Norbert Plambeck wirbt in Kanada für Cuxhaven
CUXHAVEN. Cuxhaven habe nicht nur rund 3,7 Millionen Übernachtungen von Urlaubsgästen im Jahr, sondern sogar rund sieben Millionen, wenn man Stadt und Landkreis zusammenrechne.
Mit dieser Feststellung überraschte Norbert Plambeck als Vorsitzender Mitglieder und Gäste beim Monatstreffen der Tourismuswirtschaftsgemeinschaft. "Think big!" lautet sein Motto.
Der Unternehmer und Eigentümer des Alten Fischereihafens berichtete von seinen Erfahrungen während einer kürzlichen Delegationsreise der Niedersächsischen Landesregierung mit Ministerpräsident Stephan Weil nach Kanada. Plambeck nutzte die Einladung, sein Hafenprojekt und die Idee der Wiederbelebung Cuxhavens als Kreuzfahrtstandort in Montreal vorzustellen sowie während der Reise Kontakte zum niedersächsischen Wirtschaftsministerium zu knüpfen.
"Von den Amerikanern können wir lernen, größer zu denken", womit der Unternehmer meinte, nicht als einzelner Standort im Ausland um Gäste zu werben, sondern mindestens als norddeutsche Hafenregion. Dazu gehörten Hamburg, Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven. "Wenn wir international gemeinsam auftreten, zum Beispiel mit einem wirklich großen maritimen Event, wird der Norden Deutschlands viel eher wahrgenommen, als wenn jede Stadt allein auftritt," ist Plambeck überzeugt. Derzeit identifizierten die Kanadier Deutschland noch in erster Linie mit Dirndl und Lederhose, also mit Bayern. Das müsse sich ändern.
Bundesgelder für die Tourismuswerbung würden ebenfalls zum größten Teil in den Süden fließen. Nur 2 Prozent der Gesamtmittel von 1,5 Millionen Euro landeten in Niedersachsen. Er wolle sich dafür einsetzen, die Gewichtung zugunsten des Nordens zu verändern, versprach Plambeck den rund 50 Zuhörern.
Wasserstoff für Cuxhaven
Um in Kanada für Cuxhaven zu punkten, bemühte Plambeck einmal mehr die Geschichte. Vor allem in den 1950er Jahren sei ein großer Teil der Kanada-Auswanderer über Cuxhaven ausgereist. Deren Nachfahren für diesen Teil ihrer Familiengeschichte zu interessieren und ihnen mit den Hapag-Hallen den authentischen Ort der Auswanderung zu präsentieren, sei eine Chance internationale Gäste nach Cuxhaven zu holen.
Doch der Unternehmer spannte den Bogen im Nachgang zur Kanadavisite wesentlich weiter. Wasserstoff als Energieträger werde in der Zukunft eine zunehmende Rolle spielen, deshalb müsse sich Cuxhaven als Vorreiterstandort verstärkt ins Gespräch bringen. Busse in Hamburg sowie der erste Zug im Elbe-Weser-Dreieck fahren bereits mit Wasserstoff, die erste Wasserstofftankstelle Hamburgs befinde sich inmitten der Hafencity, was für die Ungefährlichkeit der Technik spreche. Denkbar wäre, Hafenbarkassen und Krabbenkutter auf Wasserstoff umzurüsten und in Cuxhaven eine Tankstelle einzurichten.
Großseglertreffen 2022
Das Ziel, das Windjammertreffen "Tall Ships' Race" 2022 wieder nach Cuxhaven zu holen, verfolgt die TWG weiter. Daniel Schneider arbeitet derzeit an einer Präsentation, die der Geschäftsführer vom Eventkontor Cuxhaven im Dezember dem Rat der Stadt vorstellen will. Entgegen ursprünglicher Befürchtungen sieht Hafenbetreiber NPorts keine unüberwindbaren Hindernisse, wenn es darum geht, die Großsegler im Hafen unterzubringen und sie den Besuchern zugänglich zu machen. Bei entsprechendem Vorlauf könne das trotz Zäunen und Sicherheitsauflagen geregelt werden, sagte Plambeck.
Ein Jahr nach der Gründung hat sich die Tourismus Wirtschaftsgemeinschaft inzwischen zu einer äußerst kreativen Ideenwerkstatt entwickelt. Die Mitgliederzahl hat sich verdreifacht auf aktuell 155. Der Verein versteht sich als Plattform für alle Bürger und Wirtschaftstreibende, die ihre Ideen zur Entwicklung des Tourismus und des Stadtmarketing im weitesten Sinne beitragen wollen. Bei den Monatstreffen (den ersten Mittwoch) wird dazu in sechs Themengruppen gearbeitet, deren Ergebnisse sich in der Vereinsarbeit widerspiegeln sollen. Im Anschluss an die Gruppenarbeit und ein Schwerpunktthema ist dannjeweils Zeit für Gespräche.
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