Lilo Wanders in Cuxhaven: Buntes Chaos im "Tunten-Stadel"
CUXHAVEN. Die Braunschweiger Komödie am Altstadtmarkt präsentierte im Stadttheater Cuxhaven den Klassiker "Ein Käfig voller Narren." Mit Starbesetzung: Lilo Wanders war in Cuxhaven.
Bunter und unterschiedlicher konnte die neue Spielzeit 2021/22 im Stadttheater Cuxhaven nicht starten: Nach der musikalischen Lesung "Mythos Frida Kahlo" mit einer bestens aufgelegten Suzanne von Borsody zelebrierte die Braunschweiger Komödie am Altstadtmarkt am darauffolgenden Freitagabend den klamaukigen Klassiker "Ein Käfig voller Narren" auf den heimischen Theaterbrettern.
Film aus Drag-Queen-Milieu
Wer kennt sie nicht, die italienisch-französische Filmkomödie "La cage aux folles" aus dem Jahr 1978. Der Streifen gilt als der erste weltweit erfolgreiche Film aus dem Drag-Queen-Milieu. Der Film basiert auf dem Theaterstück von Jean Poiret von 1973. Unter dem Titel "The Birdcage - Ein Paradies für schrille Vögel" wurde der beliebte Stoff unter der Regie von Mike Nichols mit Robin William, Gene Hackman und Nathan Lane 1996 als US-Komödie erneut erfolgreich verfilmt.
Zweideutige Wortspiele
In Cuxhaven wurde jetzt die Inszenierung von Florian Battermann gegeben, in der es ein Wiedersehen mit der einstigen Kult-Diva Lilo Wanders gab. Diese stärkte sich vor der Vorstellung am hinteren Bühneneingang der Bleickenschule noch mit einer schnellen Zigarette, um die im Stück geforderte "leicht verruchte Tonlage" auch zielgenau zu treffen.
Chaos im "Tunten-Haushalt"
Wanders verkörperte gekonnt den alternden Travestiestar Albin, seit über 20 Jahren liiert mit Georges (Gregor Eckert), dem Besitzer des Nachtclubs "Der Narrenkäfig". Als dessen Sohn Laurent (Michael Jäger) seine Hochzeit ankündigt, bricht in dem "Tunten-Haushalt" das nackte Chaos aus, weil er ausgerechnet die Tochter eines konservativen Politikers heiraten möchte und seine zukünftigen Schwiegereltern alles andere als liberal sind, was homosexuelle Beziehungen angeht.
Zuschauer lange skeptisch
Teile des Publikums brauchten gute 20 Minuten, um sich mit der schrägen Inszenierung anzufreunden. Einige Zuschauer verblieben den ganzen Abend über in einer gewissen Starre. Doch das gesamte Ensemble auf der Bühne mühte sich nach Kräften, das seicht-schräge Feuerwerk am Leuchten zu halten. Unterhaltsam waren die zweideutigen Wortspiele, in der an Tempo reichen Inszenierung. Auch die Kostüme und einige stattliche Details im Bühnenbild verfehlten ihre Wirkung nicht. Zum großen Finale des "Tunten-Stadels" gab es einen warmen Applaus.