Beim "TransHyDE-Projekt" geht es um den Aufbau einer Wasserstoff-Transportkette aus dem Offshore-Bereich bei Helgoland über die Häfen zu den Wasserstoffverbrauchern auf dem Festland. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa
Fördergelder

Mehrere Millionen Euro für Wasserstofftechnologie auf Helgoland

04.11.2021

HELGOLAND. Zuschüsse für die Hochseeinsel: Das Bundesministerium fördert das "TransHyDE"-Projekt Helgoland mit rund 12,5 Millionen Euro.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im sogenannten "TransHyDE-Projekt" Helgoland mit rund 12,5 Millionen Euro. Das wurde am Mittwoch bekannt gegeben. Dabei geht es um den Aufbau einer Wasserstoff-Transportkette aus dem Offshore-Bereich bei Helgoland über die Häfen zu den Wasserstoffverbrauchern auf dem Festland.

Grüner Wasserstoff

Dafür werden unter anderem Technologien für die Speicherung und den Transport von Grünem Wasserstoff in organischen Trägerflüssigkeiten erforscht und entwickelt. Das Projekt gehört zum Wasserstoff-Leitprojekt "TransHyDE" des Ministeriums und ist Teil der breit aufgestellten AquaVentus-Initiative, in der unter dem Namen "AquaPortus" alle Wasserstoff-Aktivitäten rund um den Helgoländer Südhafen gebündelt sind.

"Wir freuen uns über die Anerkennung und den Anschub für den Start in das Wasserstoffzeitalter mit unseren Projektpartnern in den Hamburger und Helgoländer Häfen. AquaPortus ist für unsere gesamte AquaVentus-Familie ein wichtiger Baustein, um auf dem Weg zur Klimaneutralität grüne Zukunftstechnologien in die Marktreife zu führen", so Helgolands Bürgermeister und AquaVentus-Vorsitzender Jörg Singer.

Drei zentrale Leitprojekte

Das vom Bund im Rahmen der Wasserstoff-Leitprojekte geförderte Vorhaben gehört zu einem der drei zentralen Leitprojekte, mit denen das Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Umsetzung der nationalen Wasserstoffstrategie beiträgt. Eine Aufgabe besteht auch darin, neue Technologien wie LOHC (liquid organic hydrogen carriers), Meerwasserentsalzung oder die Elektrolyse unter Offshore-Bedingungen in der Nordsee zu testen. Die Gemeinde Helgoland beteiligt sich mit eigenen Haushaltsmitteln in Höhe von 300.000 Euro an dem Forschungsprojekt und will sich auf die Infrastrukturen der Insel konzentrieren. Baulich werden diese nicht vor Herbst 2024 entstehen. Erste Mengen an Grünem Wasserstoff könnten ab Ende 2025 anlanden, wenn sich die Gemeinde dafür entscheidet.

Projektpartner sind neben der Gemeinde Helgoland unter anderem die Versorgungsbetriebe Helgoland GmbH, E.ON, die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), Hydrogenious LOHC Technologies, die Tewis Projektmanagement GmbH sowie die GASCADE Gastransport GmbH, das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM und das AquaVentus-Koordinationsbüro.

Grundlagen erarbeiten

Im Fokus von "TransHyDE" Helgoland steht die Frage, wie der auf See erzeugte Grüne Wasserstoff gespeichert und zu den Verbrauchern auf dem Festland transportiert werden kann. "Deswegen erarbeiten wir gemeinsam die Grundlagen für erste Pilot- und Insellösungen der LOHC-Verwendung, die wir dann im Demonstratormaßstab umsetzen", erklärt Projektkoordinator Christoph Tewis. Verschiedene Anwendungsmöglichkeiten und Szenarien sollen in der Forschungs- und Entwicklungsphase beleuchtet, verglichen und bewertet werden. "Unser Ziel ist eine konkrete Umsetzungsplanung für die großskalige Implementierung der Wasserstoffumwandlung, -speicherung und -verwertung sowohl auf Helgoland als auch am Festland sowie die Untersuchung großvolumiger, überregionaler Transportketten auf Basis von LOHC", so Tewis weiter. Darüber hinaus seien neben den Arbeiten auf Helgoland und dem Festland, umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen durch das Fraunhofer IFAM geplant, um Wasserstoff in Form von LOHC zu speichern und zu transportieren.

Aqua-Ventus

Die Projektfamilie rund um die Aqua-Ventus-Initiative umfasst zahlreiche Teilprojekte entlang der Wertschöpfungskette von der Herstellung von Wasserstoff in der Nordsee bis zum Transport zu Abnehmern auf dem Festland. Diese aufeinander abgestimmten Konsortien synchronisieren Bedarf und Erzeugung und ermöglichen so einen zügigen Markthochlauf. Zur AquaVentus-Projektfamilie gehören zum Beispiel: Die Entwicklung von Offshore-Windenergieanlagen mit integrierter Wasserstofferzeugung (AquaPrimus), eines großskaligen Offshore-Wasserstoff-Parks (AquaSector), einer zentralen Abnahmepipeline (AquaDuctus), Hafeninfrastrukturen und Transportketten (AquaPortus), maritime wasserstoffbasierte Anwendungen (AquaNavis) sowie eine Forschungsplattform (AquaCampus). Alle Infos, unter anderem zu den Gründungsmitgliedern, unter www.aquaventus.org.

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