Ein Einsatz in Loxstedt soll dermaßen eskaliert sein, dass ein 34-Jähriger ins Krankenhaus gebracht werden musste. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Ein Einsatz in Loxstedt soll dermaßen eskaliert sein, dass ein 34-Jähriger ins Krankenhaus gebracht werden musste. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Einsatz eskaliert

Polizei ermittelt gegen Kollegen aus dem Kreis Cuxhaven: Gewalt gegen Betrunkenen?

23.04.2021

LOXSTEDT. Die Polizei ermittelt gegen einen eigenen Kollegen aus dem Kreis Cuxhaven. Zuvor soll ein Einsatz in Loxstedt eskaliert sein.

Der beschuldigte 38-jährige Hauptkommissar soll einen Mann mehrfach geschlagen und so schwer verletzt haben, dass er ins Krankenhaus musste. Der Vorfall hatte sich bereits am Dienstag in Loxstedt ereignet, wie die Polizeidirektion Oldenburg am Donnerstagvormittag mitteilte. Gegen 15.10 Uhr sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei alkoholisierten Männern gekommen.

Bislang geht die Polizei davon aus, dass ein 34-jähriger Loxstedter einem 54-jährigen Loxstedter einen Schlag verpasst hat. Der ältere der beiden Männer soll daraufhin zu Boden gegangen sein und war nach ersten Erkenntnissen der Polizei bewusstlos. Das mögliche Opfer habe eine Kopfverletzung erlitten und wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Bremen geflogen.

Widerstand geleistet

Nach kurzer Flucht entdeckten die Polizisten den 34-Jährigen wenig später in der Nähe des Tatorts. Als die Beamten den Mann festnehmen wollten, habe er sich gewehrt, erklärt die Polizei per Pressemitteilung. Die Beamten nahmen den 34-Jährigen mit zur Wache des Polizeikommissariats Schiffdorf, um eine Blutentnahme durchführen zu lassen.

Auch bei der Blutentnahme soll der Mann nach Polizeiangaben Widerstand geleistet haben. "Dieser wurde von den eingesetzten Beamtinnen und Beamten unterbunden", teilt die Polizei mit. Einer der Beamten könnte es dabei aber übertrieben haben: Ein 38-jähriger Polizist soll dem 34-Jährigen eine Gesichtsverletzung verpasst haben, die anschließend in einem Krankenhaus behandelt werden musste.

Vorfall gemeldet

Kollegen des Polizisten meldeten den Vorfall daraufhin bei ihren Vorgesetzten. Deshalb wurde am Mittwoch ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt eingeleitet.

Nicht nur bei der Blutentnahme soll der Polizist äußerst grob vorgegangen sein, sondern auch schon bei der Festnahme. Der NDR berichtet, dass der Hauptkommissar den Mann "überrumpelt, am Boden fixiert und gegen den Kopf geschlagen" haben soll. Mehrere Passanten hätten diese Szenen offenbar gefilmt und im Internet verbreitet.

Andere Inspektion ermittelt

Das Innenministerium ist über den Fall informiert. Auch ein Disziplinarverfahren wurde eingeleitet. Die Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt führt aus Gründen der Neutralität die Polizeiinspektion Verden/Osterholz durch. Die Zuständigkeit liegt bei der Staatsanwaltschaft Stade.

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