Der symbolische Akt musste sein: Vertreterinnen und Vertreter der Ameos-Spitze sowie aus der lokalen Politik waren vertreten und eröffneten die Tagesklinik. Fotos: Reese-Winne
Der symbolische Akt musste sein: Vertreterinnen und Vertreter der Ameos-Spitze sowie aus der lokalen Politik waren vertreten und eröffneten die Tagesklinik. Fotos: Reese-Winne
Ameos-Klinikgruppe

Psychiatrische Tagesklinik in Cuxhaven eröffnet

von Maren Reese-Winne | 17.10.2019

CUXHAVEN. Schon nach der kurzen Zeit, in der die Psychiatrische Institutsambulanz und die Ameos-Tagesklinik in Cuxhaven am Start seien, sei die Erleichterung deutlich zu spüren, stellte Sabine Wolters vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Landkreises bei der Einweihungsfeier fest.

"Das neue Angebot ist eine erhebliche Verbesserung im Alltag - tagtäglich."

Dorthin zu gehen, wo der Bedarf sei, dies nannte der Vorstandsvorsitzende und Ameos-Gründer Dr. Axel Paeger auch als "Basis des Ameos-Erfolgs". Und der Bedarf an Versorgung bei seelischen Leiden ist scheinbar riesengroß angesichts der deutschlandweit steigenden Zahlen an Krankschreibungen und Verrentungen wegen psychischer Krankheiten.

Früher einschreiten

Dabei könne doch frühes Einschreiten helfen, drohende Verschlechterungen abzuwenden, unterstrich der Landtagsabgeordnete Uwe Santjer in seinem Grußwort. Cuxhavenerinnen und Cuxhavener seien allerdings früher meist mit langen Wartezeiten und weiten Wegen konfrontiert gewesen. Das Ameos-Engagement bedeute nicht nur eine bessere Versorgung für diese Patientinnen und Patienten, sondern auch einen weiteren Standortfaktor für Cuxhaven.

"Den Standort haben Sie gut gewählt!", konstatierte der ausgewiesene Cuxhaven-Fan und baldige Oberbürgermeister und freute sich auch über 15 neu geschaffene Arbeitsplätze.

Ameos habe - auch dank der städtischen Siedlungsgesellschaft und ihres Geschäftsführers Peter Miesner - einen "Edelstandort" in Cuxhaven erhalten. Nämlich den des ehemaligen Dentallabors zwischen Feldweg (gegenüber den Einkaufsmärkten) und Gorch-Fock-Straße.

Dort hat vor kurzem die psychiatrische Tagesklinik mit 20 Plätzen eröffnet; eine Einrichtung, in der Menschen mit den vielfältigsten psychischen Erkrankungen aufgenommen werden, die noch nicht oder nicht mehr stationär behandelt werden müssen. Unter demselben Dach befindet sich eine Psychiatrische Institutsambulanz mit dem Schwerpunkt einer ganzheitlichen psychiatrischen Diagnostik und dem Ziel, einen Krankenhausaufenthalt zu vermeiden.

Die Lage wertete Dr. Axel Paeger als besonders wertvoll gerade für ältere Personen. Zum anderen aber könne diese auch zur "Entstigmatisierung" der Psychiatrie beitragen: "Je zentraler so eine Institution liegt, desto geringer sind die Berührungsängste." Auch Paeger dankte ebenso wie Uwe Santjer und zuvor Ameos-Betriebsleiter Michael Diekmann besonders Peter Miesner und seinem Team von der "Siedlung", die den Auftraggebern bei der Kernsanierung fast jeden Wunsch von den Lippen abgelesen und "zu 100 Prozent" erfüllt hätten.

"Wir haben uns aufgenommen gefühlt, vom ersten Moment an", dieser Satz zog sich auch durch die anschließenden Gespräche in kleiner Runde. Initiator und Vermittler bei der Entscheidung für den Standort sei Landrat Kai-Uwe Bielefeld gewesen, so Paeger. Nicht umzusetzen gewesen wäre die Klinikgründung auch ohne die Genehmigung des niedersächsischen Sozialministeriums und seiner Krankenhausplanung.

Eine weitere in Aussicht stehende Verbesserung, zu erwarten durch das noch in diesem Jahr eröffnende "gemeindepsychiatrische Zentrum Elbe-Oste", kündigte Sabine Wolters an. Ein solches Zentrum hilft Betroffenen bei der Eingliederung, zum Beispiel beim Wohnen oder im Arbeitsleben. Bei der Vorbereitung dieses Zentrums sollen zahlreiche Institutionen, so auch die neuen von Ameos, einbezogen werden.

Handlungsfähig werden

Einblicke in Zielsetzungen einer modernen Tagesklinik-Behandlung von heute gab der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Uwe Gonther. Der gemeinsame Geist laute "Recovery": Dieser englische Begriff umschreibe das Ziel, die Menschen zu befähigen, ihr Schicksal wieder in die Hand zu nehmen: "Wir wollen ja keine braven Konsumenten, sondern wollen helfen, aus Sackgassen wieder herauszukommen."

Eine große Rolle dabei spielten feste Strukturen im Tagesablauf. Der Klinikalltag sei ferner gekennzeichnet durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen, Kreativität, Bewegung, Einzelgespräche, aber auch vor allen Gruppenaktivitäten. Denn zur gesunden Psyche gehörten soziale Beziehungen und Netzwerke. Solche Netzwerke auch als Institution Cuxhaven mitzugestalten und auszubauen, kündigte Gonther an.

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Maren Reese-Winne

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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