"Op no Dös": Mit einem Lächeln über den Flohmarkt
CUXHAVEN. "Manni, möchtest Du unseren Schnellkochtopf kaufen?" "Nein, ich habe gerade einen Trecker für meinen Enkel erstanden." Solchen und ähnlich schrägen Verkaufsgesprächen konnte am vergangenen Sonnabend derjenige lauschen, der über den Floh- und Trödelmarkt "Op no Dös" mit offenen Ohren und Augen bummelte.
Bei bestem Sommerwetter mit Temperaturen um die 30 Grad Celsius genossen Tausende von Besuchern den "Straßenfeger" unter den Cuxhavener Stadtfesten rund um die Döser Kirche.
"Wir haben unseren Stand bereits um 5.35 Uhr aufgebaut", erzählt Olaf Rusch, der kurz nachdem er seinen Pavillon und die drei Verkaufstische aufgestellt hatte, noch einmal von vorn beginnen durfte. "Meine Frau hatte sich bei der Standnummer um eine Ziffer vertan und so durfte ich den ganzen Stand um ein paar Meter weiter nach rechts verschieben", lächelt Olaf Rusch, der mit seiner Frau kurz darauf eine Wette am Laufen hatte.
Neben vielen Kleidungsstücken und einigen neuwertigen Gebrauchsgegenständen versuchte das Paar auch einen nagelneuen Schnellkochtopf an die Frau beziehungsweise an den Mann zu bringen. Martina Rusch setzte ihr ganzes Verkaufsgeschick ein, um den noch nie benutzten Topf nebst Originalverpackung für gerade einmal 10 Euro zu veräußern. "Mit so einem Topf hatte ich in meinem ganzen Leben noch keine Berührungspunkte", grinste Thurid Beran, die, offensiv als potenzielle Käuferin angesprochen, ohne Topf weiter über den Flohmarkt zog.
Auch wenn das Ehepaar an diesem Sonnabend auf dem Topf sitzen blieb und Martina Rusch ihrem Mann nach getaner Arbeit einen Cocktail ausgeben musste, sind die Hobbyverkäufer mit dem Ergebnis zufrieden. "Wir haben in unserem letzten Urlaub unser ganzes Haus gründlich aufgeräumt und haben uns von vielen Sachen getrennt. Es ist schön, dass viele Dinge und vor allem meine Kleidung jetzt noch anderen Menschen Freude machen", zieht Martina Rusch Bilanz.
Silberringe aus altem Besteck
Fröhliche Gesichter gab es am gut sortierten Schmuckstand von Burckhardt Fischer. Der ehemalige Cuxhavener, der jetzt in Stuttgart lebt, hat vor Jahren als Schlosser in der Cuxhavener Beckmann-Werft gearbeitet. Auf dem Straßenfest präsentierte er seinen überwiegend aus alten Besteckteilen gefertigten Schmuck. "Das Schmuckstück sieht wirklich sehr apart aus", freut sich Christel Löhr und versucht sich einen aus einem alten Silberlöffel gefertigten Ring anzuziehen. Doch das gute Stück will bei dem heißen Wetter nicht sofort über den Finger passen. Für den Hobbygoldschmied ist das kein Problem. Er weitet den Schmuck an Ort und Stelle mit dem passenden Handwerkszeug und streift den Silberring seiner Kundin persönlich über.
Ein breites Lächeln geht auch Elke Ohrmann über das Gesicht. An ihrem mit viel Liebe fürs Detail gestalteten Stand verkauft sie selbst bestickte Handtücher, Topflappen im maritimen Look. "Ich habe mir im April eine Stickmaschine gegönnt und bin zurzeit ganz wild dabei, neue Designs auszuprobieren", sagt die kreative Cuxhavenerin. Auch Dagmar Olimsky ist aktiv geworden und verkaufte der Umwelt zu liebe "Häkelnetze for Future", damit Plastiktüten künftig der Vergangenheit angehören.
Gut Lachen hatte auch das rührige Organisationsteam des Straßenfestes. Gegen 12.45 Uhr waren fast 4000 Tombola-Lose verkauft. "Wir haben in diesem Jahr unser neues Logo auf Banner und Shirts drucken lassen. Jetzt wissen auch unsere Gäste, dass 'Op no Dös' mit 'Auf nach Döse' übersetzt wird", sagt Thomas Kratzenberg vom Orga-Team.
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