Kammer geflutet: NPorts beendet Revision der Seeschleuse zum Neuen Fischereihafen in Cuxhaven
CUXHAVEN. Niedersachsen Ports hat die Revision der Seeschleuse beendet, in dem die Arbeiter die Torkammer auf spektakuläre Weise geflutet haben.
Der Wasserdruck ist enorm, mit dem die stählernen Dammtafeln gegen die Führungsschiene gedrückt werden. "15 Tonnen auf der Uhr", lautet die knappe Info aus der Fahrerkanzel des großen Mobilkrans von Empting. Dann bewegt sich plötzlich etwas.
Ein gewaltiger Rumms, die Stahlwand hebt sich mit einem Ruck um einen halben Meter, fällt dann wieder ein Stück herunter. Nun rauschen gewaltige Wassermassen in den 15 Meter tiefen Schacht, der in den vergangenen drei Monaten als Trockendock für das innere Schleusentor gedient hat. Binnenhaupt nennen die Mitarbeiter von NPorts das gut 25 Meter lange und 15 Meter hohe Rolltor, das die Cuxhavener Seeschleuse zum Neuen Fischereihafen hin abdichtet. Im geschlossenen Zustand dient es als Straße.
Spektakulärer Moment
Mit dem Fluten der Torkammer und dem anschließenden Probebetrieb endete am Dienstag die dreimonatige Revision der Anlage, die alle fünf Jahre vorgeschrieben ist. Ab Montag ist die Überfahrt für den Straßenverkehr wieder frei. Einerseits ist es Routine für das Team von NPorts, andererseits auch immer wieder spannend, vor allem der Moment, wenn die sieben sogenannten Dammtafeln gezogen werden. Kein Wunder, dass etliche Handykameras den spektakulären Moment festhalten.
Wasserfall verebbt
Es dauert knapp fünf Minuten, dann ist die Kammer vollgelaufen, der Wasserfall verebbt langsam, bis schließlich gleicher Wasserstand herrscht im Schleusenbecken und im Torschacht. Erleichterung bei Daniel Arndt, dem Leiter der Schleusenanlage. Seit drei Monaten sind er und sein Team mit der Überholung des Binnenhauptes beschäftigt. Zunächst einmal mussten das Tor und die Innenwände der Kammer von tonnenweise Austern befreit werden. Eine furchtbar anstrengende Arbeit in der engen Kammer, die dann mit Gerüsten ausgekleidet ist.
Regelmäßige Wartung
Danach wurde das stählerne Tor innen und außen entrostet und konserviert. Wenn das Tor vom Schleusenwärter geöffnet wird, fährt es auf einem sogenannten Unterwagen am Grund der Schleuse und einem Oberwagen in die Dockkammer. Die Straßenplattform hebt sich im selben Moment und macht Platz für das Tor.
Ein starker Elektromotor im Maschinenhaus treibt die Mechanik an. Eine ausgeklügelte Technik, die im Wesentlichen seit dem Bau 1965 tadellos funktioniert. Regelmäßige Wartung und Pflege ist die Voraussetzung dafür, dass der Oldie auch die nächsten zwanzig Jahre noch durchhält. Doch wie so oft stecken die Tücken im Detail und die lauern auf dem Schleusengrund. Dort sind Schienen eingelassen, auf denen die Schleusentore fahren, sofern die Bahn frei ist und kein Sand, Steine oder Teile im Wege sind.
Kontrolle durch Taucher
Zwar wird im Vorwege der NPorts-eigene Spülbagger "Steubenhöft" mit einer Kreiselpumpe als "Staubsauger" eingesetzt, doch das reicht den Verantwortlichen nicht. Um zu verhindern, dass das Tor entgleist, kontrolliert zusätzlich ein Taucher die Lorenbahn in etwa neun Meter Wassertiefe.
Erst danach beginnt der Probebetrieb. Alles in allem eine aufwendige Prozedur, die sich in zwei Jahren am Außenhaupt der Schleuse wiederholen wird. Dort ist die Überholung noch wichtiger, denn Außen- und Mittelhaupt bilden gleichzeitig den Sturmflutschutz.
CNV-Nachrichten-Newsletter