Neuer Küstenwachkreuzer für Cuxhaven
CUXHAVEN. Ein Quantensprung in der deutschen Seeraumüberwachung: Auf der Fassmer-Werft in Berne an der Weser wird am Freitag das erste von drei neuen Schiffen für die Bundespolizei See auf den Namen "Potsdam" getauft.
Das Patrouillenboot ist nicht nur über 20 Meter länger als die heutige "Bad Bramstedt, sondern auch für lange Seeeinsätze ausgerüstet.
Dazu zählt ein Hubschrauberlandedeck im Heckbereich, ein Tanklager für Helikopter, Andockplätze für Speedboote der GSG3-Einheiten sowie eine Kanone auf dem Bug. Entsprechend wird auch die Besatzungszahl bei den neuen Einheiten von bisher 14 auf künftig 19 Personen erhöht. Die neuen Einheiten sind damit für sehr viel schwierigere Gefahrenlagen konzipiert und ausgerüstet als ihre Vorgänger. Dazu gehören auch terroristische bedrohungslagen. Haupteinsatzgebiet für die "Potsdam" und eines der beiden Nachfolgeschiff "Bamberg" und "Bad Düben" soll die Nordsee sein. Das dritte Patrouillenboot ist für die Überwachung der deutschen Gewässer in der Ostsee vorgesehen.
Neuer Liegeplatz gesucht
Bei der Suche nach dem künftigen Stammliegeplatz in Cuxhaven arbeitet die Bundespolizei See eng mit Hafenbetreiber NPorts zusammen. Derzeit sei aber noch nicht ganz klar, wo die beiden dunkelblauen Bundespolizeikreuzer ihren Stammliegeplatz bekommen werden, sagte Pressesprecher Wolfgang Rodehorst am Dienstag auf Nachfrage. Seit einigen Jahren haben die Boote am Heringskai im Neuen Fischereihafen ihren festen Platz. Zunächst solle auch die "Potsdam" dort festmachen, wenn sie Ende Februar, Anfang März nach Cuxhaven abgeliefert wird. Allerdings nur, solange wie die Testfahrten dauern.
Langfristig sollen die 86 Meter langen Schiffe irgendwo im Cuxhavener Hafen einen Liegeplatz bekommen, wo sie außerhalb des Schleusenhafens liegen, um schneller einsatzbereit zu sein. Die drei Neubauten waren 2016 bei der Fassmer-Werft in Auftrag geben worden. 180 Millionen Euro investiert das Bundesinnenministerium in den Bau der drei neuen Schiffe der Bundespolizei.
Arbeitsteilung im Schiffbau
Während die "Potsdam" komplett in Berne gebaut wird, hat die Fassmer-Werft aus Kapazitätsgründen den Rohbau der "Bamberg" und der "Bad Düben" an die Werft Western Baltija Shipbuilding in Klaipeda vergeben. Den Endausbau übernimmt die renommierte deutsche Werft an der Weser, wo auch schon die drei Vorgängerboote gebaut wurden. Die "Bamberg" und ihre Schwestern werden die größten deutschen Polizei-Schiffe sein. Vorbild für die Neubauten sind die Korvetten des Typs "OPV80" von Fassmer. Dabei handelt es sich um rund 80 Meter lange Patrouillenschiffe, die bislang für die Seestreitkräfte Chiles und Kolumbiens gebaut wurden. Die Schiffe für die deutschen Grenzschützer sind dagegen 86 Meter lang und 14 Meter breit. Der Antrieb besteht aus zwei dieselelektrischen Motoren, die auf zwei Schrauben wirken und eine Höchstgeschwindigkeit von rund 22 Knoten zulassen.
Im Gegensatz zu den bisher eingesetzten Schiffen der "Bayreuth"-Klasse soll die neue Klasse vom Typ 86 für nahezu alle Seegebiete Europas und für fast jedes Wetter geeignet sein. Die Boote sollen auch Spezialeinheiten wie die GSG-3 unterstützen können. Außerdem ist genügend Platz für den Hubschrauber vom Typ Puma. In Größe und Verdrängung sind die neuen Bundespolizeischiffe mit den Korvetten der deutschen Marine vergleichbar.