Praxistest: Neues Hallenbad Cuxhaven überzeugt Freizeitschwimmer
CUXHAVEN. Endlich ist das neue Hallenbad in Cuxhaven eröffnet und sonnabends auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Wie kommt das Bad an? Ein Besuch vor Ort.
Die neunjährige Emma hat sich ihre Meinung gebildet: "Das Bad ist sooo toll", schwärmt sie selig, während sie sich mit ihren Freundinnen auf einer der Wärmebänke am Fenster ausruht. Mit ihrem Verein, dem ATSC, waren sie alle schon hier, nun nutzen sie den öffentlichen Badetag am Sonnabend. Eilig haben sie es nicht, denn mit ihrer Eintrittskarte dürfen sie bleiben, so lange sie möchten.
Getrennter Bereich für Nichtschwimmer
Am 4. September ist das neue Hallenbad eröffnet worden, nun wollte unsere Redaktion herausfinden, wie es den Badegästen gefällt. Wer nicht mehr in der Schule ist und keinem Schwimmverein angehört, kann das nur an jedem Sonnabend zwischen 9 und 17 Uhr testen. Wobei die ersten - vor allem die Älteren, die gerne in Ruhe ihre Bahnen schwimmen - schon ab 8.30 Uhr vor der Tür stehen und die ruhige erste Stunde genießen. "Generell freuen sich die Leute, dass der Schwimmer- und der Nichtschwimmerbereich voneinander getrennt sind und das Schwimmen so leichter geworden ist", berichtet Jenny Knittel, Fachangestellte für Bäderbetriebe bei der Bädergesellschaft Cuxhaven, die alle zwei Wochen im neuen Hallenbad Aufsicht führt.
Noch ohne Sprungturm
Besondere Aufgabe derzeit: Die Jugendlichen vom allzu reizvollen Sprung vom Beckenrand abzubringen. Denn der Spaß ist im Moment coronabedingt noch ein bisschen abgebremst: Das Ein- und das Drei-Meter-Brett darf Jenny Knittel noch nicht öffnen, auch die Startblöcke sind im Badebetrieb tabu.
Dennoch sind die Antworten der von uns befragten Badegäste überwiegend positiv: "Wir haben so lange hierauf gewartet. Nun sollten wir das auch alle annehmen und nicht meckern", findet Johanna Nitschke, die mit ihrem Mann jede Gelegenheit zum Schwimmen nutzt. Das Bad liege schön zentral, die Becken gut zu erreichen, alle seien sehr freundlich und der Eintrittspreis moderat: "Für Cuxhaven ist das eine Bereicherung", findet sie.
Gäste zufrieden
Vier Euro kostet die Tageskarte für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder. Gewundert habe sie sich nur, so eine Mutter, dass sie diese nicht per EC-Karte bezahlen konnte. Das sei doch sehr untypisch für diese Zeit.
Mit der Wassertemperatur und dem bequemen Einstieg in beide Becken zeigten sich alle Befragten bestens zufrieden. Auch falle auf, dass laufend die Geländer und Flächen gereinigt würden - alles ein Zugeständnis an die Corona-Zeit.
Ein Stück Normalität
Wer das Bad betritt, muss seine Kontaktdaten angeben und bis zu den Duschen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Dennoch fällt der Belegschaft auf, wie froh die Badegäste nach Monaten voller Einschränkungen dieses Stück Normalität und Freizeitspaß aufnehmen.
Vor allem für die Kinder freut das Maya Abdari, die ihre Enkelin im Nichtschwimmerbecken an das Wasser gewöhnt. Das hier direkt angeschlossene und in wenigen Schritten zu erreichende WC sei sehr familienfreundlich, findet sie.
Lehrschwimmbecken überzeugt
Das Lehrschwimmbecken ist mit seiner Tiefe zwischen 80 und 135 Zentimetern Wassertiefe über eine durchgehende Treppe für die Nichtschwimmer gut zu betreten. Für Rollstuhlfahrer und -fahrerinnen verfüge das Bad auch über einen Lift, so Jenny Knittel. Tatsächlich genossen am Sonnabend mehrere Menschen mit Behinderung das Training. Sehbehinderte können sich übrigens schon im Foyer anhand eines Plans, den sie ertasten können, orientieren. Alle Schilder tragen Hinweise in Braille-Schrift.
Sechste Bahn fehlt
Den Umkleidebereich beschrieben alle als richtig dimensioniert. Tipp: Immer einen Euro oder einen Einkaufswagenchip dabei haben, um die Schränke verschließen zu können. Die Münze gibt es am Ende zurück.
Dass das Schwimmerbecken (2 bis 3,80 Meter tief) nun ohne die ersehnte sechste Bahn gebaut worden ist, begeistert Lehrkräfte und Vereine zwar immer noch nicht. Zudem sei die Wärmebank im Schwimmerbecken reichlich kurz, wenn drei Schulklassen gleichzeitig anwesend seien. Auch würden nach wie vor viele gerne nicht nur am Sonnabend hier schwimmen gehen können.
Aber das Bad steht. Als Verbesserungsmöglichkeit werden unter anderem mehr Haken und Ablageflächen genannt. An Parkplätzen und Fahrrad-Abstellmöglichkeiten wird außerdem draußen noch gearbeitet.
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