Klimawandel beeinflusst Zugvögel
CUXHAVEN/HELGOLAND. Sonnabend, 11. Mai, ist internationaler Tag der Zugvögel. Der Klimawandel beeinflusst den Zug im Wattenmeer oder auf Helgoland merklich.
Mit dem Weltnaturerbe Wattenmeer sowie bedeutenden und geschützten Brut- und Zuggebieten an der Elbe sind durchziehende Vogelarten in dieser Region das ganze Jahr über ein bedeutsames Naturphänomen. "Hot Spot" der Vogelforschung ist die Insel Helgoland. Bereits 1910 wurde dort die Vogelwarte Helgoland gegründet.
Das Institut für Vogelforschung ist seit 1953 in Wilhelmshaven ansässig und gehört zum Land Niedersachsen.In der Station auf der Hochseeinsel werden heute noch im Fangarten systematisch Zugvögel gefangen, vermessen und beringt wieder freigelassen. Durch Wiederfunde verfügt man über einen Datenschatz, der Veränderungen aufzeigt. Darüber hinaus ist Helgoland in Deutschland einzigartig wegen seiner Klippenkolonie mit Trottellummen, Basstölpeln oder Tordalken. Der Ornithologe und technischen Insel-Stationsleiter Dr. Jochen Dierschke beantwortet aus Anlass des Welttages Fragen.
Im Falle der Nebelkrähe ist es sicherlich auch das verbesserte Nahrungsangebot an Müllkippen sowie im städtischen Bereich. Die von uns festgestellte Zugzeitenverlagerung ist aber definitiv ein Effekt des Klimawandels. Zum Beispiel Mönchsgrasmücken und Zilpzalpe ziehen im Frühjahr inzwischen etwa drei Wochen früher als noch vor 50 Jahren.
Die Auswirkungen gibt es auch auf Seevögel. Die Zusammensetzung der Fischfauna hat sich verändert und vermutlich auch die Tiefen, in denen sich die Fische aufhalten. Derzeit fällt auf Helgoland, dass Arten, die tief tauchen können - das sind Basstölpel, Trottellumme und Tordalk - eher zunehmen. Arten, die an der Oberfläche Nahrung suchen wie Eissturmvogel, Dreizehenmöwe nehmen hingegen ab. Gleichzeitig zeigte der Hitzesommer 2018 einen sehr niedrigen Bruterfolg. Der Klimawandel hat sicherlich weltweit eine große Auswirkung auf die Seevögel, aber auch auf Helgoland ist das feststellbar.