Außer Rand und Band

Nach Bundesliga-Aufstieg: Werder feiert mit Fans in Bremen eine wilde Party

16.05.2022

BREMEN. Die Zeit in der Zweiten Liga dauerte nur ein Jahr. Am Sonntag machte Werder Bremen die Rückkehr in die Erste Liga perfekt - und feierte danach eine wilde Aufstiegsparty.

Nach nur einem Jahr ist Werder Bremen zurück in der Fußball-Bundesliga. Am letzten Spieltag der Zweiten Liga machten die Grün-Weißen durch einen 2:0-Sieg gegen Jahn Regensburg den Aufstieg perfekt. Danach gab es an der Weser kein Halten mehr. Fans stürmten von den Tribünen des Weserstadions auf den Platz, um mit den Spielern zu feiern.

Dabei sind mehrere Menschen verletzt worden. Im Zusammenhang mit dem kollektiven Betreten des Spielfelds sprach die Bremer Polizei am Sonntagabend von mehr als 20 Verletzten, die teilweise ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Die weiteren Ermittlungen dazu dauern an, hieß es weiter. Schon kurz vor dem Abpfiff waren die ersten Fans im mit 41.000 Zuschauern ausverkauften Weserstadion in Richtung Rasen gerannt.

Körperliche Auseinandersetzungen

Nach dem Spiel beging die Mannschaft im "unmittelbaren Umfeld" des Weserstadions am Sonntagabend den Saisonabschluss, auf Feierlichkeiten am Montag auf dem Marktplatz wurde aus Gründen der "Sicherheit, Vernunft und Kurzfristigkeit" in gemeinsamer Absprache mit der Stadt Bremen verzichtet, wie Werder mitteilte. Aber bereits am Sonntagabend wurden vermehrt "körperliche Auseinandersetzungen» gemeldet. «Feiern Sie! Aber bleiben Sie dabei friedlich!", twitterte die Polizei.

"Der SVW ist wieder da" - in großen Buchstaben stand die Botschaft des Tages auf dem offenen Bus, auf dem sich die Profis von Werder Bremen nach der direkten Rückkehr in die Erste Liga von ihren Fans feiern ließen. Zusammen mit tausenden Anhängern bejubelten die Grün-Weißen am Sonntag bis spät in die Nacht den Aufstieg. "Heute Abend wird gefeiert bis zum Morgen. Da schläft keiner und wenn einer schläft, dann wecke ich den auf", gab Kapitän Ömer Toprak die Marschroute vor.

Ein neuer Evergreen

Der Bus kam vom Weserstadion nur im Schritttempo voran und musste auf dem Osterdeich immer wieder stoppen. Hit des Abends war wie in den vergangenen Wochen das von den Fans umgedichtete Lied "Ducksch is on fire", mit dem der Werder-Stürmer Marvin Ducksch gefeiert wurde. Auch Trainer Ole Werner wurde bejubelt und mischte auf dem Deck des Busses fleißig mit.

"Es ist eine außergewöhnliche Leistung", sagte Werner, der im vergangenen Jahr mit Holstein Kiel noch knapp in der Relegation am 1. FC Köln gescheitert war. Nun kann sich der 34 Jahre alte Coach ab Sommer Erstliga-Trainer nennen. "Wir wissen, dass in der kommenden Saison große Herausforderungen auf uns warten, aber heute Abend wird erst einmal gefeiert", sagte Werner.

Kaderplanung steht an

Schon in den kommenden Tagen dürfte es aber die ersten Entscheidungen geben, wie der Kader für die kommende Saison aussehen wird. "Wir haben schon einige Vorarbeit geleistet und versuchen, das in den nächsten Tagen und Wochen umzusetzen", sagte Sport-Geschäftsführer Frank Baumann im "Sportclub" des NDR, "damit wir im Vergleich zur Vorsaison rechtzeitig den Kader für die neue Saison haben, damit wir die Vorbereitung für uns nutzen können."

Verstärkung brauchen die Norddeutschen in allen Mannschaftsteilen. Auch im Angriff, wo das Sturmduo Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch für insgesamt 39 der 65 Saisontore verantwortlich war. Doch hinter dem Duo klafft eine Lücke, auch im Mittelfeld und in der Abwehr sind neue Spieler nötig, um im kommenden Jahr nicht gleich wieder aus dem Oberhaus abzusteigen.

Vereinsführung hat Ideen

"Wir haben sehr konkrete Ideen, wie wir den Kader zusammenstellen wollen. Wir wissen, dass die nächste Saison eine sehr schwierige wird", sagte Baumann. Doch erst einmal wollten auch Baumann und die übrigen Verantwortlichen den Aufstieg genießen. "Es ist eine gute Mischung aus purer Freude und auch Erleichterung", sagte der Ex-Profi.

Der Hamburger SV beendete die Zweitliga-Saison hingegen als Dritter. Mit einem 3:2-Sieg bei Hansa Rostock sicherte sich der HSV zwei Endspiele um den Aufstieg: In der Relegation geht es gegen den Drittletzten der Ersten Liga, Hertha BSC. (dpa)

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