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Die Beschäftigten der Helios-Klinik Cuxhaven kämpfen um eine Angleichung ihrer Bezüge auf das Konzernniveau. Foto: Reese-Winne
Die Beschäftigten der Helios-Klinik Cuxhaven kämpfen um eine Angleichung ihrer Bezüge auf das Konzernniveau. Foto: Reese-Winne
Tarifverhandlungen für Helios-Kliniken in Niedersachsen

Nur für die Helios-Klinik Cuxhaven hat der Konzern einen spürbaren Aufschlag im Angebot

von Maren Reese-Winne | 02.05.2022 Zuletzt aktualisiert: 11.06.2022 16:11 Uhr

CUXHAVEN. Nach der zweiten Verhandlungsrunde der Helios-Kliniken in Niedersachsen sind die Verdi-Verhandlungsführer enttäuscht: Arbeitskampf-Maßnahmen schließen sie nicht aus. 

Am vergangenen Freitag fand die zweite Verhandlungsrunde für die etwa 5000 Beschäftigten der acht Helios-Niedersachsen Kliniken statt. Die Gewerkschaft Verdi zeigte sich vom Verhandlungsverlauf enttäuscht.

Verdi-Verhandlungsführerin Julia Niekamp fasst die Ergebnisse aus Sicht der Beschäftigten wie folgt zusammen: "Der Helios-Konzern besserte sein enttäuschendes Angebot aus der ersten Verhandlungsrunde kaum nach. Die Beschäftigten sollen nach Willen des Konzerns deutliche Reallohneinbußen hinnehmen, trotz massiver Gewinne, die gleichzeitig den Aktionären ausgeschüttet werden. Das ist inakzeptabel. Die Beschäftigten werden nun über Arbeitskampfmaßnahmen beraten."

Forderung und Angebot weit auseinander

In einer Pressemitteilung des Verdi-Bezirks Bremen-Nordniedersachsen erinnert die Gewerkschaft daran, dass die bei Verdi organisierten Beschäftigten Entgeltsteigerungen von 15 Prozent sowie weitere Verbesserungen fordern. Der Konzern habe in der zweiten Verhandlungsrunde sein Angebot minimal nachgebessert und biete für alle Helios-Niedersachsen-Häuser nun folgende Entgeltsteigerungen an: plus 1,3 Prozent zum 1. April und ein weiteres Prozent zum 1. Dezember 2022. Im Jahr 2023 sollen die Gehälter dann abermals um 1,3 Prozent zum 1. Juni und um ein Prozent zum 1. Dezember steigen.

Für Auszubildende soll es nach Willen des Konzern zum 1. April 70 Euro mehr geben und nochmals 70 Euro zum 1. April 2023; dazu soll ein Laptop kostenfrei gestellt werden. Darüber hinaus bietet der Konzern eine einmalige Corona-Prämie für Vollzeitkräfte in Höhe von 200 Euro im Jahr 2022 an und die Einführung einer Pflegezulage für "Pflegekräfte am Bett" in Höhe von 70 Euro ab dem 1. Juli 2023.

Besonderheit Cuxhaven: Jahres-Sonderzahlung soll steigen

Ausschließlich für den Standort Cuxhaven bot der Konzern darüber hinaus an, die Jahressonderzahlung zum 1. Januar 2022 um zehn Prozent auf 70 Prozent eines Monatsentgeltes anzuheben und zum 1. Januar 2023 nochmal um zehn Prozent auf dann die bei Helios Niedersachsen üblichen 80 Prozent. Zudem sollen die Gehälter in Cuxhaven am 1. Juli 2022 in den Entgeltgruppen 5 bis 11 um weitere 100 Euro angehoben werden.

Die Gewerkschaft zeigte sich vom Konzernangebot enttäuscht, da auch alle Entgeltsteigerungen zusammen deutlich unter der prognostizierten Inflationsrate blieben und somit herbe Reallohnverluste bedeuten würden.

Fachkraft ist erzürnt

"Das ist skandalös", so Izabela Dierks, Fachkraft für Intensiv- und Anästhesiepflege und Mitglied der Verdi-Tarifkommission in Nienburg. "Wir haben als Vertreterinnen aus allen acht Kliniken sehr deutlich gemacht, dass wir hier jede Wertschätzung für uns Beschäftigte vermissen."

"Wir erwirtschaften die Dividenden, die an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Nun sollen wir, wenn wir tanken müssen, um zu Arbeit zu fahren, angesichts der derzeitigen Preise auch noch draufzahlen", so Andre Schramm aus der Klinik in Uelzen. "Das ist absolut inakzeptabel." "Wir haben der Arbeitgeberseite sehr deutlich gesagt, dass angesichts einer solchen Verweigerungshaltung die Verantwortung für mögliche Warnstreiks ganz allein bei Helios liegt", so Julia Niekamp von der Gewerkschaft Verdi.

Belegschaft soll es bewerten

Izabela Dierks: "Wir stellen den Verhandlungsverlauf und das aktualisierte Konzernangebot nun den Kolleginnen und Kollegen in den einzelnen Häusern vor. Diese müssen dann entscheiden, wie wir weiter verfahren. Dem Konzern haben wir schon vorsorglich Notdienstverhandlungen für mögliche Arbeitskampfmaßnahmen angeboten. Wir werden für die Sicherstellung der notwendigen Patientenversorgung auch beim Streik sorgen."

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Maren Reese-Winne

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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