Cuxhavener Künstlerin Sabrina Siegers: Malen war schon in Kindertagen ihr Leben
CUXHAVEN. Die Künstlerin Sabina Siegers hilft anderen, kreative Potenziale zu entdecken. Was die Cuxhavenerin jetzt macht.
Die "Malmäuse" könnten bereits im kommenden Monat durch den Eventraum der Tanzschule Fölster wuseln: Kinder ab vier Jahren, die unter Anleitung der Künstlerin Sabina Siegers zu Papier und Farben greifen dürfen. Die in Kooperation mit Tanzschulinhaber Jess Fölster aus der Taufe gehobene Malschule ist das jüngste Projekt der Wahl-Cuxhavenerin, die überzeugt davon ist, dass sich auch die Kleinen in kreativer Weise entfalten können - wenn man sie nur lässt. "Kunst und Musik versteht jedes Kind", betont Siegers und spricht dabei aus ureigenster Erfahrung: Schon in ganz jungen Jahren begann sie selbst zu malen und zu zeichnen; "ich habe mir immer Stifte gewünscht", erinnert sie sich im Rückblick auf Kindheitstage, die sie nicht etwa an der Nordsee, sondern am Bodensee verlebte. Schon zu dieser Zeit übernahm die Internatsschülerin Auftragsarbeiten: "Mal mir doch mal dies oder jenes", hieß es im Freundeskreis, und Sabina Siegers tauchte ab in eine andere Welt - ein Gefühl, das sie sich bis zum heutigen Tag erhalten hat.
Abtauchen in eine andere Welt
Wenn ich ins Atelier gehe und anfange zu arbeiten, bin ich wie weg", sagt die mit einem Mediziner verheiratete Künstlerin, die andererseits mit beiden Beinen im Leben steht. Sie hat Ernährungswissenschaften studiert, zwei Kinder aufgezogen und ihren Mann beim Aufbau seiner Praxis unterstützt. Dort ist sie für den Verwaltungspart zuständig; ungeachtet ihres expressiven Malstils, den sie im Umgang mit großen Formaten, Öl, Acrylfarbe und Ölkreide entwickelt habe, sei sie ein kognitiver Mensch, betont Siegers, die als Dozentin auch schon Erwachsene dabei unterstützt hat, ihre künstlerische Ader zu entdecken. Das eigene Wirken betreffend gibt sie sich bescheiden: "Ich bin kein Picasso", erklärt sie, nachdem sie zuvor über ihre persönlichen Helden aus dem Bereich der Kunstgeschichte gesprochen hat. Modigliani wäre in dieser Reihe zu nennen, aber auch mäßiger bekannte, zeitgenössische Maler, zu dessen Vernissagen sie einst pilgerte, um den Künstler, seine Gestik und Mimik aus sicherem Abstand zu studieren.
Neuanfang in Cuxhaven
Ins Schwärmen gerät die empathische Süddeutsche (einen Akzent sucht man bei ihr übrigens vergeblich), wenn es um ihren vorherigen Lebensmittelpunkt Lüneburg geht. So etwas wie ein Sehnsuchtsort ist das Oberzentrum am Rande der Heide. Dort hat Siegers die Zelte nie komplett abgebrochen, obwohl der Umzug nach Cuxhaven bereits elf Jahre zurückliegt. Für das Leben an der Elbmündung, Ergebnis einer beruflichen Neuausrichtung, kann sich Siegers aber inzwischen durchaus begeistern. Sie liebe den Strand und nicht zuletzt auch die Cuxhavenerinnen und Cuxhavener, sagt die Künstlerin, die dem persönlichen Umfeld in ihrer nicht mehr ganz so neuen Wahlheimat erstaunliche menschliche Qualitäten attestiert. "Hier erlebe ich Treue", sagt Siegers, wenn sie über Freunde oder Bekannte spricht. Man möchte ihr wünschen, dass sich diese Erfahrung fortsetzt, sobald sie in der Tanzschule ihr Projekt "Malmäuse Cuxhaven" startet.
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