Oberbürgermeister: Eine Rathaus-Ära geht in Cuxhaven zu Ende
CUXHAVEN. Wenn Dr. Ulrich Getsch in der kommenden Woche seinen Schreibtisch im obersten Stockwerk des Verwaltungsgebäudes räumt, wird er das Rathaus nicht nur mit seinen persönlichen Habseligkeiten verlassen, sondern vermutlich auch mit jeder Menge Bilder im Kopf.
Erinnerungen an eine achtjährige Amtszeit, in der sich vor Ort so viel getan hat, dass ihn mancher Weggefährte schon heute als "einen der erfolgreichsten Oberbürgermeister der Stadt Cuxhaven" charakterisiert. Und selbst wenn nicht alles geklappt haben mag, was sich der damals 62-Jährige bei seinem Amtsantritt auf die Fahnen geschrieben hatte - in den wichtigen Fragen hat Getsch seine Agenda umzusetzen vermocht. Von Kai Koppe
Dass er es mit noch weitaus größeren Baustellen zu tun bekommen würde, war dem über einen breiten wirtschaftlichen Background und einen Doktortitel der Georg-August-Universität Göttingen verfügenden Pädagogen bereits vor seinem Einzug ins Cuxhavener Rathaus klar: Die Haushaltskonsolidierung (fett gedruckt im eigenen Wahlprogramm) erhob Getsch, der mit seinem Markenzeichen - dem geöffneten Hemdkragen und der stets eine Spur aus dem Lot geratenen Krawatte, gegen stromlinienförmiges Verwaltungsdenken opponierte, zum Gradmesser seines Erfolges.
Von seinem guten Draht nach Hamburg profitierte Cuxhaven in puncto Wattrettung und in Hinblick auf seinen Nimbus als Segelstandort (Olympia-Bewerbung 2015), auf die Qualität der Schienenverbindung in die Metropole wirkten sich diese Kontakte (anders als von Getsch angestrebt) allerdings nicht positiv aus. Dafür gelang ein anderes Ziel, nämlich das, "die Tourismuswirtschaft weiter auszubauen": Für den Gäste-Anstieg auf knapp unter vier Millionen hat der Oberbürgermeister nicht höchstpersönlich gesorgt; gleichwohl ist der von Infrastrukturmaßnahmen flankierte Boom der Urlaubsmarke Cuxhaven ein Erfolg seiner Ära.
Zur Person
Ulrich Getsch (Jg. 1949) ist promovierter Staatswissenschaftler, Diplom-Kaufmann und Diplom-Handelslehrer.
Getsch arbeite als Lehrer und schließlich als Schulleiter im Bereich der Berufsbildenden Schulen und war zwischendurch an der Universität und in der freien Wirtschaft tätig.
Im OB-Wahlkampf 2011 setzte sich der von CDU, FDP und Grünen nominierte Parteilose gegen seine Mitbewerberin Susanne Puvogel (SPD) durch.
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