Aktion Seebrücke Rettung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer
Aktion Seebrücke Rettung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer
Arbeitskreis Asyl

Mahnwache am Wochenende: Cuxhaven demonstriert Solidarität mit Flüchtlingen

11.09.2020

CUXHAVEN. Mit einer Mahnwache ruft der Arbeitskreis Asyl Cuxhaven zur Solidarität mit den Geflüchteten in den griechischen Lagern auf.

Die Mahnwache soll am Sonnabend, 12. September, um 11.30 Uhr auf dem Penzancer-Platz stattfinden. Unterstützt wird die Aktion vom Cuxhavener Ortsverein von Bündnis 90 / Die Grünen und den Ortsvereinen Cuxhaven und Hadeln-Osteland der Partei "Die Linke".

Der verheerende Brand im griechischen Flüchtlingslager Moria markiere den Tiefpunkt einer endgültig gescheiterten europäischen Flüchtlingspolitik, heißt es in einer Pressemitteilung des Arbeitskreises. Die Zustände in Moria und den anderen Lagern auf den griechischen Inseln seien seit Jahren menschenunwürdig und katastrophal und ebenso lang seien die Warnungen von Menschenrechtsorganisationen in den Wind geschlagen worden.

Deutschland, das aktuell die europäische Ratspräsidentschaft innehat, habe die Pflicht, eine sofortige Evakuierung und Aufnahme der Geflüchteten aus Moria zu organisieren. Moria sei bereits vor dem Brand mit rund 13.000 Menschen heillos überfüllt gewesen, Trinkwasser und Nahrungsmittel waren knapp, eine Müllentsorgung jabe nicht stattgefunden und die medizinische Versorgung habe in den Händen von Menschenrechtsorganisationen wie "Ärzte ohne Grenzen" gelegen.

Absehbare Katastrophe

Mit dem Ausbruch des Corona-Virus im Lager Corona Ausbruch seien die Infizierten nicht außerhalb des Lagers behandelt worden, stattdessen sollte das ganze Lager isoliert und von allen Kontakten nach Außen abgeschottet werden. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, wann es zur Katastrophe - durch mehrfache Brandstiftung im Lager - kommen musste. Auch wenn in den letzten Monaten knapp 500 Kinder, unbegleitete minderjährige Jugendliche und einige kranke Menschen aufgenommen wurden, weigere sich die Bundesregierung bis heute zusätzlich Geflüchtete aufzunehmen. Sie verweise auf die Verantwortung der Europäischen Union, obgleich klar sei, dass eine Zustimmung aller Länder niemals zu erreichen sein werde. Gleichzeitig hätten 170 Städte und Kommunen in Deutschland seit Monaten ihre Bereitschaft zur Aufnahme von Geflüchteten angezeigt, die Länder Berlin und Thüringen hätten dies sogar explizit gefordert. Auch die Stadt und der Landkreis Cuxhaven haben sich im Rahmen der "Seebrücke" bereit erklärt, zusätzlich Geflüchtete aufzunehmen.

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Mit der Mahnwache wird die Forderung erneuert, sofort eine große Zahl von Geflüchteten aus dem Lager Moria aufzunehmen, alle Lager in Griechenland zu evakuieren und aufzulösen, die Flüchtlingspolitik in Deutschland und Europa neu auszurichten und das menschenunwürdige EU-Hotspot-System zu beenden.

Hilfsbereitschaft beweisen

Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer nahm am Donnerstag gegenüber unserem Medienhaus Stellung zu den aktuellen Vorkommnissen auf Lesbos. Auch wenn der Landkreis Cuxhaven in einer solchen Thematik zuständig sei, ließ Santjer verlauten, wäre die Stadt Cuxhaven bereit, nach der Brandkatastrophe im Flüchtlingslager Moria Menschen in Cuxhaven aufzunehmen. Santjer: "Die Bürgerinnen und Bürger in Cuxhaven haben bereits 2015 die besondere Willkommenskultur und Hilfsbereitschaft dieser Region unter Beweise gestellt - beispielsweise mit der Notunterkunft in Altenwalde." Besonders in schweren Zeiten sollte die Gesellschaft zusammenhalten, meinte Uwe Santjer.

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