Das neue "Dock 2" der Mützelfeldt-Werft wurde am Mittwoch von den Schleppern "Wulf 3" und "Wulf 5" (vorne) von Bremerhaven nach Cuxhaven geschleppt. Foto: Lisa Sonntag
Das neue "Dock 2" der Mützelfeldt-Werft wurde am Mittwoch von den Schleppern "Wulf 3" und "Wulf 5" (vorne) von Bremerhaven nach Cuxhaven geschleppt. Foto: Lisa Sonntag
Neuzugang aus Bremerhaven

Neues Dock für die Mützelfeldtwerft in Cuxhaven

17.07.2020

CUXHAVEN. Bredo in Bremerhaven hat ein Schwimmdock an die Mützelfeldtwerft in Cuxhaven abgegeben. Damit gewinnt die Cuxhavener Werft an Kapazität.

Wenn Bodo Kindler aus seinem Bürofenster in Richtung Elbe schaut, sieht er die großen Schiffe an Cuxhaven vorbeiziehen. Etliche auch größere Frachter hätte der Betriebsleiter gern in der Mützelfeldtwerft eingedockt und gewartet. Doch dafür fehlt bisher das passende Dock. "Unser Standort wäre dafür bestens geeignet", meint Kindler. Jetzt freut er sich jedoch erst einmal über einen kleineren Neuzugang, ein überdachtes Dock von 80 Metern Länge, das Mittwoch von der Reederei Wulf von der Weser- an die Elbmündung verschleppt wurde.

Das Schwimmdock hat die vergangenen zehn Jahre im Dienst der Bredo-Werft auf der Westseite des Fischereihafens gelegen. Da die Cuxhavener Werft seit 2013 zur Rönner-Gruppe gehört, die in den Bremerhavener Werftenverbund Bredo Dry Docks aufgegangen ist, handelt es sich also um eine "innerbetriebliche Verlegung". Die Cuxhavener Schiffbauer sind traditionsverbunden. Wenn man über das Werftgelände läuft, sieht man etliche Mitarbeiter mit dem Mützelfeldt-Logo am Helm. Der Name ist geblieben, auch wenn sich die Eigentumsverhältnisse immer wieder geändert haben.

Reparatur- und Wartungsarbeiten

Die Mützelfeldtwerft hat in den vergangenen Jahren manches Hoch und manches Tief erlebt. Im Mittel war der Werftbetrieb aber recht gut ausgelastet, in den vergangenen Jahren insbesondere mit Reparatur- und Wartungsarbeiten. "Wir leben in der Hauptsache von unseren Stammkunden", erklärt Kindler, der schon seit 45 Jahren auf der Werft arbeitet und noch die Zeit am Schleusenpriel miterlebt hat.

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Als er am 1. Juli 1975 als Lehrling anfing, wurde dort der Schlepper "Johanna" auf Kiel gelegt und wenig später die "Flipper" für Cassen Eils. In den 1980er-Jahren folgte die Werft der Deutschen Fischfang Union. Im Amerikahafen bestand das Kerngeschäft aus der Wartung und Reparatur der großen Trawler für die Hochseefischerei. Auch jetzt liegt ein Fischereifahrzeug im 120 Meter langen "Dock 1", der Trawler "Dorado", an dem die DFFU beteiligt war und der jetzt im Auftrag der Reederei JFK für die Färöer-Inseln fit gemacht wird.

Trawler für Faröer-Inseln

Der neue Anstrich ist fast fertig, im Schiff wartet aber noch eine Menge Arbeit, nachdem der 60 Meter lange Trawler zwei Jahre in Cuxhaven aufgelegen hatte. Damit ist das große Schwimmdock aber längst nicht ausgefüllt. Im vorderen Bereich findet locker noch ein Arbeitsschiff des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel Platz.

Das Problem bisher: Wenn das Dock belegt war, konnten keine weiteren Aufträge angenommen werden. Das wird sich in Zukunft ändern. Sobald das Gewerbeaufsichtsamt grünes Licht erteilt hat, wird "Dock 2" zum Einsatz kommen. Es ist zwar mit 80 Metern Länge und einer Tragfähigkeit von 800 Tonnen deutlich kleiner, kann dafür aber mit einem Schiebedach komplett abgedeckt werden. Darin sieht Kindler Vorteile, wenn im Frühjahr beispielsweise die Seebäderschiffe überholt und neu gestrichen werden müssen.

Arbeiten im Trockenen

"Das kann dann alles im Trockenen stattfinden", freut sich Kindler. Länge, Breite und Tiefgang seien ausreichend, um die gängigen Schiffe der Stammkunden aufnehmen zu können. Dazu zählen neben den Seebäderschiffen auch die Küstentanker von Glüsing, Schlepper von Wulf und Arbeits- und Behördenschiffe.

Mützelfeldtwerft

Die Mützelfeldtwerft gehört seit 2013 zur Heinrich-Rönner-Gruppe. Der Verbund wurde im Laufe der Jahre größer und firmiert seit April 2020 unter dem Namen Bredo Dry Docks GmbH. Beschäftigte: insgesamt: 280, davon derzeit bei Mützelfeldt: 53. Zwei Schwimmdocks in Cuxhaven: das Alte (Baujahr 1942), 123 Meter (7000 Tonnen Tragfähigkeit), das Neue mit 80 Meter und 800 Tonnen. Das Besondere daran: ein 23 m hohes Schiebedach.

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