Wirtschaftsminister Bernd Althusmann besuchte die Baustelle in Wilhelmshaven. Foto: NPorts/Andreas Burmann
Abhängigkeit verringern

LNG-Terminal Wilhelmshaven: Wann kommen die ersten Gaslieferungen?

von Redaktion | 25.08.2022

WILHELMSHAVEN. Das LNG-Terminal in Wilhelmshaven soll schon Ende des Jahres dabei helfen, die Abhängigkeit von russischem Erdgas zu verringern. Laut Bundeswirtschaftsminister Habeck werde Deutschland dadurch "weniger erpressbar". Doch liegen die Bauarbeiten in Wilhelmshaven im Zeitplan?

In einer Pressemitteilung berichtete Niedersachsen-Ports (N-Ports) über den aktuellen Stand der Bauarbeiten. Ohne Kurt, Annegret, Andreas und Uli würde auf der Baustelle für den LNG-Anleger in Wilhelmshaven derzeit wenig laufen. Sie sind die schwimmenden Arbeitsplattformen, von denen die Arbeiten im Wasser ausgeführt werden.

Wilhelmshaven als Drehscheibe für LNG-Importe

Der neue Anleger soll bis zum Winter einsatzbereit sein. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Hafengesellschaft Niedersachsen Ports sowie Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Bernd Althusmann hatten sich bei einem Baustellenbesuch über den Fortschritt der Arbeiten informiert. "Die frühzeitige Entscheidung, Wilhelmshaven als Drehscheibe für LNG-Importe zu wählen, war richtig", wird Althusmann in der Pressemitteilung zitiert. Die bereits vorhandene Hafeninfrastruktur sowie die Rahmenbedingungen würden den Terminalbau in Rekordgeschwindigkeit begünstigen, erklärt der Minister.

Unter enormen Zeitdruck

Die Rammarbeiten zur Anbringung der Gründungselemente im Hafenbecken seien nahezu abgeschlossen. Rund 150 Stahlrohre müssen je 35 Meter tief in den sandigen Untergrund eingebracht werden, um den Anleger auch bei "Extremwetter" zu sichern. Drei Dalben, an denen die schwimmenden Gas-Spezialschiffe anlegen sowie vier weitere Dalben zum Festmachen des schwimmenden Terminals wurden bereits im Hafengrund verankert, berichtet N-Ports. "Die Teams von Depenbrock, Kurt Fredrich und die erfahrene Projektleitung von N-Ports arbeiten zwar unter enormen Zeitdruck, dennoch sehr zielorientiert", berichtet Holger Banik, Geschäftsführer bei N-Ports.

Baumaßnahmen unter anspruchsvollen Gegebenheiten

N-Ports ist als Eigentümerin der landeseigenen Seehäfen Auftraggeberin für die neue Anlegerinfrastruktur. Sie beinhaltet eine Umschlagsplattform, Vertäu- und Anlegedalben sowie Laufstege und Festmacheranlagen. Die Baumaßnahmen würden unter anspruchsvollen Gegebenheiten laufen: bei laufendem Umschlagsbetrieb am Anleger, Gezeiten, Strömungen, Wetter und der Baugrund unter Wasser. Ziel ist es, die Baumaßnahmen im November abzuschließen. Bis November soll der gesamte Anleger fertiggestellt sein, sodass das schwimmende LNG-Terminal daran andocken kann. 

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