Kreis Cuxhaven: Wasserski auf dem Ostesee bald wieder möglich
NEUHAUS. Still ruht der Ostesee, aber am Ufer herrscht Betriebsamkeit. Und die neuen Betreiber haben in der bevorstehenden Saison einiges Neues auf dem Schirm.
Zwar beginnt der Betrieb erst in drei Wochen, aber rechtzeitig zum Saisonauftakt soll alles fertig sein. So wird hier gehämmert, geschraubt und geputzt. Daniel Weber und Björn Fröse, die Betreiber der Wasserski- und Wakeboard-Anlage in Neuhaus/Oste, wollen am 20. März um 12 Uhr den Motor des Liftes anwerfen. Laut Corona-Landesverordnung dürfen sie dies auch.
Ein Antriebsmotor, 900 Meter Seillänge, zwei Bretter oder ein Wakeboard und das Wassersportvergnügen kann beginnen. : Wasserski und Wakeboarding zählen -wie Kitesurfen oder Golf - zum Outdoor-Individualsport und sind weiterhin erlaubt.
Einen Traum erfüllt:
Sie starten in ihre zweite Wasserskisaison. Mit der Anlage haben sie sich einen Traum erfüllt: "Unseren ganzen Mut und unser ganzes Geld haben wir zusammengenommen und unsere bisherigen Berufe an den Nagel gehängt", lacht Björn Fröse. Er kommt aus dem kaufmännischen Bereich, sein Kompagnon Daniel Weber aus dem technischen. "Eibne gute Ergänzung", finden sie. Daniel Weber kennt die Neuhäuser Wasserskianlage von Kindheitstagen an, hat im Ferienpark Neuhaus seine Wochenenden und Ferien verbracht und später dort für die vorherigen Besitzer gejobbt. Im vorigen Jahr wurden die neuen Betreiber gleich zu Beginn von Corona kalt erwischt, haben aber ein überzeigendes Hygienekonzept vorgelegt, sodass der Betrieb nach dem ersten Shutdown doch noch anlaufen konnte.
Große Hoffnungen auf Saison
Mit dem Zuspruch im vorigem Jahr zeigen sich die Betreiber insgesamt zufrieden - und rechnen auch für diese Saison mit großem Interesse, wenn das Wetter mitspielt, zumal absehbar sei, dass viele Auslandsreisen wegfallen werden und daher Urlaub im Heimatland sowie Ausflüge und Freizeitaktivitäten stärker nachgefragt sein werden.
Die Wintermonate haben Daniel Weber und Björn Fröse genutzt, um die Anlage auf Vordermann zu bringen. Der Motor wurde ausgebaut und gewartet, die Hindernisse (Obstacles) gereinigt und neu arrangiert. die Stege aus dem Wasser geholt und überprüft, sodass jetzt mit Schwung der Start erfolgen kann.
Die Eigner der Wasserskianlagen haben sich diverse Neuerungen überlegt. In den Fokus nehmen sie besonders Familien. So gibt es spezielle Familienkarten für jeweils zwei Erwachsene und zwei Kinder oder Jugendliche (unter 16 Jahre) für zwei Stunden beziehungsweise einen Tag. Auch bei den Jahreskarten sparen Familien. Ebenfalls überarbeitet wurde das Kurs-Konzept: Nun soll es auch außerhalb der Ferien diverse Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten werden, die sich auf Wasserskiern oder Wakeboards probieren wollen.
Workshops geplant:
Neu sind Workshops für Fortgeschrittene. Profifahrer Jan Gnerlich vom Team Liquid Force hält ab dem 15. Mai ein zweitägiges Trainingslager ab, bei dem er Teilnehmenden Inverts beibringt. Das ist der Fachjargon für die Sprünge auf dem Wakeboard. Gastronomisch satteln die Betreiber auf und sind jetzt Alleinverantwortlich für das Speisen- und Getränkeangebot am Ostesee.
Neben dem Imbiss- und Terrassenbetrieb unten am See betreiben sie dann auch das oberhalb liegende Restaurant. Das Gebäude haben sie vom Ferienpark Neuhaus gepachtet. "Zwei Gastronomen hier auf kleinster Fläche machen doch keinen Sinn. Oben wird Schnitzel mit Pommes angeboten und unten auch...", sagt Björn Fröse. Unter dem Namen "Sechsmaster" möchten sie den Raum als Café und Weinbar nutzen und an ausgewählten Tagen dort auch Frühstück anbieten.
Zusatzinfo:
Dass der Betrieb überhaupt wieder aufgenommen werden kann, macht Paragraf 10, Abschnitt 7 der Niedersächsischen Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus SARS-CoV-2 möglich: Zwar sind Angebote des Freizeit- und Amateursportbetriebs auf und in öffentlichen und privaten Sportanlagen, geschlossen - "die sportliche Betätigung im Rahmen des Individualsports allein, mit einer weiteren Person oder den Personen des eigenen Hausstands auf und in diesen Sportanlagen" bleibt aber zulässig. Für den Liftbetrieb heißt das konkret: Pfeilen und Abstandshalter werden Gäste durch Ticketverkauf, die Umkleidekabinen und zur Startstelle geleitet. Die Mitarbeitenden werden regelmäßig zu den allgemein geltenden A-H-A-Regeln geschult.