Insolvenz bei Geti Wilba: Hoffnungsvoller Blick in die Zukunft
BREMERVÖRDE/CUXHAVEN. Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe und hatte für große Verunsicherung gesorgt: Am 14. Februar stellte die Geti Wilba GmbH & Co. KG Insolvenzantrag.
Gut sechs Wochen später scheint sich die Situation des Bremervörder Traditionsunternehmens deutlich verbessert zu haben. "Die Lage ist relativ entspannt", sagt Dr. Detlev Weiler. Trotz Corona-Krise blickt der Geti-Wilba-Geschäftsführer optimistisch in die Zukunft des Tiefkühlspezialisten.
Seit Stellung des Insolvenzantrags habe es weder Produktions- noch Lieferunterbrechungen gegeben, sagte Dr. Detlev Weiler. Zudem habe das Unternehmen keine Kunden verloren und alle Lieferanten halten können. "Auch die Mitarbeiter ziehen hervorragend mit", so Weiler. Geti Wilba beschäftigt an vier Betriebsstätten insgesamt 559 Mitarbeiter. Neben operativen und finanziellen Restrukturierungsmaßnahmen solle das Insolvenzverfahren genutzt werden, um neue Eigentümer für das Unternehmen zu finden, hatten Geschäftsführer Weiler und Insolvenzverwalter Dr. Christoph Morgen Mitte Februar mitgeteilt.
"Volle Auftragsbücher"
Mögliche neue Eigentümer für das Traditionsunternehmen stehen bereits Schlange. Es gebe ein reges Interesse von Kaufinteressenten - "deutlich im zweistelligen Bereich", sagt Weiler. "Wir sind guter Hoffnung, dass wir als ganzes Unternehmen im Markt bleiben und nicht zerschlagen werden", so Weiler. Und seine Zuversicht scheint berechtigt zu sein: Am Montag vergangener Woche wurden die ersten Angebote geöffnet, und bereits am Dienstag hat sich der Gläubigerausschuss mit potenziellen Käufern des Tiefkühlspezialisten befasst. "Zurzeit sehen wir die Zukunft positiv", fasst Weiler die aktuelle Stimmung zusammen. Die Auftragsbücher seien voll und die Nachfrage nach Tiefkühlprodukten sei gerade in der Corona-Krise groß.
Und was wird aus den über 500 Arbeitsplätzen? "Wir sind bestrebt, einen Investor zu finden, der alle Arbeitsplätze erhält", sagt Dr. Detlev Weiler. Zudem mache es Sinn, alle Geti-Wilba-Standorte zu erhalten, da so die Wertschöpfungskette von der Schlachtung in Cuxhaven-Altenwalde bis zur Weiterverarbeitung in Bremervörde optimal genutzt werden könne.
Mitte Februar hatte Geti Wilba mitgeteilt, dass das eingeleitete Insolvenzverfahren dazu dienen solle, den bereits begonnenen Sanierungsprozess "konsequent mit den sich im Insolvenzverfahren bietenden Mitteln" fortzusetzen. Die Insolvenzantragstellung sei erforderlich gewesen, da ausgelaufene Bankkredite nicht rechtzeitig verlängert werden konnten und die Geschäftsleitung daher aus rechtlichen Gründen verpflichtet gewesen sei, den Insolvenzantrag zu stellen.
Am Standort Cuxhaven habe das Unternehmen in den vergangenen Jahren bereits Investitionen getätigt. Investitionen am Standort Bremervörde seien aufgrund des Insolvenzverfahrens zunächst gestoppt worden, sollen aber weiterhin umgesetzt werden, erklärt Dr. Detlev Weiler. So solle unter anderem eine neue Frostanlage, für die extra ein Anbau erstellt wurde, in Kürze in Betrieb genommen werden.
Hintergrund
Geti Wilba entstand 1984 aus der Fusion der Familienunternehmen GETI Feinkost Georg Timmermann GmbH sowie Wild-Bargmann GmbH und ist seit Jahrzehnten auf Herstellung und Vertrieb von Tiefkühlkost mit den Schwerpunkten Huhn und Wild spezialisiert.
Von Corvin Borgardt
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