Millionen-Förderung: So will Cuxhaven seine Innenstadt beleben
KREIS CUXHAVEN. Cuxhaven erhält vom Land über eine Million Euro aus dem Sofortprogramm "Perspektive Innenstadt". Für Otterndorf sind 755.000 Euro bewilligt. Jetzt steht fest, was die beiden Städte mit der Finanzspritze kurzfristig umsetzen wollen. Die Projekte sind ambitioniert.
Cuxhaven und weitere Cuxland-Kommunen wie Otterndorf und Hemmoor erhalten vom Land Niedersachsen erhebliche Mittel, um kurzfristig Projekte zu verwirklichen. Mit dem Sofortprogramm "Perspektive Innenstadt" sollen wirtschaftliche Folgen der Pandemie gelindert werden. Die Projekte dienen der grünen, digitalen und stabilen Erholung der Wirtschaft.
Cuxhaven bekommt zu diesem Zweck vom Land Niedersachsen 1.090.000 Euro, die Samtgemeinde Land Hadeln 755.000 Euro, die Samtgemeinde Hemmoor 345.000 Euro, die Wurster Nordseeküste 345.000 Euro, die Stadt Geestland 775.000 Euro und die Gemeinde Beverstedt 345.000 Euro.
Aufenthaltsqualität dauch durch Kultur verbessern
Der Cuxhavener Oberbürgermeister Uwe Santjer ist erfreut, mit dieser Fördersumme ein Instrument an die Hand zu bekommen, um die Innenstadt aufzuwerten. Hier solle das Einkaufen wieder zu einem Erlebnis werden. "Die Innenstadt von morgen lebt von einem Mix aus Einzelhandel, Kultur, Wohnen und Verwaltung." Eine Belebung als Kontrapunkt zum Onlinehandel sei nur über Emotionalität, bessere Verweilmöglichkeiten und höhere Aufenthaltsqualität zu erreichen. Cuxhavens Wirtschaftsförderer Marc Itgen gibt Einblick in die beantragten Teilprojekte, die genau dafür eingesetzt werden sollen. Es sind die Aufwertung des Schleusenpriels und des Wasserturmparks, die Sanierung der "Hermine", der Aufbau einer stadtgeschichtlichen Ausstellung, das Erstellen einheitlicher Beschilderungen bis hin zur Alten Liebe und Fischmeile, die Installation eines digitalen Stadtinformations-Systems durch Stelen, eine Illumination von Wahrzeichen und Wasserflächen sowie die Fortschreibung des Einzelhandelshandelskonzeptes. Die Umsetzung müsse zügig erfolgen, da die Abrechnung aus dem Sofortprogramm bis Anfang 2023 zu erfolgen habe.
Umfangreicher Katalog an Ideen
Die Verwaltung habe diesen umfangreichen Projektideenkatalog entwickelt. Eine genaue Abstimmung müsse allerdings mit der Politik noch erfolgen. Das gilt übrigens nicht nur für Cuxhaven, sondern auch für Otterndorf und Hemmoor.
"Richtig klasse ist das", freut sich Land Hadelns Samtgemeindebürgermeister Harald Zahrte über die bewilligten 755.000 Euro. Sie fließen in die Ertüchtigung von Otterndorfs Innenstadt.
In dem Paket aufgeführt sind zum Beispiel zwei Wassertaxis, die die Spiel- und Spaßscheune mit der Innenstadt verbinden, ein interaktiver Lehrpfad, die Umgestaltung von zwei winzigen historischen Gartenhäuschen zu einer besonderen Übernachtungsmöglichkeit sowie die Anschaffung von nachhaltigem Stadtmobiliar. Um Stadtfeste nachhaltiger zu gestalten, sollen Teller, Becher, Besteck und Spülwagen angeschafft werden.
Die Anmietung eines Leerstand-Ladens als Pop-up-Store, die Entwicklung eines Existenzgründungszentrums oder die Erhöhung der digitalen Sichtbarkeit der Gewerbetreibenden sollen vorangetrieben werden. Die Anschaffung neuer Weihnachtsmarkthütten steht ebenso auf der Agenda wie E-Bike-Ladestationen. Ein Projekt ist auch die Ertüchtigung der Spundwand am Specken.
Geld in Hemmoor schon verplant
Der Hemmoorer Samtgemeindebürgermeister Dirk Brauer sagte auf Nachfrage unseres Medienhauses: "Ich freue mich natürlich sehr, dass wir die Förderung über 345.000 Euro erhalten haben. Das Geld fließt in Maßnahmen der Stadt Hemmoor, da wir für die Gemeinden Osten und Hechthausen leider keine gesonderten Anträge stellen konnten."
Insgesamt hat die Landesregierung 207 Förderbescheide in einer Gesamthöhe von 117 Millionen Euro aus EU-Coronahilfen an Kommunen und kommunale Verbünde in Niedersachsen verschickt. Die Region Lüneburg - dazu zählt auch das Cuxland - erhält mehr als 24 Millionen Euro für das Sofortprogramm "Perspektive Innenstadt".
Harald Ottmar vom "Amt für Regionale Landesentwicklung Lüneburg" unterstreicht: "Damit wird den Kommunen in pandemiebedingt schwierigen Zeiten die Möglichkeit eröffnet, sinnvolle und notwendige Projekte für eine nachhaltige Entwicklung ihrer Innenstädte anzustoßen."
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