16 Millionen Hühner hat der Schlachtbetrieb des Geti-Wilba-Werkes in Altenwalde seit seiner Modernisierung im Jahr 2015/2016 pro Jahr verarbeitet. Nun hat der Tiefkühlspezialist einen Insolvenzantrag gestellt. Foto: Sassen
16 Millionen Hühner hat der Schlachtbetrieb des Geti-Wilba-Werkes in Altenwalde seit seiner Modernisierung im Jahr 2015/2016 pro Jahr verarbeitet. Nun hat der Tiefkühlspezialist einen Insolvenzantrag gestellt. Foto: Sassen
Tiefkühlspezialist

Insolvenzantrag bei Geti Wilba in Bremervörde: So geht es weiter

von Denice May | 18.02.2020

ALTENWALDE. Der Tiefkühlspezialist Geti Wilba will seine Standorte und Mitarbeiter trotz Insolvenzantrag halten. Im Altenwalder Werk sind derzeit 72 Mitarbeier beschäftigt.

Im Jahr 2015 war die Geti Wilba GmbH noch guter Dinge: Der gesamte Schlachtbetrieb des Bremervörder Traditionsunternehmens wurde ins Werk nach Altenwalde verlagert, Produktionshallen modernisiert. Doch jetzt befindet sich das Unternehmen in Schieflage. Der - laut Aussage des Unternehmens - Nummer-Eins-Lieferant für Hühnerfrikassee - hat in der vergangenen Woche einen Insolvenzantrag gestellt.

Betrieb läuft weiter

"Der Geschäftsbetrieb der Geti Wilba GmbH läuft uneingeschränkt weiter. Die Löhne und Gehälter sind für den Zeitraum Februar bis April über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert", heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens, die im Auftrag von Geti-Wilba-Geschäftsführer Dr. Detlev Weiler herausgegeben wurde. Darin erklärt er weiter, dass die Insolvenzantragstellung erforderlich gewesen sei, da ausgelaufene Bankkredite nicht rechtzeitig verlängert werden konnten und die Geschäftsleitung daher aus rechtlichen Gründen verpflichtet gewesen sei, den Insolvenzantrag zu stellen. "Für die Kunden soll sich in den kommenden Wochen voraussichtlich erst einmal gar nichts ändern", teilt das Unternehmen, das Hersteller und Vertreiber von Tiefkühlkostwaren und Fertiggerichten auf Wild- oder Geflügelbasis ist, mit. Doch gilt das auch für die Mitarbeiter?

Mitarbeiter informiert

Insgesamt beschäftigt Geti Wilba an vier Betriebsstätten 559 Mitarbeiter. Die 72 Beschäftigten in Altenwalde wurden am vergangenen Montagmorgen durch eine Betriebsversammlung darüber informiert, dass ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet wurde. Dr. Detlev Weiler und der Insolvenzverwalter Dr. Christopher Morgen (Kanzlei Brinkmann & Partner aus Hamburg) haben die Mitarbeiter informiert und standen für Rückfragen bereit. "Beabsichtigt ist, das Unternehmen in Gänze fortzuführen und auch weiterhin alle Mitarbeiter, auch am Standort Cuxhaven-Altenwalde zu halten", heißt es aus der Geschäftsführung weiter. Aktuell soll der Betrieb auch am Standort in Altenwalde weiterhin normal laufen. "Das Insolvenzverfahren dient dazu, den bereits begonnen Sanierungsprozess konsequent mit den sich im Insolvenzverfahren bietenden Mitteln fortzusetzen. Neben operativen und finanziellen Restrukturierungsmaßnahmen soll das Verfahren genutzt werden, um neue Eigentümer für das Unternehmen zu finden", erklärt das Unternehmen weiter.

Erste Probleme 2016

Geti Wilba soll bereits im Jahr 2016 in eine finanzielle Schieflage geraten sein, die während der letzten drei Jahre sukzessive aufgearbeitet wurde. Allerdings verlief dieser Prozess offensichtlich nicht so positiv, wie erhofft. Die jetzt anstehenden "operativen und finanziellen Restrukturierungsmaßnahmen" - so in der Pressemitteilung geschrieben - heißen konkret, dass sich das Unternehmen durch die Insolvenz die Chance erhofft, sich zu entschulden. Mit der Abgabe des Insolvenzantrags wird die Eröffnung des Insolvenzverfahrens eingeleitet - dies wird auch als vorläufiges Insolvenzverfahren bezeichnet. Es wird jetzt also geprüft, ob die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens der Geti Wilba GmbH vorliegen. Der Prüfzeitraum beträgt im Durchschnitt drei Monate - dann erst ist sicher, wie es weitergeht.

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