Cuxhavener Pastorin: "Wie wir bitten, ist entscheidend"
CUXHAVEN. Die Delegierten der Kirchenkreis-Synode entscheiden am 21. Juni über die Neubesetzung der Superintendentenstelle des evangelischen Kirchenkreises Cuxhaven-Hadeln. Einzige Kandidatin: Kerstin Tiemann.
Kerstin Tiemann ist zur Zeit Pastorin der Gemeinden Horsten und Gödens im ostfriesischen Kirchenkreis Harlingerland. Die 1972 in Hannover geborene Theologin ist der ausdrückliche Wahlvorschlag des des zehnköpfigen Wahlausschusses unter Vorsitz von Dirk Baack an die Synode. "Gerechtfertigt und gut begründet", so Baack, der auch Vorsitzender der Kirchenkreis-Synode ist, sei die Kandidatur Kerstin Tiemanns durch ihre Kompetenz und Erfahrung als Theologin.
Mit großem Engagement
Tiemann, die in den 1990er Jahren in Göttingen und Tübingen Theologie studierte, nach dem Vikariat als Gemeindepastorin in Lengede und Hannover wirkte und 2011 dann in Ostfriesland ihren Dienst antrat, ist ausgebildete Gottesdienstberaterin und somit erfahren im Moderieren von Sitzungen und Tagungen. Als stellvertretende Superintendentin im Harlingerland hat sie bereits in einigen Gremien mitgearbeitet und, wie sie sagt, "mit großem Engagement Verantwortung auf der mittleren Leitungsebene übernommen".
Aufstellungspredigt gehalten
Wenn der Gottesdienst mit der Aufstellungspredigt von Pastorin Tiemann am Sonntag in der Altenbrucher Kirche und nicht in St. Severi in Otterndorf, dem Sitz der Superintendentur, stattfand, so hat das natürlich mit den Renovierungsarbeiten dort zu tun. Der Dank Baacks galt daher der Kirchengemeinde Altenbruch, die nun den Raum bot für den Gottesdienst. Der Bibeltext aus Lukas 11, Vers 1 - 13 bildete an diesem Sonntag Rogate die Grundlage der Predigt von Kerstin Tiemann. Der Text bietet mit seinen Abschnitten über den uns Beten lehrenden Jesus und die Parabel vom Freund, der einen Freund um Brot und Einlass bittet, vielerlei Interpretationsmöglichkeiten mit Bezügen in beklemmenden Zeiten wie unseren.
Gemeinsames betont
"Welche Gedanken sind Ihnen bei diesem Text gekommen", fragte die Theologin denn auch am Sonntag oben von der Kanzel in die Gottesdienst-Gemeinde. Gedanken zum Beispiel bei dem Wort Brot oder bei dem hartnäckig um Einlass bittenden Freund? Vielleicht seien es Gedanken an den ukrainischen Präsidenten Selensky, der in seinem von Putin überfallenen Land unaufhörlich hartnäckig um Verteidigung bittet. Oder Gedanken daran, dass die Christen überall hartnäckig um Frieden in der Welt bitten könnten?
"Frappierende Parallelen"
Die Parallelen, so Kerstin Tiemann, seien "frappierend". Drei Punkte seien es, fuhr die Pastorin fort, die dem Evangelisten Lukas erscheinen. Zum einen, dass Jesus mit dem "Vater unser" antwortet und damit das Gemeinsame voranstellt, zum anderen die Versicherung "… klopfet an, so wird euch aufgetan" und zum Dritten die Gewissheit "Gott wird euch niemals betrügen". Es komme darauf an, wie wir bitten und so die Theologin am Ende ihrer Aufstellungspredigt: "Vertrauen Sie darauf, dass wir als Bittende auch empfangen werden". Von Ilse Cordes
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