Der Deichkronenweg soll am Zenneck-Deichmal hinter den Bänken baulich erweitert werden, sodass dort Fahrräder abgestellt werden können und es insgesamt mehr Platz gibt. Die Bänke sollen auf die andere Seite des Weges gestellt werden, damit dort freie Sicht aufs Wasser gegeben ist. Foto: Bohlmann-Drammeh
Der Deichkronenweg soll am Zenneck-Deichmal hinter den Bänken baulich erweitert werden, sodass dort Fahrräder abgestellt werden können und es insgesamt mehr Platz gibt. Die Bänke sollen auf die andere Seite des Weges gestellt werden, damit dort freie Sicht aufs Wasser gegeben ist. Foto: Bohlmann-Drammeh
Radweg vor Kugelbake

Mitten in der Hauptsaison: Cuxhaven wird Radweg auf dem Deich für Bauarbeiten sperren

19.05.2022

CUXHAVEN. Auf dem Deichkronenweg gegenüber der Kugelbake knubbelt es sich im Sommer gerne: Fußgänger, Radfahrer und Schiffegucker kommen sich regelmäßig ins Gehege. Die Stadt will baulich Abhilfe schaffen - offenbar mitten in der Hauptsaison.

Der Deichkronenweg am Jonathan-Zenneck-Denkmal ist bei schönem Wetter ein richtiges Nadelöhr. Zum einen endet der Elbe-Weser-Radweg dort oben, zum anderen nutzen ihn Radfahrer, um von den Kurgebieten entlang der Bucht zum Hafen zu fahren, Fußgänger, die Containerriesen am Weltschifffahrtsweg bestaunen oder den Kite-Surfern zuschauen wollen, kommen noch oben drauf, nicht selten kommt es zu brenzligen Situationen.

Radverkehrskonzept Cuxhaven

Das hat auch der Arbeitskreis Radverkehr festgestellt und den Abschnitt auf dem Deich im neuen Radverkehrskonzept ausdrücklich erwähnt: "Insbesondere der Bereich um das Zenneck-Denkmal ist aufgrund des hohen Fuß- und Radverkehrsaufkommens und der geringen Wegbreite besonders konfliktträchtig", heißt es in dem 300 Seiten starken Papier, das am 20. Juni das erste Mal im Ortsrat Sahlenburg öffentlich vorgestellt wird.

Radweg soll verbreitert werden

Weil der Deichkronenweg vornehmlich aber der Deichverteidigung dienen müsse, sei er folglich nicht so leicht erweiterbar, prioritär vor allen anderen Maßnahmen stünde der Deichschutz heißt es im Radverkehrskonzept. Und weiter: "Im Bereich des Zenneck-Denkmals besteht jedoch die Möglichkeit, den Weg punktuell aufzuweiten, um so das Konfliktpotenzial zu mindern. Eine entsprechende Planung befindet sich bereits in der finalen Abstimmung mit dem Deichverband."

Mehr Platz für Radfahrer

Die Stadt Cuxhaven will sich öffentlich nicht im Detail zu den Planungen äußern, bevor sie nicht durch die politischen Gremien gegangen ist, sagt Sprecher Marcel Kolbenstetter zunächst auf Nachfrage, erklärt dann aber noch einmal: "Es ist geplant, die Fläche um das Zenneck-Denkmal etwas zu erweitern, sodass die Bänke nicht mehr direkt auf dem Deichkronenweg stehen und die Fußgänger als auch Radfahrer hier etwas mehr Platz zur Verfügung haben."

Zwei Wochen Bauarbeiten

Die Dauer der Bauarbeiten schätze die Stadt auf etwa zwei Wochen, "wobei es immer zu witterungsbedingten Verzögerungen kommen kann und aktuell auch bei der Lieferung von Materialien", so Kolbenstetter. Die Stadt werde versuchen, die Sperrung des Deichkronenweges in der Zeit der Bauarbeiten so gering wie möglich zu halten", sagt Kolbenstetter.

Baurbeiten mitten in der Hochsaison

Der Vorsitzende des Deichverbands, Schultheiß Jürgen Schubel, erklärt: "Eigentlich sollten die Arbeiten schon im April stattfinden. Das ist von der Stadt verschoben worden, die Gründe kenne ich nicht." Kolbenstetter sagt, die Bauarbeiten seien noch gar nicht ausgeschrieben, das erfolge aber in Kürze. Schubel kritisiert, dass man jetzt mit den Arbeiten mitten in der Hauptsaison lande, wenn am Zenneck-Denkmal Hochbetrieb herrsche.

Die Pläne, den Deichkronenweg zu verbreitern und auch mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrradfahrer zu schaffen, begrüßt der Schultheiß aber. "So können wir die Grasnarbe besser schützen, die aktuell durch abgestellte Fahrräder in Mitleidenschaft gezogen wird", sagt Schubel.

Im Winter darf nicht gebaut werden

Dass die Arbeiten auf dem Deich nur in der wärmeren Jahreshälfte, frühestens ab dem 15. April gemacht werden können, sei Vorschrift. "Im Winter darf am Deich nicht rumgefuchtelt werden, falls es zu Sturmfluten kommt", sagt Schubel. Zu Kosten äußert sich die Stadt nicht und begründet das mit den aktuellen Marktentwicklungen.

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