Neue Stadtarchäologin für Cuxhaven vorgestellt
CUXHAVEN. Auch wenn sich das öffentliche Leben in diesen Novembertagen im Winterschlaf zu befinden scheint, wird hinter den Kulissen der städtischen Einrichtungen gearbeitet.
Die Gänge sind zwar hier und da etwas runtergeschaltet, doch wichtige Weichenstellungen werden vollzogen. Eine davon ist die Neubesetzung der Leitungsposition für die Stadtarchäologie: Bereits seit dem 1. Oktober hat Dr. Christina Wawrzinek die Position übernommen.
Sie folgt damit Andreas Wendowski-Schünemann, der bereits Ende 2019 in den Ruhestand gegangen ist. "Nach einem recht langen Ausschreibungsverfahren haben wir aus rund 50 Bewerbungen Dr. Christina Wawrzinek ausgewählt", freut sich Dezernatsleiterin Petra Wüst, die auf einer Pressekonferenz unter Hygienebedingungen im Museum "Windstärke 10" darüber informierte, dass "die Neue" ab 1. Mai 2021 auch die Leitung für das Wrack- und Fischereimuseum übernehmen soll.
Denken mit zwei Köpfen
Ende April 2021 geht Museumsleiterin Dr. Jenny Sarrazin, die das Institut an der Ohlroggestraße in Cuxhaven aufgebaut und mit entwickelt hat, in den Ruhestand. Im neuen Jahr will Jenny Sarrazin ihre Nachfolgerin auf die Museumsaufgaben vorbereiten, denn der museale Themenschwerpunkt Fischerei sei sehr speziell und bedürfe einer gründlichen Einarbeitung. "Ich freue mich, dass wir für die Stadtarchäologie und das Museum Windstärke 10 eine so kreative Lösung gefunden haben", sagt Gabriele Hoffmann. Die Leiterin des Fachbereichs Kultur weiß um die Sparzwänge der Stadt Cuxhaven. "Schön, dass sich Christina Wawrzinek auf dieses Abenteuer eingelassen hat. Sie wird ab Mitte nächsten Jahres mit zwei Köpfen denken müssen."
Damit die designierte Leiterin für Museen und Stadtarchäologie die Doppelbelastung künftig auch tragen kann, hat sich die Stadtverwaltung dazu entschlossen, im nächsten Jahr noch einen Museologen einzustellen. "Wir hoffen, dass wir auch für diese Stelle eine gute Fachkraft finden werden", sagt Petra Wüst. Die Fachkraft solle beispielsweise für die Exponat-Inventarisierung des Museums und den Bereich Marketing eingesetzt werden.
Profundes Know-how
"Ich habe mich schon vor dem Beginn meines Studiums intensiv mit der Archäologie beschäftigt, habe erste Ausgrabungen begleitet und einige Museumspraktika absolviert", erklärte die neue Stadtarchäologin auf Nachfrage in der Pressekonferenz.
Nach ihrem Studium der Archäologie und Geschichte promovierte Christina Wawrzinek an der Universität Marburg. Ihre Dissertation verfasste sie zum Thema "Römische Binnenhäfen". Die Historikerin bringt umfangreiche Erfahrungen in der archäologischen Feldforschung mit. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin hat sie an verschiedensten musealen Projekten und Vermittlungsangeboten mitgewirkt. Als Museumsleiterin des Küstenmuseums Wilhelmshaven verfügt Christina Wawrzinek zudem über ein profundes Know-how in der Museumsarbeit.
Kontinuität wird gewahrt
"Ich habe in der jüngeren Vergangenheit immer einmal wieder über unsere Netzwerke mit Jenny Sarrazin zu tun gehabt. Mir gefällt die sehenswerte Zusammenstellung der Ausstellung mit ihren Wracks und die enge Verbindung zur Fischerei, die für Cuxhaven ein Stück Stadtgeschichte darstellt. Außerdem bin ich von der Architektur des Museums mit seinen drei Gebäudeteilen sehr angetan", sagt Christina Wawrzinek.
In den nächsten Wochen wird sich die neue Mitarbeiterin verstärkt mit der Stadtarchäologie beschäftigen. Einige Treffen und Gespräche mit ihrem Vorgänger Andreas Wendowski-Schünemann hat es bereits gegeben. So soll die Kontinuität in diesem Bereich gewahrt werden.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.