Kunst im Ponton Café: "Heute bin ich...sexy"
CUXHAVEN. Schon von Weitem ist es zu sehen, das Café im Meer. Direkt im Duhner Watt gelegen, weht seit ein paar Tagen eine rote Strandflagge vor dem Ponton Café in Cuxhaven-Duhnen und weist auf eine kleine, aber feine Ausstellung mit Arbeiten der ehemaligen Cuxhavenerin Claudia Schlenger hin.
"Als ich wieder einmal zu Besuch bei meinen Eltern war, schaute ich auch bei meiner ehemaligen Schulfreundin im Ponton vorbei. Bei einer Tasse Kaffee kam uns ganz spontan die Idee, dass ich in der Stadt, in der ich aufgewachsen und zur Schule gegangen bin, einmal eine kleine Ausstellung mit meinen Bildern auf die Beine stelle", erinnert sich Claudia Schlenger.
Das war vor knapp zwei Jahren. Seit dem 1. August zeigt die gebürtige Otterndorferin in dem kleinen Gastraum des Cafés zum Beispiel ihre Fisch-Miniaturen. Als Malgrund für die humorvolle Serie bediente sie sich einiger Bierdeckel, die sie schwarz grundiert hat. "Darauf habe ich meine Fantasiefische gemalt und ihnen Emotionen oder Eigenschaften zugeordnet", sagt Claudia Schlenger. So hängen in dem kleinen Ausstellungsraum - an einer Wäscheleine mit einer Klammer befestigt -, die runden Mischtechniken mit Aufschriften wie: "Heute bin ich ... zickig ... sexy ... oder verliebt".
Miniaturfische mit Emotionen
"Bei meinen Bildern fängt alles mit einer Idee an, die zur Inspiration wird und über den Schaffensdrang zum fertigen Werk führt", erklärt Claudia Schlenger und fügt mit einem Lächeln hinzu: "Meine Inspiration nehme ich aus dem Alltag. Gerne beobachte ich Menschen und nehme dabei ihre Mimik, Gestik und Gefühle gleichermaßen auf. So habe ich auf meine Weise für die Fisch-Serie ganz eigene emotionale Wesen kreiert und dargestellt. In der Bildereihe 'Heute bin ich …' wird sich jeder wiederentdecken, davon bin ich überzeugt."
Als Küstenkind zieht es Claudia Schlenger regelmäßig nach Cuxhaven - die Stadt, die sie nach ihrem Realschulabschluss und einer kaufmännischen Lehre bei der Kurverwaltung im Jahr 1986 "der Liebe wegen" in Richtung Bremen verließ. Dort studierte die Kauffrau parallel zu ihrem Beruf an der Hochschule für Künste Gestaltende Kunst.
"In Cuxhaven lasse ich mir immer wieder gern den Wind um die Nase wehen. Ich liebe die Weite und das Meer, all dies beflügelt meine Kreativität außerordentlich", sagt Claudia Schlenger, die schon als Kind gern kreativ tätig war. "Schon als Mädchen begeistere mich die Malerei. Angefangen habe ich mit Kohle- und Bleistiftzeichnungen", erinnert sich Claudia Schlenger, die regelmäßig als Dozentin an den Volkshochschulen in Wilhelmshaven, Delmenhorst und Ganderkesee Kurse gibt. Im letzteren Ort ist sie mittlerweile mit ihrem Mann und ihrer Tochter zu Hause.
"Cuxhaven bleibe ich weiter eng verbunden. Ich würde hier gerne einmal meine Bilder im Schloss Ritzebüttel zeigen", sagt Claudia Schlenger, die sich auch mit ernsten Themen beschäftigt. So realisierte sie eine Werkschau zum Thema Jugendalkoholismus. Auch vor dem Ponton Café in Cuxhaven zeigt sie eine große Leinwand, die sich mit der viel diskutierten Verschlickung des Wattenmeeres beschäftigt.