Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln hat eine neue Superintendentin
KREIS CUXHAVEN. Nach einer längeren Vakanz hat der Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln nun eine neue Superintendentin.
Kerstin Tiemann, im Juni dieses Jahres von der Kirchenkreissynode mit überzeugender Mehrheit gewählt, wurde vergangenen Sonnabend im Rahmen eines Festgottesdienstes in der St.-Petri-Kirche in ihr neues Amt eingeführt. In wenigen Tagen, am 1. Oktober, wird sie es antreten. Ganz viel von dem, was die Kerstin Tiemann an Kompetenz mitbringe, passe bestens in den dann von ihr geleiteten Kirchenkreis, betonte Regionalbischof Dr. Hans Christian Brandy in seiner Einführungsansprache.
Wie muss unsere Kirche in Zukunft aussehen?
Den einst für die 49-jährige Theologin ausgewählten Konfirmationsspruch aus Jacobus 1,22 "Seid aber Täter des Worts, nicht Hörer allein …" stellte Brandy nach der Eröffnung der Einführungshandlung und Verlesung der Urkunde ins Zentrum seiner Ansprache. Der Konfirmationsspruch beschreibe sehr gut die beiden Pole, zwischen denen sich das künftige Tun Kerstin Tiemanns bewege. Sie liebe es aktiv zu sein und zu gestalten, zugleich sei ihr aber auch "ein sehr aktives und kreatives Hören" eigen. Der Gottesdienst sei ihr besonders wichtig. Ihr neues geistliches Amt verstehe sie auch als Leitungsamt - wie muss unsere Kirche in Zukunft aussehen.
Mit Blick auf das Dreivierteljahr Vakanz des Kirchenkreises Cuxhaven-Hadeln dankte der Regionalbischof allen, die dabei geholfen hätten, diese Zeit durchzustehen. Auf der "Steuerbrücke", die Kerstin Tiemann als "Steuerfrau" künftig erwarte, stünden viele Ehrenamtliche und Berufliche zusammen, zumal in einem so weitgespannten Kirchenkreis wie diesem. "Ich wünsche Ihnen", so der Regionalbischof am Sonnabend, "dass Sie dafür immer die richtige Balance finden".
Aus der Gemeinde Sloka
Assistiert bei der Einführung hatten die Direktorin des Seelsorgezentrums Hannover Superintendentin a. D. Angela Grimm, der stellvertretenden Superintendent des Kirchenkreises Pastor Klaus Volkhardt, Dirk Baack, Vorsitzender der Kirchenkreissynode, und Hanna Oncken, Kirchenvorstandsvorsitzende der Kirchengemeinde Gödens im Kirchenkreis Harlingerland. Am Gottesdienst wirkte auch Pastor Aivars Gusevs als Vertreter der lettischen Partnergemeinde mit. Der mit einer Begrüßung von Pastor Marcus Christ eröffnete Festgottesdienst, musikalisch gestaltet von Kreiskantor Kai Rudl an der Woehl-Orgel, der von Kreisjugenddiakon Matthias Schiefer geleiteten Band der Evangelischen Jugend und der lettischen Chorgruppe (Leitung: Mara Gulbe) aus der Partnergemeinde Sloka, stand unter der Überschrift "Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten". Dieses Wort lag auch der Predigt von Kerstin Tiemann zugrunde.
Krisen und Kriege bestimmten derzeit unser Land, sie verändern die Gesellschaft, sagte die neue Superintendentin. Einfache Antworten gäbe es darauf nicht. Mehr als zuvor brauche es Menschen, die bereit seien, gemeinsam mit Anderen Lösungen zu finden. "Miteinander zu reden und nicht die Geduld verlieren", dafür stehe die Kirche und dafür stehe der Kirchenkreis, betonte die Theologin. Verlässlichkeit, Gemeinschaft gebe Halt - sie ziehe ihre Kraft aus Gott und der Musik. Kerstin Tiemann in ihrer Predigt: "Wir Menschen brauchen Gott, ohne den wir die Orientierung verlieren würden".
Zahlreiche Grußworte
Beim an die Einführung anschließenden Empfang unter der Empore von St. Petri gab es in Grußworten und Gesprächen zahlreiche gute Wünsche für die neue Superintendentin in ihrem künftigen Amt. Grüße der Stadt Otterndorf überbrachte Bürgermeister Claus Johannßen. Er unterstrich die Gemeinsamkeiten von Kommune und Kirchenkreis. Nach den Worten von Oliver Ebken, Bürgermeister in Cuxhaven, hätten Kirche und Politik Gemeinsames im "kleinsten Nenner", der Gemeinde: Beiden gehe es um den Menschen. Wie vielfältig das "Feld" ist, auf dem sich Kerstin künftig bewegen wird, konnte sie an diesem Abend den unterschiedlichsten Grußworten entnehmen. Sie reichten vom evangelisch-lutherischen Kita-Verband, den Kirchengemeinden Cuxhavens bis zu den Landfrauen und der Schar der Kolleginnen und Kollegen aus dem großen Sprengel Stade.
Von Ilse Cordes
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