Neuer Standort für Glascontainer in Nordholz gesucht
NORDHOLZ. Wohin mit Altglas- und Altkleidercontainern im Wohngebiet Amselweg/Ecke Taubenring? Die Anwohner der Nordholzer Siedlung wehren sich schon lange gegen die Sammelstelle auf einem öffentlichen Parkplatz mitten in ihrem Wohngebiet. Einen regelrechten "Altcontainer-Tourismus" meinen sie zu beobachten.
Immer wieder trüben Glasscherben, vom Regen durchweichte Pappe oder gebrauchte Windeln, die nicht in, sondern neben den Abfallbehältern und bisweilen auch in den Vorgärten der Bewohner landen, den ansonsten gepflegten Eindruck. Das mit der Reinigung des Containerstandorts beauftragte Unternehmen agiert aus ihrer Sicht zu langsam. Sie wollen die Container loswerden und haben dafür breite Unterstützung im Nordholzer Ortsrat gefunden.
Die SPD-Fraktion fordert, dass dem Entsorgungsunternehmen der Standort Amselweg/Ecke Taubenring entzogen wird. Ratsfrau Elke Jährling berichtet, dass sie mehrfach vor Ort gewesen sei und unter anderem gebrauchte Babywindeln, Haushaltsmüll und sogar einen defekten Toilettendeckel vorgefunden habe. Jährling spricht von einem unhaltbaren Zustand. Außerdem sei wegen der Glasscherben die Verletzungsgefahr für Kinder sehr groß.
Ortsbürgermeister Jochen Wrede (CDU) sowie Vertreter der anderen Ratsfraktionen pflichten der SPD bei. Wolfgang Wilhelm (CDU) gibt allerdings zu bedenken, dass ein neuer Containerstandort in der Nähe des jetzigen gefunden werden sollte, "weil es hier ein geballtes Wohngebiet gibt".
Aus Sicht der Verwaltung ist die rechtliche Situation kompliziert. Die Verschmutzungen seien kein Grund, dem Entsorgungsunternehmen den Standort zu kündigen, erklärt Gemeindebürgermeister Marcus Itjen (parteilos). Das Entsorgungsunternehmen könne nicht dafür haftbar gemacht werden, wenn Bürger ihren Hausmüll illegal an einem Containerstandort ablegen. Um die Plätze sauber zu halten, wird der Gemeinde aus einer Rahmenvereinbarung, die zwischen dem Landkreis Cuxhaven und dem Unternehmen besteht, Geld zur Reinigung zur Verfügung gestellt. Daher hat die Gemeinde die entsprechende Reinigung vergeben und beauftrage das Unternehmen auch zusätzlich, wenn es erforderlich sei.
Die Verwaltung sieht keine Chance, dem Entsorgungsunternehmen den Containerstandort zu entziehen und einen anderen Standort zuzuweisen, ohne dass dieses Vorgehen eine Entschädigungspflicht nach sich ziehen würde. Sie empfiehlt daher, die Entscheidung dem Verwaltungsausschuss der Gemeinde zu überlassen. Jährling befürchtet allerdings, dass der Antrag dort abgelehnt werden könnte. Daher will der Ortsrat zuerst noch einmal intern beraten, ob es einen neuen Standort für die Container gibt, mit dem alle Beteiligten gut leben könnten.
Von Heike Leuschner