Leiterin Monika Liedtke verlässt Fachstelle für Sucht
KREIS CUXHAVEN. Auf der Suche nach "neuen Herausforderungen": Nach acht Jahren Leitungstätigkeit verlässt Monika Liedtke die Fachstelle für Sucht, Suchtprävention und psychosoziale Beratung in Cuxhaven.
Die Diplom-Sozialpädagogin und Suchttherapeutin übernimmt fortan die Leitung vom "Hof Düring" in Loxstedt-Düring. Dabei handelt es sich um eine stationäre Langzeiteinrichtung zur Betreuung von chronisch Abhängigkeitskranken.
Neue Aufgabenfelder
Der Trägerverein für Beratung und Hilfen bei Suchtfragen und seelischen Leiden (VBS) begrüßt an ihrer Stelle den Diplompädagogen Jürgen Schlieckau. "Die zurückliegenden acht Jahre bei der VBS waren herausfordernd", meint Liedtke, "und es hat mir großen Spaß gemacht, Hilfen und Tätigkeitsfelder mit aufzubauen und zu etablieren, die vorher noch nicht da waren." So wurde beispielsweise im vergangenen Jahr die neue Außenstelle in Bremerhaven eröffnet. "Dadurch konnten wir unseren Radius erweitern und sind jetzt auch im Südkreis gut aufgestellt", so Liedtke. Etwa zehn Außenstellen zählt der Verein im gesamten Landkreis.
Dennoch mangele es nach wie vor an Personal, so zählt die Fachstelle derzeit etwa 15 Mitarbeiter. "Das klingt zwar erst einmal nach viel, ist es aber nicht", so Liedtke. "Darum bin ich sehr froh darüber, dass Jürgen Schlieckau den Weg nach Cuxhaven gefunden hat."
Der gebürtige Hamelner war zuvor über 23 Jahre als pädagogischer Leiter und Sozialtherapeut sowie seit 2014 als stellvertretender Einrichtungsleiter in der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik für abhängigkeitskranke Jugendliche und junge Erwachsene in Großenkneten-Ahlhorn (Oldenburg) tätig. Am 1. Oktober trat er die neue Leitungsstelle an.
"Wir haben einen bunten Strauß an Aufgaben, denen wir uns widmen", meint Schlieckau. "Und gerade weil wir zahlenmäßig nicht so breit aufgestellt sind, ist eine gute Vernetzung umso wichtiger - wir können es nicht allein schaffen, denn wir sind nur ein Element in der Alkohol- und Drogenpolitik. Manche Themen müssen eben aufgegriffen werden, und wenn wir es nicht tun, macht es keiner."
So läge dem 56-Jährigen vor allem die Betreuung von geistig behinderten Suchtkranken am Herzen. "Diese Gruppe wird bisher sehr vernachlässigt, obwohl sie genau so ein Recht auf Hilfe hat wie andere." Auch Sucht im Alter und das fetale Alkoholsyndrom, das auf vorgeburtlich entstandenen Schädigungen des Kindes durch Alkohol-Konsum der Mutter beruht, müssten seiner Meinung nach viel stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden.
Der beste Ansatz hierfür seien multiplikatorische Lösungen, sind sich Liedtke und Schlieckau einig. "Wer kommt wo an wen ran - das ist die Frage, die wir uns stellen", so Monika Liedtke. "Aufklärung ist wichtig - im Idealfall hat dann auch der Trainer im Sportverein einen geschärften Blick für eine potenzielle Suchtgefahr." So könne ein gutes Netzwerk entstehen, dass für ein größeres Bewusstsein für Suchtsymptome in der Gesellschaft sorgt.