Hafen in Spieka-Neufeld: Wer von der 600.000 Euro teuren Sanierung profitieren soll
SPIEKA-NEUFELD. Die Gemeinde saniert den Spieka-Neufelder Sielhafen für 600.000 Euro. Von der Sanierung soll eine bestimmte Berufsgruppe profitieren.
Ein langer Bauzaun trübt das malerische Bild des Kutterhafens von Spieka-Neufeld. Zwar sind die Freizeitskipper weiter vor Ort, doch die Berufsfischer mit ihren Krabbenkuttern sucht man derzeit dagegen vergeblich. Dafür gibt es einen guten Grund.
Der Kutterhafen von Spieka-Neufeld ist nach Wremen und Dorum-Neufeld der letzte der drei gemeindeeigenen Sielhäfen der Gemeinde Wurster Nordseeküste, den die Kommune auf Vordermann bringt. Seit einer Woche wird auf den Kaianlagen gebaut. "Anfang September soll alles fertig sein", teilt der 1. Gemeinderat Michael Göbel mit.
"Baustellen" gibt es auf dem zuletzt vor mehr als 25 Jahren sanierten Hafengelände nach Auskunft von Bauamtsleiterin Norma Warncke eine ganze Menge. So könne beispielsweise die Standsicherheit der Kutter bei Sturmfluten nicht mehr gewährleistet werden. Weil es keine Poller zum Festmachen der Schiffe gibt, werden die Kutter an aufgeschweißten Haltepunkten befestigt. Zu den Hauptproblemen gehöre aber die Stromversorgung. Zurzeit würden die Kabel von den Anschlüssen im Krabbensiebhaus offen über die Kaje bis zum Schiff verlegt, was ebenfalls ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstelle.
Um die Kai-Anlagen zu modernisieren, sollen die morschen Reibepfähle erneuert und durch Stahlpfähle ersetzt werden. Ferner ist vorgesehen, die Steigleitern zu ersetzen und neue Kantenpoller zu setzen, an denen die Schiffe festgemacht werden können. Zudem soll jeder Liegeplatz mit einem sturmflutsicheren Strom- und Wasseranschluss ausgestattet werden. Zudem wird die Kaje verbreitert, sodass drei neue Parkplätze entstehen.
Der sanierte Kutterhafen ist für sechs Liegeplätze ausgelegt, fünf von ihnen sind fest und ein weiterer dient dem Betanken der Schiffe. Außerdem sind Scheinwerfer für die bei Tag und Nacht arbeitenden Fischer geplant. Einen eher traurigen Anblick bietet auch das Krabbensiebhaus, das mit seinem kaputten Fenster und alten Toren als nicht sturmflutsicher gilt. All diese Mängel hat die Gemeinde bei der Sanierung berücksichtigt.
600.000 Euro sind für die Baumaßnahmen vorgesehen. Der größte Anteil stammt mit 411.000 Euro aus dem Europäischen Meeres- und Fischereihafenfonds. Dazu kommen nun noch knapp 55.000 Euro vom Land Niedersachsen, sodass bei der Gemeinde ein Eigenanteil von rund 134.000 Euro verbleibt.
Perspektiven bieten
Die Sanierung des Kutterhafens dient zwar ausschließlich der Förderung der hiesigen Fischwirtschaft, wie Gemeindebürgermeister Marcus Itjen betont. "Wenn wir unseren Fischereibetrieben Perspektiven bieten wollen, müssen wir für sie gute Arbeitsplätze vorhalten." Nichtsdestotrotz haben auch Einheimische und Urlauber etwas von der Baumaßnahme. Denn der Hafen mit seinen Krabbenkuttern ist für viele ein Grund, in Spieka-Neufeld über den Deich zu fahren.
Von Heike Leuschner