Rahmenplan für neues Wohnquartier in Altenwalde
ALTENWALDE. 70 Wohnungen und zunächst 15 Baugrundstücke für Einfamilienhäuser: Für Altenwaldes Entwicklung werden Weichen gestellt.
Als vor drei Jahren im Ortsrat Altenwalde erste Pläne für ein neues Wohnprojekt im Ortskern vorgestellt wurden, das mal nicht zuerst Einfamilienhäuser, sondern Dutzende Wohnungen in den Stadtteil bringen sollte, war das Wohlwollen durchaus da. Wenn da nur nicht das Parkdeck gewesen wäre. Nun liegt der Rahmenplan für das Gebiet zwischen Hauptstraße, Am Altenwalder Bahnhof und Seeburg vor und das Parkdeck ist vom Tisch.
Die Bedenken der Anwohner damals - was, wenn da niemand stehen mag und statt dessen alle die Straße Am Altenwalder Bahnhof zuparken - haben den Investor und Entwickler, die Firma MBN Immobilien GmbH aus Georgsmarienhütte, zu einer Umarbeitung seiner Pläne bewogen.
Der Rahmenplan "Nördlich Am Altenwalder Bahnhof", der vergangene Woche im Ortsrat zusammen mit dem Vorschlag für einen neuen Flächennutzungsplan vorgestellt wurde, dient als städtebauliche Leitlinie dafür, was auf der 7,2 Hektar großen Fläche passieren soll und darf. Dabei gibt es drei Schwerpunkte:
70 Wohnungen vorgesehen
Ein Teil der 40 bis 100 Quadratmeter großen Wohnungen soll altengerecht ausgebaut werden. Eine Sozialklausel sieht vor, dass 20 Prozent der 70 Wohnungen den Vorgaben des sozialen Wohnungsbaus entsprechen müssen. Statt des Parkdecks gibt es den Häusern zugeordnete Parkplätze oder Tiefgaragen.
Denn es handelt sich um äußerst geschichtsträchtigen Boden: Nach mehreren Grabungskampagnen haben Archäologen den hier gefundenen frühmittelalterlichen Hafen- und Handelsplatz als Fundstätte europäischen Rangs eingeordnet. Unter anderem haben sie dort 15 Grubenhäuser, mehrere Brunnen und zahllose Gräben und Pfostensetzungen gefunden. Der nördliche Teil des Gebiets darf nicht bebaut werden, so lange die Forschungen dort nicht abgeschlossen sind.
Die Erschließung des Baugebiets sowie der Mehrfamilienhäuser soll ausschließlich über die Straße "Am Altenwalder Bahnhof" (K 9) erfolgen - schon deshalb, um nicht 50 Meter nach der Ampel an der Apotheke die nächste Einmündung zu bauen, hieß es. Die Seeburg mit ihren vier Metern Breite soll nur über zwei für Fußgänger und Radfahrer zu benutzende Feuerwehrzufahrten angebunden werden. Für die Hauptzufahrt mit ihren acht Metern Breite und Fußwegen wird voraussichtlich Tempo 30 gelten.
Wo läuft das Wasser hin?
Für Ortsratsmitglieder und Zuschauer stellte sich hier in allererster Linie die Frage nach der Entwässerung. Denn, so Ortsbürgermeister Ingo Grahmann, die Straße stelle schon jetzt einen der neuralgischsten Punkte bei der Entwässerung in Altenwalde dar. Lukas Krönert (Büro NWP in Oldenburg; zuständig für den Rahmenplan) erläuterte die vom Büro Morgenroth und Landwehr errechnete Entwässerung über die Seeburg in den Landwehrkanal. Regenrückhaltebecken sollen Überschüsse aufnehmen.
Verbot für Schottergärten?
Ortsratsmitglied Robert Babacé wollte wissen, ob die Stadt im neuen Gebiet ein Verbot für private Schottergärten aussprechen könne. Solche Fragen könnten in den noch aufzustellenden Bebauungsplan Nr. 210 "Nördlich Altenwalder Bahnhof" einfließen, erläuterte Stadtplaner Ulrich Lasius. "Sie werden diese Pläne noch mehrfach zu sehen bekommen." Institutionen und Privatleute können Bedenken und Anregungen in der öffentlichen Auslegung anbringen.
In der Bürgerfragestunde kam das Gespräch neben der Entwässerung auch auf die Verkehrsbelastung der Straße "Am Altenwalder Bahnhof". Seit den letzten Erhebungen habe die Belastung - nicht zuletzt durch Sperrungen anderer Routen - deutlich zugenommen, hieß es. Ulrich Lasius erklärte, dass mit einer Bauleitplanung auch ein neues Verkehrsgutachten verbunden sei.