Liegen bald wieder Kreuzfahrer am Cuxhavener Steubenhöft?
CUXHAVEN. Wie die Kreuzfahrtbranche die Pandemie überstanden hat, wie sie klimaneutral wird und wie realistisch eine Wiederbelebung der Kreuzfahrt in Cuxhaven ist, waren Themen des Cuxhavener Kreuzfahrt-Forums. Schifffahrtsexperten und Politiker kamen dazu am Donnerstag in den Hapag- Hallen zusammen.
Norbert Plambeck, Vorsitzender der Tourismuswirtschaftsgemeinschaft Cuxhaven, propagiert seit Jahren die Chancen seiner Heimatstadt als Anlaufpunkt für Kreuzfahrtschiffe. "Es ist das Ziel, Cuxhaven wieder zu einem nennenswerten Kreuzfahrtstandort zu entwickeln", sagte Plambeck bei der Begrüßung. Dafür sei es jedoch wichtig, dass Cuxhaven ein sauberer Hafenstandort werde. Eine klimafreundliche Kreuzfahrt müsse sich hier entwickeln.
200 Millionen Euro
Der Aufenthalt der "Mein Schiff 3" habe gezeigt, dass es möglich ist, große Schiffe am Steubenhöft zu begrüßen. Und die Hurtigrouten laufen mittlerweile immer wieder Cuxhaven an. Auch wenn der Zwischenstopp meist nicht lange dauert, so erfreuten sich die Gäste selbst zu später Stunde an den geführten Touren in die Hapag-Hallen und den Erzählungen über die Anfänge der Kreuzfahrt.
"In Cuxhaven wurde die Kreuzfahrt erfunden. 1889 startete von Cuxhaven die erste kommerzielle Kreuzfahrt", erklärte Plambeck. Die vielen Urlauber und Tagesgäste beweisen, dass Cuxhaven viel zu bieten habe. "In den kommenden Jahren werden rund 200 Millionen Euro in den Alten Fischeihafen investiert", verspricht Plambeck. Dieser liegt fußläufig zum Steubenhöft und biete einen weiteren Anreiz für Kreuzfahrtgäste.
Transformation der Schifffahrt
Philipp Rademann von der IHK Stade moderierte das Forum und begrüßte unter anderem die Bundestagsabgeordnete der Grünen Claudia Müller. Sie ist Koordinatorin für maritime Wirtschaft und Tourismus der Bundesregierung. "Um die Branche zukunftsfähig zu halten, muss die Kreuzfahrt klimaneutral werden", sagte Müller. Den Gästen sei es immer wichtiger, dass sie klimaneutral reisen können und kein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn sie eine Kreuzfahrt machen. Die Transformation hin zur Klimaneutralität beherrsche die ganze Schifffahrtsbranche. "Doch die Kreuzfahrt treibt sie voran, da hier ein besonderes Augenmerk auf der Branche liegt", erklärte die Bundestagsabgeordnete.
Gute Symbiose aus Industrie und Tourismus
Hier sieht Müller einen klaren Vorteil für Cuxhaven. Erneuerbare Energien werden eine entscheidende Rolle auf dem Weg zur klimaneutralität der Schifffahrt spielen und das werde im Cuxhavener Hafen bereits vorangetrieben. "Hier findet man eine gute Symbiose aus Industrie und Tourismus", lobte Müller. Alexander Napp, geschäftsführender Gesellschafter der PWL Port Services, konnte sich sogar vorstellen, dass Kreuzfahrten zukünftig in Cuxhaven starten werden. "Es wird kein Schiff von Cuxhaven ins Mittelmeer fahren, aber zum Beispiel nach Norwegen oder in die Ostsee. Das wäre sinnvoll.", meinte Napp. "Cuxhaven ist eine schlummernde Perle. Der Terminal, so wie er hier vorzufinden ist, kann in einer Woche so hergerichtet werden, dass 4000 Leute ein und aussteigen können. Ich würde mir wünschen, dass ein Reeder hier in Cuxhaven investiert, das ist so in keiner anderen Hafenstadt in Deutschland noch möglich."
Zusatzinfo: "Mein Schiff 7" ist ein Meilenstein
Einer der Gäste des Kreuzfahrtforums war Dr. Jan Meyers, Geschäftsführer der Hamburger Meyer Werft. Dort wurde am 14. Juni der Neubau der "Mein Schiff 7" begonnen. Ein wichtiger Meilenstein zur umweltfreundlichen und klimaneutralen Kreuzfahrt. Das Schiff wird mit emissionsärmerem Marinediesel (Schwefelgehalt: 0,1 %) betrieben und ist mit Katalysatoren sowie einem Landstromanschluss ausgestattet. Dieser sichert einen nahezu emissionsfreien Schiffsbetrieb während der Hafenliegezeit (ungefähr 40 Prozent der Betriebszeit). Mein Schiff 7 wird auf den Antrieb mit Methanol vorbereitet. Gedacht ist an "grünes" Methanol (Bio- oder E-Methanol). Sofern dieser aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, gilt es als klimafreundlicher Kraftstoff. Auf diese Weise wäre der Schiffsantrieb nahezu CO2-neutral.