaft Elbe, noch nicht zu sagen. Das werde sich im Laufe der Entwicklung zeigen. Sicher ist aber, dass das System künftig in weitere Kaianlagen, Hafeneinfahrten, Schleusen und Brücken integriert werden soll.

Das Projekt ist das Resultat einer intensiven Zusammenarbeit mehrerer Projektpartner: Niedersachsen Ports, Sick, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Humatects haben gemeinsam dazu beigetragen, SmartKai zu realisieren.

Holger Banik, Geschäftsführer Niedersachsen Ports sowie der Jade Weser Port Realisierungs GmbH bekräftigt den Erfolg des Projektes. "Für Innovationen braucht es stets eine Herausforderung, die es zu lösen gilt, starke Partner und gute Ideen. Unser gemeinsames Projekt Smartkai bringt das alles mit."

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