An einem Spielplatz in Cuxhaven Süderwisch sollen Kinder angesprochen worden sein. Zudem sollen Unbekannte versucht haben, sie in ein Auto zu zerren, die Polizei sucht Zeugen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Social-Media

Kinder in Cuxhaven-Süderwisch verschwunden? Das ist dran an den Gerüchten

von Laura Bohlmann-Drammeh | 08.06.2021

CUXHAVEN. Bei Facebook und Whatsapp kursieren in Cuxhaven seit Freitag alarmierende Gerüchte - von einem Spielplatz in Süderwisch sollen zwei kleine Mädchen verschwunden sein. Das sagt die Polizei dazu.

Der Facebook-Post liest sich dramatisch. Während eines Spielplatzbesuchs in Süderwisch habe ein rotes Auto gehalten, die Insassen, ein Mann und eine "Frau mit langen roten Haaren" hätten die Kinder angefasst und versucht, ins Auto zu zerren. Anzeige sei erstattet, die Polizei wisse Bescheid. Diesen Post veröffentlichte eine Frau, die sich als Tante der beiden Mädchen ausgibt, am Freitag bei Facebook. Mädchen verschwunden?

Über das Wochenende kursierte dann in diversen Elterngruppen bei Whatsapp mindestens eine Sprachnachricht, in der auf einmal von zwei verschwundenen Mädchen die Rede ist. Die beiden hätten ohne Aufsicht auf dem Spielplatz gespielt und seien nicht zur verabredeten Zeit zu Hause gewesen. 

Kinder angesprochen

Eine kleine Entwarnung gibt es von der Polizei Cuxhaven. "Aktuell werden keine Kinder vermisst", sagt Sprecherin Melanie Pöpke. Aber: "Unsere Ermittlungen laufen." Denn tatsächlich sei am Freitag gegen 11:40 Uhr bei der Polizei Anzeige erstattet worden. "Die Insassen des roten Autos sollen die Mädchen bereits am Vortag am Spielplatz an der Warthestraße angesprochen worden sein", gibt Pöpke den Inhalt der Anzeige wieder. Am Freitag hätten die Insassen eines roten Cabriolets die Kinder dann zunächst versucht, in das Auto zu locken. Als dies misslungen sei, hätten sie die Kinder an den Handgelenken ergriffen, woraus diese sich aber befreien konnten.

Zeugen gesucht

Die Polizisten seien dann auch vor Ort gewesen und hätten Zeugen befragt, bisher habe sich daraus aber noch kein konkreter Verdacht ergeben. "Wir suchen deshalb weiter Zeugen", so die Polizeisprecherin.

Sie weist zudem daraufhin, dass das Verbreiten von Falschmeldungen im Internet - wie mit den angeblich verschwundenen Kindern - die Arbeit der Polizisten erschwere und bittet darum, solche Hinweise lieber direkt der Polizei zu melden. 

Zudem gibt die Polizei Tipps zur Prävention: 

 - Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass es zu keiner fremden Person ohne Ihre Genehmigung ins Auto steigt.

 - Schicken Sie es gemeinsam mit anderen Kindern und nicht alleine zum Spielplatz oder in die Schule.

 - Vereinbaren Sie feste Zeiten, wann Ihr Kind wieder zu Hause sein soll und schaffen Sie ggf. Möglichkeiten, dass es Sie telefonisch erreichen kann. 

- Gehen Sie neue Wege zunächst gemeinsam ab und schaffen Sie, wenn möglich, sog. "Rettungsinseln", also vertraute Personen oder Geschäfte, an die sich Ihr Kind wenden kann.

 - Vermeiden Sie den Namen Ihres Kindes auf Bekleidung oder Rücksäcken anzubringen, damit fremde Personen dies nicht ausnutzen, um Ihr Kind anzusprechen.

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Laura Bohlmann-Drammeh

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

lbohlmann-drammeh@cuxonline.de

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