Ohne EU wäre die Stadt Cuxhaven nicht so weit
CUXHAVEN. Für eine Stadt in tiefster Finanznot hätte es schlechter laufen können.
Das schicke Wattenmeer-Besucherzentrum, die neuen Strandpromenaden in Altenbruch und von Duhnen bis zur Kugelbake, das Museum Windstärke 10, runderneuerte Einkaufsstraßen - all das hätte es ohne Fördermittel der Europäischen Union in Cuxhaven nicht gegeben. Und ganz bestimmt auch kein Offshore-Terminal in den heutigen Dimensionen. Allein in der Hafenentwicklung Cuxhavens stecken über 200 Millionen Euro aus europäischen Fördertöpfen.
Wie dort grenzüberschreitende Kooperation und Handel ohne Zölle funktionieren, ist in Augen des Cuxhavener Oberbürgermeisters Dr. Ulrich Getsch ein Musterbeispiel für das Funktionieren der EU vor der eigenen Haustür, wo inzwischen im Offshore-Windkraftanlagen-Bau wie selbstverständlich Guss- und Schwerlastteile aus Bilbao in Spanien mit Rotorblättern aus Spanien und Komponenten aus Dänemark zusammenkämen: "Die Räder greifen ineinander."
Getsch hält die Bedeutung der EU-Förderung für die Region nach wie vor für eminent wichtig, auch wenn die Mittel in der aktuellen Förderperiode deutlich geringer ausfallen als noch von 2007 bis 2013, als die Förderquote zudem auch noch bei bis zu 90 Prozent gelegen habe.
Entwicklung anschieben
Die "fetten Jahre" hatte der ehemalige Regierungsbezirk Lüneburg damals seiner Strukturschwäche zu verdanken. Der Entwicklungsrückstand sollte mit der überdurchschnittlich hohen EU-Förderung aufgeholt werden.
Die Liste der Projekte, die dank Europa in der Stadt Cuxhaven realisiert werden konnten, ist lang; hier nur einige Beispiele:
Einen wichtigen Bestandteil der EU-Förderung macht aber auch die gezielte Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen aus. Den Bau des neuen gleichnamigen Helgoland-Schiffs förderte Brüssel beispielsweise mit rund 4,175 Millionen Euro.
Unzählige weitere Unternehmen in Kreis und Land - von der Arztpraxis bis zum Autohaus, vom Hotel bis zum Malereibetrieb - haben EU-Zuschüsse zum Beispiel für neue Marketingkonzepte oder Forschungsprojekte, aber auch die Errichtung ganzer Betriebsstätten erhalten; auch die Schaffung zusätzlicher betrieblicher Ausbildungsplätze wird belohnt.
Cuxhavener Küstenheiden, Koordinierungsstelle "Frau und Wirtschaft", Ausweisung des "Alten Postwegs" im Landkreis Cuxhaven, Moorinformationszentrum Ahlenmoor - überall hier steckt auch eine gehörige Portion EU drin.
In der aktuellen Förderperiode 2014-2020 sind die Mittel aus den bekannten Strukturfonds zwar deutlich reduziert worden und der durchschnittliche Fördersatz beträgt nur noch 50 Prozent, aber das ändere nichts daran, dass mit EU-Unterstützung auch aktuell noch eine Menge erreicht werden könne, findet der Oberbürgermeister. Ein aktuelles Beispiel seien der Aussichtsturm an der Elbe in Altenbruch und das dortige Informationszentrum zum historischen Hadler Seebandsdeich mit Leader-Mitteln, die (siehe auch Artikel unten) gezielt die Entwicklung im ländlichen Bereich stärken sollen.
Hoffnung auf neue Radwege
Mittel daraus fließen laut Getsch auch in die Ertüchtigung der Sanitäranlagen auf den Campingplätzen in Sahlenburg und Altenbruch sowie in die Errichtung des Radwegs von Köstersweg nach Lüdingworth sowie in die Grundstücksankäufe, die nötig sind, damit der lang ersehnte Radweg von Holte-Spangen nach Altenwalde in absehbarer Zeit realisiert wird.
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